Schneeglöckchen auf einem Waldboden

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Weil in ein paar Tagen wieder ProWein ist Mittwoch 2019-03-13

Alle Jahre wieder. Und alle Jahre wieder haben wir eine wunderbare Winzer-Empfehlungsliste für diese große verwirrende Messe in Düsseldorf für Sie. Roter & Grüner Veltliner, Riesling, Rotgipfler, …

ProWein-Sujet 2019

Zweigelt, Blaufränkisch, Pinot Noir, … Alles vom Feinsten und alles divers: bio, noch nicht bio, biodynamisch, orange, weiß, rot, … Alles aus Ö von unseren Lieblingswinzern & -winzerinnen!

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Leere Flasche, voller Wein Dienstag 2019-01-22

Die Flasche hat gut liegen, leer wie sie ist. Sie war ein Geschenk von Clemens Busch, direkt importiert von Karl Storchmann, mit dem wir die Konferenz der American Association of Wine Economists im Juli in Wien planen. Die Herren sind alte Freunde. Karl hat sie mitgebracht, sie sollte in den Keller.

Am Foto abgeschnitten die liegende Flasche auf einem Holzbalkon, im Fokus das Etikett

Sollte. Denn dann kam mir doch irgendwie der Stoppelzieher dazwischen. Worauf warten? Die Töchter waren zum Abendessen zu Gast und kaum etwas macht mir mehr Freude, als zu sehen, wie sie guten Wein als solchen erkennen und schätzen. Und das taten sie! Ein »Wow!« Da die eine aber noch einen langen Lernabend vor sich hatte und die andere berufsbedingt weit vor dem Morgengrauen aus den Federn musste, blieb es bei einer Kostprobe für sie. Und mir blieb die Flasche.

Nun war es ja nicht so, dass ich dies als Auftrag sah. Oder doch? Es geschah auf jeden Fall, dass die Flasche zwei Stündchen später plötzlich leer war, ohne dass ich es großartig bemerkt hätte. Der Marienbusch Falkenlay VDP.Grosses Gewächs 2016 war eine unglaubliche Köstlichkeit von einem meiner Lieblingswinzer und liebenswertesten Person. Ein Geschenk! Irgendwo hab ich gelesen »ein Tanz im Mund«. Stimmt. Viel Frucht, aber nicht vordergründig, Ananas, Grapefruit, Zitrus, zartexotisch. Die rassige frische Säure und mit dem Restzucker fein ausgewogen. Und salzig ist er, salzig. Fülligkeit und Leichtigkeit in einem.

Der Tanz im Glas ging über in einen Tanz mit Glas, ein Glücksmoment. Und Überraschung als der Tanz zuende ging. Und am nächsten Tag? Frisch und leicht. BIODYN eben! respekt!

Weingut Clemens Busch
Kirchstraße 37, 56862 Pünderich, Deutschland
clemens-busch.de
syl

Indischer Wein Montag 2019-01-14

An die Wortfolge "Indischer Wein" denkend hat die Autorin in der Sekunde die Melodie des griechischen Pendants vom großen Udo Jürgens im Kopf. Die mit diesem Blog-Beitrag rein gar nichts zu tun hat. Hier geht es nämlich um einen Abend im Restaurant Bombay und die gewählte Weinbegleitung.

Sula Vineyards

Manche Lokale haben einfach Bestand. Still und leise »machen sie ihr Ding«, bieten ihre Speisen dar, beglücken ihre Gäste und machen nicht viel Tamtam darum. Das Restaurant Bombay ist eines von ihnen.

Kürzlich in der Stadt unterwegs fiel uns »der Inder« wieder ein, nach jahrelanger Pause machten wir uns also auf den Weg in die Neubaugasse. Und wir wurden nicht enttäuscht. Völlig unprätenziös und freundlich wurden wir bestens umsorgt. Die eigentliche Entdeckung des Abends war der indische Wein. Das freundliche Angebot, für die Auswahl vorab einen Schluck zu verkosten, schlugen wir abenteuerlustig aus und bestellten eine Flasche Sauvignon Blanc 2017 von Sula Vineyards. Und siehe da der Wein war absolut okay. Nicht großes Kino oder unvergessliches Trinkvergnügen, aber solide und richtig »trinkig«. Eine gute Wahl zu Lammcurry und Melanzani-Schmorgemüse!

restaurant-bombay.at

sulawines.com

Foto: privat

Ruth

Draußen sein in Dänemark Montag 2018-12-31

Ich bin immer wieder erstaunt, um wieviel mehr die Dänen an der frischen Luft leben als wir. Wir Südländer denken beim skandinaischen Lebensstil an hygge, einigeln, Kerzenlicht, Gløgg und zusammenrutschen. Stimmt alles, aber eben auch draußen. Vor allem draußen!

Ein typisches schilfbedecktes und bemoostes Sommerhaus in der Nähe des Strandes

Bis hin zum Frühstück, dick eingemummt auf der Terrasse in einem der typischen Sommerhäuser am Land. Wir haben das Glück, ein paar Tage lang eines dieser einfachen holzbeheizten Häuschen von der in Australien weilenden Kirsten bewohnen zu dürfen, Freundin der Freundin.

