Grüne halbierte Tomaten in Großaufnahme

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Austrian Understatement Sonntag 2017-12-31

Warum in die Ferne schweifen! In Österreich boomen seit einigen Jahren höchstqualitative Winzersekte, da »brauch i kan Schampagner mehr!« Sie werden nach der traditionellen Methode, also durch eine zweite Gärung unter Beigabe von Hefe und Zucker in der mit Kronkorken verschlossenen Flasche, hergestellt.

Die sich ablagernde Hefe wird durch Rütteln in den Flaschenhals befördert und dann entfernt (degorgiert). Allerdings nicht bei dem hellen Knaben hier rechts. Der Pitt nat ist ein Pet nat, bei dem der nicht fertig vergorene Most in die Flasche kommt und dort fertiggärt. Gerhard Pittnauers besonderer heutiger Auftakt!

Dann geht's ab nach Langenlois zu Fred Loimer. Er produziert seit ein paar Jahren ebenfalls wieder Sekte. Vom Feinsten! Und so hat speziell der Loimer Extra Brut meinen ehemaligen Haussprudel, den Pol Roger Brut noch aus Coburg-Zeiten, elegant abgelöst. Der Extra Brut geht immer und ganz speziell heute!

Um dann beim besten Jahrgangssekt Österreichs zu landen, dem Blanc de Blancs Zero Dosage 2010 aus dem Hause Ebner-Ebenauer im Weinviertel. Internationale Spitzenbewertungen gleichauf mit Top-Champagnern fährt er regelmäßig ein. Heute werden diese Perlen um Punkt Mitternacht genossen. Happy New Year!

Fotos: Shutterstock, syl, Fred Loimer, Michael Stelzhammer
syl

British understatement Donnerstag 2017-12-28

Oft hat man Glück. Ich auf jeden Fall. Und wie das Glück so spielt, bekam ich die Gelegenheit, am ersten Weihnachtsfeiertag einem Abendessen beizuwohnen, bei dem als Aperitif ein großartiger Schaumwein gereicht wurde. An der Tatsache, dass die Flasche bei den Gastgebern im Weinschrank lag, war ich nicht unbeteiligt, aber das ist eine andere Geschichte.

Besagter Schaumwein, ein 2009er Blanc de Blancs aus dem britischen Hause Nyetimber, kann es mit seinen Mitstreitern aus der Champagne jedenfalls locker aufnehmen.

Schaumwein Nyetimber

Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass das himmlische Getränk in meinem Glas nicht aus einem Top-Haus in besagter französischer Weinregion stammt. Feine Briochenoten, erfrischende Zitrusaromen, mineralisch und straff, elegant und komplex, wahrhaftig ein großer Genuss.

»The single aim« laut Nyetimber-Website: »TO MAKE THE FINEST ENGLISH SPARKLING WINE THERE IS.« Auch wenn ich keinen anderen Schaumwein von der Insel kenne, einen besseren zu finden stell ich mir schwierig vor.

Mehr dazu hier
Ruth
Luxus & Nachhaltigkeit – Winterreisen Donnerstag 2017-12-14

Luxus & Nachhaltigkeit - geht das zusammen oder ist es ein Widerspruch in sich? Diesmal werfe ich im Von-Magazin einen skeptischen Blick - wie immer mit Lösungsansätzen - auf die in Miskredit geratene Kreuzschifffahrt und den inzwischen zweifelhaften Ruf des alpinen Wintersports.

Ein Ausschnitt des Artikels mit Winterlandschaft und dem Titel "Luxus & Nachhaltigkeit. Winterreisen mit Genuss & Verantwortung"

Beides ist, wie schon anklingt, eher mit Vorsicht zu genießen. Speziell Kreuzschiffe belasten die Umwelt stark mit ihren schmutzigen Dieselölen, Lacken und ihrer Müllentsorgung ins Wasser. Grundsätzlich also ein No-Go. Wenn's aber unbedingt sein muss, kann man in meinem Artikel nachlesen, worauf zu achten ist, damit sich die Belastung in Grenzen hält.

Beim Wintersport geht der Trend stark zum Langlauf. Eine weise Entscheidung in Zeiten unsicherer Schneelagen und Beschneiungsanlagen, die wertvolles Wasser und teure Energie fressen. Auch empfehlenswerte Out-Door-Bekleidungsmarken sind erwähnt. Viel Spaß beim Lesen!

Hier geht's zum Pdf des Artikels

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syl
respekt-Einkehr 2017 Montag 2017-12-11

Jedes Jahr im Dezember fahren wir mit der Winzergruppe respekt-BIODYN drei Tage lang zur Einkehr aufs Land. Dort geht es um interne Weiterbildung, Biodynamie, um kollegialen Austausch, ums Gruppenleben, um Kommunikation und ganz speziell natürlich auch um den Wein.

