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Oh du schönes Inselleben Freitag 2017-08-25

Der heurige Sommer kommt mir einerseits so vor wie in der Kindheit: ewig lang und voller wunderbarer Sonnentage. Die entweder in Kurzurlauben als ganzes oder in kleinen Zwischendurchauszeiten genossen werden. Und es scheint, trügerisch natürlich, als würde er nie mehr

Strand Vaulun
enden. Auf der anderen Seite vergehen auch die diesjährigen Sommertage wie im Flug, der wohlverdiente Urlaub am Meer ist schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her. Und gerät fast schon wieder ein bisschen in Vergessenheit. Weshalb es höchst an der Zeit ist, Rückschau zu
Strand Valun
halten. Auf herrliche entspannte Tage in Valun auf der Insel Cres. Mein letzte Aufenthalt in diesem immer noch idyllischen Fischerdorf liegt 33 (!) Jahre zurück. Damals fuhr ich mit der Familie noch nach Jugoslawien, die Geschäfte, daran erinnere ich mich noch sehr genau, waren für unsere Verhältnisse leer,
Dorf Insel Cres
die Menschen überaus freundlich, das Essen (frische Meeresfische  damals für mich etwas ganz Besonderes) köstlich, die beiden kleinen Strände einladend, das Wasser glasklar und türkis. Der Minimarkt im Ort ist mittlerweile so gut bestückt wie wir das mittlerweile gewohnt sind, der Rest ist mehr oder weniger gleich wie in den 1980er-Jahren. Zumindest empfand ich das so. Und das finde ich schön.
Valun by night


Ruth

Wiener Seife - neues altes Handwerk Montag 2017-08-14

Die eigene Stadt oder das eigene Land entdeckt man ja am besten, wenn Besuch aus dem Ausland da ist. Dann überlegt man, was es an Sehenswertem gibt und bemerkt, dass man selbst noch gar nicht oder vor langer langer Zeit zuletzt da war. Das gilt für das Stift Melk mit seiner unglaublichen Bibliothek.

Verschiedene bunte Seife der Marke Wiener Seife

Dort war ich als Volksschulkind das erste und das letzte Mal, die wunderschöne uralte Büchersammlung habe ich nie vergessen. Ersteres gilt für die Wiener Seifenmanufaktur im 3. Wiener Gemeindebezirk.

Sie wurde 2006 von den jetzigen Eigentümern vom legendären Seifensieder Friedrich Weiss übernommen, gearbeitet wird nach seiner Methode in und mit den originalen Gerätschaften. Handwerk pur. 70 verschiedene Seifen werden auf Basis von Kokosöl hergestellt, 10 davon biologisch. Die Zutaten - Aromen, Kräuter, Salz, Farbstoffe - kommen alle aus nachhaltiger und biologischer Produktion, die nicht biologischen Seifen unterscheiden sich nur durch das Kokosöl von den nicht zertifizierten. Aber selbst bei diesem wird genau auf die Herkunft geachtet.

Im schönen Kellergeschäft direkt gegenüber der Manufaktur und seit Juli in einer Dependance in der Innenstadt werden die geschmackvoll verpackten Seifen verkauft. Daneben gibt es Rasierutensilien, Seifenschalen und andere Accessoires rund um die niveauvolle Körperpflege. Der feine kräutrige Seifenduft animiert zum Kauf, auf der Budel stehen alle Varianten zur gefälligen Schnupperprobe.

Wir haben uns für die »Allroundseife für Gesicht, Haare und Zähne (sic!)« in gleich vierfacher Ausführung – damit es zu keiner Streiterei kommt – entschieden: eine Bio-Seife mit Bergkernsalz und Salbei. Sie soll auch gut sein gegen Psoriasis und Neurodermitis und »regt die natürlichen Hautfunktionen wie Atmung, Entsäuerung und Zellerneuerung an«. Ob wir sie für auch für die Zähne ausprobieren werden? Schauma mal.

Auf jeden Fall hat sie Einzug ins Bad gefunden. Plastikseifenflaschen gab's bei uns – wegen der billigen Optik und des unnützen Abfalls – noch nie. Die Wiener Seife hilft uns, noch einen Schritt weiterzugehen, nur ein bissl Papier fällt an. Und ein wunderschönes sinnvolles Mitbringsel ist sie auch!

