Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

Die Übergabeprofis: sich der Rollen bewusst werden und sie klar definieren Dienstag 2017-05-02
Irgendwie klingt es ja paradox: Da soll etwas definiert werden, das seit Jahren – mehr oder weniger gut – läuft. Etwas, das implizit sowieso entsteht. In jedem System, sei es eine Familie, ein Unternehmen oder eine andere Art von Team. Die Rede ist von den ROLLEN.
Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Jeder und jede von uns hat nicht nur eine, sondern mehrere Rollen im Leben inne. In einem Familienunternehmen überschneiden sich die privaten und beruflichen, und das macht häufig alles ein bisschen komplexer als sonst. Warum lohnt es sich nun, sich diese Rollen gerade im Zuge einer Betriebsübergabe näher anzusehen? Weil sowohl die Übergeber als auch die Übernehmer nach dem Übergabeprozess neue beruflichen Rollen einnehmen. Und dieser Wechsel wirkt sich auch auf die privaten aus.

Wenn das traditionelle Familienoberhaupt, in unserem Fall Vater Herbert, auch im Betrieb das Sagen hat, ist die Rollenverteilung relativ klar. Da wie dort gibt jemand den Ton an. Ob das gut oder schlecht ist, ob sich die anderen damit wohlfühlen oder nicht, ist davon unbenommen. Fakt ist, dass der Inhaber die beiden Rollen im Normalfall ohne innere Widersprüche einnimmt. Und auch für die anderen ist klar, wer in letzter Konsequenz die Entscheidungen trifft und das Ruder in der Hand hat. In unserem Szenario zieht Herberts Frau Angela in der Familie zwar die Fäden im Hintergrund, nach außen steht aber Herbert an der Spitze. Eine interne Übereinkunft der Eheleute, die sich jahrelang eingespielt hat.

Mit der Betriebsübergabe gibt Herbert nun die Führung des Weinguts ab. Im Idealfall bewusst und mit allen Konsequenzen. Im Familiensystem ändert sich de facto nichts, im Familienunternehmen jedoch sehr wohl.

Und hier liegt eine GROSSE CHANCE: Wenn die Familienmitglieder es schaffen, über diese Rollenwechsel offen zu sprechen, einander zu fragen, wie es dem jeweils anderen damit geht und was er sich für die Zukunft wünscht, legen sie damit einen Grundstein für ein konstruktives Miteinander. Etwaige Sorgen und Ängste kommen so auf den Tisch und können gemeinsam besprochen werden. Ein gemeinsames Zukunftsbild schafft Klarheit und stärkt das gegenseitige Vertrauen.

Ein Tipp für die PRAXIS: Schreiben Sie die unterschiedlichen Rollen jeweils auf einen Zettel oder eine Karte und legen Sie sie am Boden oder Tisch auf. Der »Blick von oben« bringt neue Perspektiven, Themen wie Rollenkonflikte, -überschneidungen oder -unklarheiten können so leichter besprochen werden.

Ein großer Schritt ist getan, wenn allen Beteiligten klar ist, wie wichtig eindeutige Rollen – und damit im besten Fall auch Aufgaben – für ein harmonisches Miteinander und den Unternehmenserfolg sind. Die bewusste Trennung der familiären und beruflichen Rollen kommt dabei besondere Bedeutung zu. Und das nicht nur im Zuge einer Weingutsübergabe. Uns ist völlig klar, dass es nicht möglich ist, sich im Alltag ständig theoretisch mit dem Thema zu befassen. Wenn es den Beteiligten jedoch gelingt, sich immer wieder einmal der eigenen unterschiedlichen Rollen bewusst zu werden und zu überprüfen, ob das eigene Verhalten der jeweiligen Rolle entspricht, ist viel gewonnen. