Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Wir kennen uns jetzt aus mit dem VDP! Mittwoch 2012-04-25

Wenn man sich mit der neuen VDP- Lagen-Klassifizierung schon einmal auseinander setzen muss, kann man den neuen Wissensstand hier praktischerweise gleich noch- mals verbraten.

Der »VDP. Die Prädikatsweingüter« ist der 1910 gegründete Verband der besten 200 Weingüter Deutschlands.

Screenshot der VDP Website

Seit 1998 setzt er auf ein Herkunftsprinzip in Anlehnung an Burgund: Ganz oben auf der Pyramide stehen die Lagenweine, darunter befinden sich die Ortsweine und den breiten Sockel bilden die Gutsweine. Je detaillierter die Herkunft also angegeben ist, umso höher die Qualität. Die besten der besten Lagen dürfen sich bis einschließlich Jahrgang 2011 »Erste Lagen« nennen, mit 2012 gibt es hier eine Änderung:

Die »Ersten Lagen« werden in »Grosse Lagen« umbenannt, weiter unten in der Pyramide stehen dann wie gehabt wieder die Orts- und Gutsweine. Zwischen Ortslagen und Grosse Lagen werden als Option »neue« Ersten Lagen eingeschoben, sie gelten für die sehr guten Lagen. Alle weiteren Lagen dürfen am Etikett nicht mehr angeführt werden. Die Grossen Lagen werden in den Regionen Schritt für Schritt neu festgelegt, danach folgen die Ersten Lagen. Lagenweine sind also hinkünftig noch mehr als jetzt ein echter Hinweis auf Qualität.

Die Bezeichnung »Grosses Gewächs« darf ab 2012 für alle trockenen Weine aus Grossen Lagen verwendet werden. Prädikate gelten in Zukunft nur noch für restsüße Weine, also süße Spätlesen, Auslesen, Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen.

Alles ein bisschen kompliziert zu lesen. Aber in der Umsetzung wird es dann einfacher, weil für alle VDP-Regionen vereinheitlicht. Und wir freuen uns auf jeden Fall auf zahlreiche Kartons mit Guts-, Ort- und Lagenweinen. Und besonders über das eine oder andere Flascherl Grosse Gewächs für besondere Stunden.

www.vdp.de
syl
Es kann nur einen geben! Sonntag 2012-04-22

160 bis 300 verschiedene Arten Asparagus gibt es auf diesem Planeten. Und immer handelt es sich um krautige, ausdauernde und verzweigte Pflanzen oder Halb- stauden. Was mir vollkommen wurscht ist. Alles, was mich interessiert, ist der Gemüsespargel. Und den will ich essen!

Ein Bündel weisser Spargel

Aber bis es soweit ist, heißt es Ausdauer und Geduld. Standhaftigkeit. Spargel aus Chile, keine Chance! Aus Spanien, njet! Selbst der aus Ungarn, no way! Rein der Inländer darf in den Topf. Das ist oberstes Prinzip. Einerseits natürlich aus Über- zeugung, weil im Winter auch keine Tomaten in den Salat kommen. Andererseits, weil die Vorfreude so groß und brickelnd ist.

Und dann, wenn's so weit ist, ist Genuss. Voll auskostend. Wissend, dass er nicht ewig währt. In allen Varianten, Lebenslagen, Macharten. Immer aufs Neue, und kaum dass es vorbei ist, geht's schon wieder. Gekocht, gebraten, kalt und warm, warm und kalt. Mit Vinaigrette oder Butter, solo oder als Beilage, mit Fisch oder Fleisch, mit Schinken und ja, auch mit Ei, wenn's denn unbedingt sein soll. Knackig auf alle Fälle muss er sein und frisch. Und schon kann's wieder losgehen. Spargelkamasutra!

syl
Kuishimbo. Endlich. Samstag 2012-04-21

Wie lange kann es dauern, ein von vielen gelobtes Lokal um die Ecke, in das man immer schon einmal gehen wollte, auch wirklich aufzusuchen? Lange. Der Wunsch von havel & petz, im winzig kleinen, unspektakulären Kuishimbo gleich bei der U-Bahnstation Kettenbrückengasse zu speisen, war also ein lang gehegter. Diese Woche ging er in Erfüllung. Ganz unspektakulär. Eine Eingebung beim aufkommenden Hungergefühl könnte man sagen, und wir traten den Weg an.

Und gut war es.

Die Speisekarte im Kuishimbo
Klein, so klein, dass keine Reservierungen entgegengenommen werden. Unser Begleiter wähnte sich beim Eintreten sofort in Soho, wir freuten uns einfach dazusein und widmeten uns der »Speisekarte«. An der vertäfelten Holzwand aufgeklebte Zettel in großer Zahl. Nach der ersten gefühlten Überforderung dann die Bestellung. Horenso, marinierter Spinat. Korroko, Kroketten nach japanischer Art. Onigiri, Reisdreiecke in Seetang, in verschiedenen Geschmäckern. Teriyaki Teishoku, gebratenes Hühnerfleisch mit Teriyakisauce.
Mittagstisch im Kuishimbo

Jedes Gericht war in sich stimmig, die Aromen vielfältig, fein aufeinander abgestimmt, unaufdringlich aber selbstbewusst. Das Service war herzlich und rasch, das Bier kühl, die Preise sehr kulant, die Zufriedenheit groß. We'll be back.

Kuishimbo, Linke Wienzeile 40, 1060 Wien.

Ruth

Auch nicht recht viel weiter weg Donnerstag 2012-04-19
Wein aus dem Karst. Das Mitbringsel einer lieben Freundin, das schon lange im Kühlschrank geruht hatte, um auf den richtigen Moment zu warten. Abgesehen davon, dass der theoretisch immer ist, war er praktisch betrachtet nun endlich gekommen. Meist ist ein Schluck Wein am Nachmittag der bessere Kaffee. Der bessere Ristretto ist Malvazia von Škerk (sprich »Schkerk«) aus dem Triester Karst, gewachsen auf Roterde, Kalk und Eisen. Malvazia ist die weiße Hauptrebsorte der Region. In der skerk'schen Form schmeckt sie erdig, nach Kräutern, salzig und sehr komplex und vielschichtig.
Eine Flasche Malvazia von Skerk

Die Kollegin vergleicht die Weine ja gerne mit Männern: erdig eben, aber gleichzeitig ein Intellektueller und fein soll er sein mit einem gewissen Sexappeal.

Die Freundin kennt den Winzer. Ähnlich wie die Kollegin hat sie Sandi Škerk auch beschrieben. Sehr ansprechend, still, zurückhaltend, fein und intellektuell. Innerlich. Äußerlich sehr ansprechend, vielschichtig, ...

Der Karst ist ja nicht weit weg. Fast ums Eck, nur wenige Stunden Fahrt sind es, das vergisst man allzu leicht. Wir sind also demnächst dort. Ausschließlich wegen des Weines selbstverständlich!

www.skerk.com
syl

Das Gute liegt so nah Dienstag 2012-04-10

Das Timing hätte perfekter nicht sein können. Die Fischlieferung aus dem Salzkammergut kam wie gerufen. Musste ich mich letzte Woche über so manche Fischerei-Praktiken der EU echauffieren, schwelge ich heute. Denn das Gute liegt so nah.

Markus Moser, Bio-Fischzüchter im Salzkammergut und glücklicherweise Familienmitglied, hat wieder einmal Saiblinge geräuchtert (im Tiefschnee!) und ein paar davon bei uns vorbei gebracht. Zartere und frischere ess ich sonst nie.