Wiener Seifenmanufaktur
* 1030 Wien, Hintzerstraße 6
* 1010 Wien, Herrengasse 6-8
www.wienerseife.at
syl
Die Übergabeprofis - wie sieht es mit der Mutter aus? Sonntag 2017-08-13

Altwinzerin Angela war am Weingut fast nur im Hintergrund aktiv. Denn Herbert und sie haben die traditionelle Rollenverteilung gelebt: Der Mann hatte zuhause und am Weingut das Sagen. Sie hat sich um Haushalt und Kind gekümmert, die Buchhaltung am Weingut erledigt und bei der Lese geholfen.

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Auch der Ab-Hof-Verkauf lag großteils in ihren Händen. Ging es dort aber um Fachliches, hieß es rasch: »Da muss ich meinen Mann holen.« Dass das Weingut nun an Tochter und Schwiegersohn übergeben werden soll, ist ihr nur recht. Endlich Ruhe! Speziell in der Erntezeit war Angela eingespannt, neben der Arbeit im Weingarten musste sie auch zweimal täglich das Leseteam bekochen, weshalb sie bis spät abends in der Küche zu tun hatte. Das soll jetzt ruhig Johanna tun!

Was deren Mann Peter betrifft, ist Angela hin und her gerissen. Einerseits ist sie stolz darauf, dass es nun einen Rechtsanwalt in der Familie gibt, und insgeheim mag sie ihn auch ganz gut leiden. Was sie so vor Herbert nie zugeben würde, der am Schwiegersohn kein gutes Haar lässt. Andererseits traut sie dem G'studierten das Winzerhandwerk nicht wirklich zu und hat Angst, dass er diesbezüglich einen schlechten Einfluss auf Tochter Johanna ausübt oder sie hängenlässt. Angela befindet sich in einem Dilemma. Am liebsten hätte sie die leidige Übergabe längst hinter sich.

Sie ist die, die dem Weingut emotional am wenigsten verbunden ist. Wahrscheinlich bleibt ihr auch in dieser Phase des Übergangs die Rolle im Hintergrund vorbehalten. Wenn sie aber möchte, kann sie dort subtil die Fäden ziehen und die Familie leiten. Und dabei


* ihre Aufgaben ganz bewusst und innerhalb eines vereinbarten Zeitraums an die junge Genereration abtreten
* noch unterstützend da sein, wenn sie – rechtzeitig – darum gebeten wird, was ihr abundzu dann auch wieder Spaß macht
* ihrer Tochter Johanna vor allem auch als Mutter zur Verfügung stehen, wenn es zu Spannungen kommt
* gemeinsam mit ihrem Mann Herbert für das Danach Pläne schmiden, weil auch sie davon proftiert und ihm das Loslassen dadurch leichter fällt
* versuchen, ihren Schwiegersohn etwas näher kennenzulernen, damit – auch auf beruflicher Ebene – mehr gegenseitiges Vertrauen entsteht. Ihn dabei zu fragen, wo und wie er sich am Weingut sieht und ob er da und dort – von wem auch immer – Hilfe braucht
* und so zwischen Mann und Schwiegersohn die Mediatorenrolle einnehmen und vermitteln
* und vor allem endlich auf sich selber schauen und überlegen, was sie mit der neu gewonnenen Zeit anfangen möchte. Auch Angela könnte noch umsatteln, etwas lernen, die Schwester auf längere Zeit in Übersee besuchen, endlich den Traum vom eigenen Gemüsegarten realisieren und das Haus modernisieren, sich um ihre Fitness & Gesundheit kümmern, sich in der Gemeinde engagieren, …
* …

Angelas Rolle ist also nur scheinbar unwichtig. Sie hat sogar einen besonderen Stellenwert, weil Angela das vermittelnde und integrative Mitglied der Familie ist. Unsere Aufgabe ist es, ihr diese Wertigkeit bewusst zu machen.

=> Wie für Schwiegersohn Peter die Situation aussieht und welche neue Rolle(n) er zukünftig übernimmt, folgt im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Weinbau - mögliche Rettung vor Spätfrost in Sicht Freitag 2017-08-11
Die 2017 durch Spätfröste entstandenen Schäden in der österreichischen Landwirtschaft sollen laut zuständigem Ministerium über 200 Mio. Euro ausmachen. Die Weinwirtschaft zählt zu den Hauptbetroffenen der Branche, manche Weingüter werden davon in ihrer Existent bedroht.
Trauben am Rebstock, die sich von Grün in Blau verfärben

Echte Abhilfe gab es bislang keine. Neben dem massiv umweltbelastenden Räuchern der Weingärten versucht man teilweise, die Reben mit Sprühnebel zu »beregnen«, damit die dabei entstehende Eisschicht die frischen Triebe der Rebstöcke schützt. Sehr oft ist alles vergebens.