Die respekt-Gruppe bei der Schneeballschlacht vor der Salzburger Bergkulisse. Foto Manfred Klimek

Diese Tage - heuer im Hotel Gersbergalm - sind etwas ganz Besonderes. Tag eins gilt mit »Verkosten mit Respekt« den Weinen der Gruppe, diesmal im Zeichen von Zehn Jahren respekt-BIODYN und immer auch mit Gästen von außerhalb. Die 22 respekt-Mitglieder brachten je einen Wein aus ihrer Zeit vor der Umstellung auf Biodynamie - 2005 oder 2006 - und einen aktuellen Jahrgang desselben Weins. Geleitet wurde die Verkostung von den Topsommeliers Steve Breitzke vom Weinbistro MAST und René Antrag vom Steirereck. Über achtzig Gäste folgten den Ausführungen der Herren, die naturgemäß hochprofessionell und zum Teil zum Kugeln lustig waren. Wenn Herr Antrag etwa erzählte, dass er bei Herrn Preisinger im Keller Hand anlegen und hautnah Erfahrungen sammeln durfte. Der gute René redete sich dabei immer mehr in einen Strudel, die Lacher waren auf seiner Seite.

Die Verkostung war gesegnet von der spannenden Vielfalt und Leichtigkeit der vierundvierzig Weine, die im Nu gustiert und goutiert waren. Auch dank der speziellen Glaskultur der Herren von Zalto, die uns kurzfristig noch mit ihren Universalgläsern unter die Arme gegriffen hatten. An dieser Stelle auch Dank meiner cleveren Tochter, die aus zwei dünnen Ästen aus dem Garten eine Vorrichtung für unseren Geschirrspüler daheim bastelte, damit die Gläserracks reinpassten und ich nicht 100 Gläser per Hand spülen musste. Chapeau!

Zurück zur Einkehr. Der erste Abend galt den Gastwinzern Martin Gojer vom Weingut Pranzegg in Südirol und Emilio Foradori vom Weingut Elisabetta Foradori im Trentino. Zu diesen beiden Winzern und ihren Weinen gibt's von meiner Seite nur eines zu sagen, nämlich . Tags darauf präsentierten noch Rudi Hofmann aus dem Traisental, die Fußer-Brüder aus der Pfalz und Klaus Zimmerling aus Sachsen ihre Weine. Das Herzchen geht an dieser Stelle in die Pfalz!

Und generell? Es ist für mich immer wieder eine Freude, die großartigen respekt-Winzer und ihre Weine - die uns durch alle Tage und Nächte begleiteten - so nahe zu erleben und mit ihnen die Biodynamie zu erforschen. Die Impulse kommen von innen und außen, von außen unter anderem wieder von Martin von Mackensen, dem charismatischen Ausbildungsleiter vom Dottenfelderhof in Deutschland, einem biodynamischen Lehrhof. Martin bringt die - für manche zu esoterische - Biodynamie auf den Boden und erklärt, warum was wie funktioniert und sein muss. So einleuchtend, dass man sich fragt, warum diese Art zu arbeiten nicht auf der ganzen Welt längst selbstverständlich ist. Ein paar großartige Fotos von ihm, geschossen von Manfred Klimek, gibt es auf der Facebook-Seite von respekt. Absolut sehenswert!! Martin und seinem packenden Vortrag zum Bodenkreislauf war der gesamte Montag gewidmet und wir hätten ihm bis in die Nacht zuhören können.

Der Dienstag war zweigeteilt. Vormittags gingen wir mit respekt-Begleiter Georg Meißner in die Tiefe der empathischen Kommunikation. Nachmittags war die Runde abgespeckt, mit Platz für eine knappe außerordentliche Generalversammlung der Gruppe. Schnell waren wir uns zu den anstehenden Punkten einig, schnell waren die Termine für das kommende Jahr abgesteckt, und schnell war uns klar, dass diese Einkehr auch heuer wieder etwas ganz Besonderes war. Wir freuen uns auf 2018, dann im Münchner Raum.

Foto: Manfred Klimek
syl

Gumpoldskirchen wiederentdeckt Mittwoch 2017-10-25

Unverhofft kommt oft. Samstag Vormittag, eine Wanderung auf den Pfaffstättner Kogel und zur Rudolf-Proksch-Hütte ist geplant. Die Wanderer sind willig, das Wetter nicht. Es schüttet. Pragmatischer Ansatz: Wir fahren trotzdem schon einmal in die Gegend und gehen vorher was essen.

3er-Haus
Auf der Fahrt die ersten Überlegungen. Perchtoldsdorf? Baden? Gleich Pfaffstätten? Wie wär's mit Freigut Thallern? Dort sollen die Backhendln so gut sein. Kurz vor 13 Uhr vor Ort: Kein Tisch frei. Tipp des freundlichen Kellners: Das 3er Haus in Gumpoldskirchen. Was für ein Glücksfall!
3er-Haus
Das Ambiente gemütlich, geschmackvoll, gediegen, eine absolute Wohlfühl-Atmosphäre. Das Essen grandios, besonders die sautierten Steinpilze, die Weinauswahl ebenso, die Wirtsleute herzlich und dabei so angenehm »normal«. Selten eine so gelungene Überraschung erlebt, so völlig unverhofft.
Rebzeile
Nach dem Essen hatte sich der Regen dann auch verzogen, und hie und da gab uns die Sonne sogar die Ehre. Aus dem Pfaffstättner Kogel wurde der Einfachheit halber der Anninger, auch gut. Erkenntnis des Wochenendes: Gumpoldskirchen gehört besucht!

 Das 3er Haus im Web.
Ruth

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