Ein gelbes Häferl am Holztisch mit "Blick" in den Garten

So also sieht's aus in Nødebohuse an der Nordküste, wenn morgens die Sonne den Kaffee erhellt. Ich werde dies auf jeden Fall mit nach Hause nehmen: Kaffee auch winters am Balkon! Und sonst? Stundenlange Wanderungen am menschenleeren Strand, wie überall im Land per Gesetz unverbaubar.

Ein Blick auf ein Stück menschenleeren Strands mit Gräsern und strahlenblauem Himmel

Und dann noch eine Flasche Wein im Sonnenuntergang am Hafen. So kalt kann's den Dänen nämlich gar nicht sein, dass sie nicht doch noch ein paar Minuten Frischluft tanken. Mir auch nicht! Gut eingepackt, geht immer noch ein bissl was.
In diesem Fall ein Styver 2016 aus der Piwisorte Solaris des dänischen Weinguts Verjhøj, ein Stündchen westlich von Kopenhagen am Lammefjord.

Ein Ausschnitt der Flasche mit dem hellgrünen Etikett auf einem Holztisch

Es ist der erst zweite Jahrgang eines pensionierten Aussteigerpaares, das sich den Traum vom eigenen Wein erfüllen wollte. So gut, dass seine Weine es bis auf die Weinkarten der besten dänischen Restaurants und die der berühmtesten Weinbar des Landes, der Ved Stranden, geschafft haben.

Die Flasche mit grünem Etikett im Sonnenuntergang

Der Solaris wurde im Oktober geerntet, hat sagenhafte 14,5 % Alkohol bei spürbarem Restzucker und erinnert an Sauvignon Blanc. Überraschend gut gemacht! Der Zucker stört keineswegs, der hohe Alkoholgehalt ist kaum merkbar. Zart rauchig, würzig, lang am Gaumen. Passt! Flasche leer.

Das Rückenetikett auf der Flasche

Und jetzt? Einpacken und raus an den Strand. Hunger anwandern für die Nytår-Feier, die Silvester-Feier im Freudeskreis. Und wappnen für die Neujahrsansprache der Königin, denn die muss einfach sein. Und dann kocht die japanisch-dänische Freundin der Freundin Hummer und mehr. Soll sein! 

Ein Blick auf die buntgefärbten Felsen am Strand

Godt nytår!

syl

Schwarzer Blanc de Blancs zum 2. Advent Montag 2018-12-10

Wenn der Ruf aus dem mittleren Burgenland erschallt, gibt es kein Halten. »Was nimmst denn du mit?«, lautet meist die direkt auf die Einladung folgende Frage der Weinjournalistin. »Muss schauen, was ich Sprudeliges im Keller hab«, die Antwort. Und meist findet sich was Passendes.

Ein Ausschnitt der schwarzen Flasche mit Etikett auf einem roten Stockerl, dahinter ein Glas

In diesem Fall fand sich der Blanc de Blancs Zero Dosage 2010 der Ebner-Ebenauers, eine große Flasche Waldbier 2018 und der aus Glonn höchst persönlich importierte Riesling Mosel Trocken (Alter)native 2016 von Clemens Busch, auf den wir dann vollkommen vergessen haben. Sei's drum, spätestens dann, wenn der in Traminer geschmorte Hase auf den Tisch kommt, wird er dran glauben müssen.

Am Abend selbst holte der gastgebende Karikaturist für uns und die gastgebende angehende Weinakademikerin so mancherlei blind zu Verkostendes aus dem Keller. Weil sie sich schulen muss und wir anderen gerne raten und so tun, als ob wir's wüssten. Es war dann genau richtig, nicht zuviel Alkohol, aber auch nicht zu wenig.

Tags darauf nach dem ausgiebigen Frühstück und einem weitläufigen Waldspaziergang wurde »weitergearbeitet«. Wieder blind versteht sich. Es kam der mitgebrachte Schaumwein in die Gläser. Ein leicht irritierender, weil exotischer Duft war als Erstes wahrnehmbar, wenn man von der tiefgelben Farbe des Schaumweines absieht. Das Exotische verschwand nach kurzer Zeit und machte zarter Frucht und leichten Briochenoten Platz.

»Frankreich eher nicht in der Nase, am Gaumen könnt's schon sein. Wenig oder keine Dosage«, so die Weinjournalistin. »Sehr sehr fein, gut gereift, Chardonnay-Aromen, es könnte ein Blanc de Blancs sein, gute Säure und salzig«, die angehende Weinakademikerin. G'lernt is g'lernt. »Der erinnert mich ein bissl an einen deutschen Sekt, den wir letztens getrunken haben«, der Karrikaturist, »aber ich hab soundso keine Ahnung.« Die angehende Weinakademikerin: »Bei der Prüfung letztens gab es einen Exoten, einen kalifornischen cool climate Sprudel von Roederer, der war super gut. So etwas könnte es sein. Auf jeden Fall ist der großartig, vielen Dank, dass du ihn mit uns teilst!«

Sehr gerne! Diese Weinviertler Preziose mit so lieben Freunden zu genießen, macht ihn umso wertvoller. Und so bleibt der sieben Jahre auf der Hefe gelagerte Blanc de Blancs von schweren kalkhaltigen Lössböden noch um ein ganzes Eck schöner und auch länger in Erinnerung. Er hat das 2. Licht am Adventkranz hell erstrahlen lassen.

Weingut Ebner-Ebenauer
Laaer Straße 5, 2170 Poysdorf
www.ebner-ebenauer.at
syl

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