Nun gibt es möglicherweise doch ein probates Mittel. Die deutschen Winzer Georg und Sandro Merkle vom gleichnamigen Weingut in Ochsenbach haben ein Heizdrahtsystem für Weingärten entwickelt und patentieren lassen, berichtet das österreichische Fachmagazin Der Winzer.

»Was nach einer einfachen Lösung klingt, ist im Detail schwierig auszuführen. Schließlich sollte das Heizsystem dauerhaft im Weingarten verbleiben und damit gewissen mechanischen Belastungen standhalten. Zudem galt es die sicherheitstechnischen Herausforderungen zu lösen und für eine möglichst gleichmäßige Erwärmung der Drähte zu sorgen. Das Vater-Sohn-Gespann Merkle scheint die Herausforderungen gemeistert zu haben und präsentiert nun ein patentiertes Heizsystem«, steht dort geschrieben.

Die Investitionskosten sind allerdings nicht unerheblich und sollen bei rund 10.000 bis 15.000 Euro je Hektar liegen, aber nach und nach reduziert werden. »Je mehr ­Betriebe teilnehmen, umso günstiger wird es,« so die Merkles.

www.der-winzer.at
syl
Die Übergabeprofis: Johannas Danach Montag 2017-07-24

Für Johanna sind für die Zeit nach der Übergabe vor allem einmal zwei Faktoren wichtig, damit die neue Lebensphase gut gelingt:

1. Ein klares Bild von der eigenen Zukunft: Was werde ich alles zu tun haben? Welche Verantwortung muss ich übernehmen? Wie werde ich meine Rolle als Chefin anlegen?

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

2. Ein klares Bild, wie das Danach für die Eltern ausschaut. Wir haben in Folge 9 die Zeit nach der Übergabe aus der Sicht des Vaters Herbert beleuchtet. Je konkreter auch über die Zukunft der Eltern gesprochen wird, desto leichter ist es für die Übernehmerin ihre eigene Zukunft zu gestalten und zu planen.

Hilfreiche Fragen betreffen zum einen ganz konkrete und pragmatische Themen:

* Wie schauen die konkreten Schritte aus, um von der aktuellen zur zukünftigen Situation zu gelangen?
* Was ist bis wann und vom wem zu erledigen? Hier empfiehlt es sich, alle Aufgaben zu sammeln und einzelnen Personen zuzuteilen.
* Welche Unterstützung von extern (Steuerberatung, juristische Beratung, ...) brauchen wir wann?
* Welches Budget veranschlagen wir dafür?
* Wie schaut die finanzielle Aufteilung nach der Übergabe aus? Wie die jeweilige Wohnsituation?
* Verfüge ich über alle notwendigen Kompetenzen für die Weingutsleitung?

Darüber hinaus sollte Johanna vor allem diese Fragen für sich selbst beantworten:

* Wie werde ich meine neue Rolle als Weingutsleiterin anlegen? Wie möchte ich mich also als Chefin positionieren?
* Hilft mir dazu eventuell eine konkrete Aus- oder Weiterbildung oder ein Coaching?
* Wie werde ich mit den »vertauschten Rollen« zwischen meinen Eltern und mir umgehen? Was kann ich dazu beitragen, dass die neue Situation für alle passt?
* Wie berücksichtige ich die Rolle meines Mannes? Was nehme ich mir vor, um Privat- und Betriebszeit auch in Zukunft gut in Balance zu halten?
* …

Diese Fragen sind natürlich nur ein Ausschnitt aus möglichen Fragestellungen und können, oder besser gesagt sollen, für die jeweils eigene Situation ergänzt werden. Jedoch unabhängig davon, wie solche Fragen im Detail aussehen, sie spielen als hilfreiches Werkzeug für beide Seiten (Übergeber/innen & Übernehmer/innen) eine wichtige Rolle.

=> Welche Rolle Mutter Angela im Übergabeprozess einnehmen kann und wie wichtig es ist, dass sie sich aktiv einbringt, lesen Sie im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
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