Drei ganze Saiblinge
Ziemlich genau in der Mitte zwischen Traunsee und Attersee tummeln sich des Fischers Fische in von der Aurach ständig mit Frischwasser versorgten Teichen. Wer will, kommt am Wochenende selbst angeln. Wer Glück hat, kommt, wenn der Fischer selbst da ist und das Fischgrillfeuer hütet.
Ein Teller Spaghetti mit Saibling

Ob gegrillt, geräuchert (ganz dezent und wunderbar elegant), in der Pfanne mit Salz und ein bisschen Semmelbrösel (-bröseln?) gebraten oder im Rohr, die Fische sind ganz großes Kino. Man kann aber auch ganz was anderes aus ihnen machen.

Höchstwahrscheinlich inspiriert von meiner aktuellen Lektüre (Anthony Bourdain: Ein Küchenchef reist um die Welt, auch ganz großes Kino) warf ich heute ganz nonchalant den Herd an, schwitzte frischen Knoblauch und kleine Bio-Tomaten in Olivenöl an, fügte gestückelten Räuchersaibling dazu, nach cirka 30 Sekunden dann Spaghetti al dente. Ein Spritzer Olivenöl, ein paar Spritzer Zitronensaft, frischer Pfeffer, ein paar Blätter Basilikum. Stupendo.

Es gibt also genau keine Ausrede, wenn's darum geht, beim Fisch zum richtigen zu greifen. Wir haben in Österreich mittlerweile Gott sei Dank genügend Alternativen.

www.salmos.at

Ruth

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ruth havel & sylvia petz
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Aids-Schleife HERZLICH WILLKOMMEN IN UNSERER BASSENA!

 

Hier lässt sich's tratschen oder »havelundpetzen«. Wie früher an der Bassena, dem Wasserbecken in den Gängen der Wiener Wohnhäuser, wo oft der einzige Zugang zu Fließwasser war. Neues aus der Branche, Trouvaillen aus Küche und Keller, die besondere Lokalentdeckung und so manches, was uns am Herzen liegt, werden wir hier erzählen. Diskutieren Sie mit uns, widerlegen Sie uns oder noch besser, geben Sie uns Recht. Wir freuen uns auf jeden Fall auf Ihren Input!

DIE THEMEN:
> Der praktizierte Genuss
Wo wir waren und wo es uns gefallen hat. Gänzlich subjektive gastronomische Eindrücke ohne Sterne, Pünktchen und Gläser. Manchmal geht es aber auch um andere genussvolle Dinge.

> Bag-In-Box
Hier geht es um Dinge, die uns oder andere zu Recht oder Unrecht freuen oder ärgern aber auf jeden Fall bewegen. Wie der Bag-In-Box. Eine Schachtel mit Sackerl mit Flüssigkeit. In die man nun auch in Österreich Wein abfüllen darf. Was hitzige Debatten hervorruft.

Bag-In-Box also. Wussten Sie übrigens, dass sein antiker Vorläufer ein Schlauch aus Ziegenleder war und schon damals zur Aufbewahrung von Wein diente?

> Herr Rabl
Der Mann mit der feinen Klinge ist da. Alexander Rabl, pointierter Gastrokritiker des österreichischen Gourmet-Magazins A LA CARTE nun auch in der Bassena. Ab sofort und ohne Maulkorb. havel & petz übernehmen keine Haftung. Für den Herrn Rabl. Denn der Herr Rabl ist vollkommen unberechenbar.

> Grätzel
Wo es uns gefällt. Wir freuen uns über unser ruhig gelegenenes urbanes Büro im unteren Gumpendorfergrätzel. Denn hier in der Nähe des Naschmarktes tut sich's.

> Purple Wine
Purple Wine
und ein herzliches Dankeschön an Jancis Robinson MW.

Wir freuen uns sehr, Ihnen hier Auszüge einiger Filme aus Jancis Robinson's Wine Course, ausgezeichnet mit dem James Beard Award, zeigen zu dürfen.

> Schweinemeise
Ein bisschen Speisenkarten-sprachbewahrerinnen möchten wir hier sein. Über entsprechende Beispiele aus dem In- und Ausland freuen wir uns ganz besonders!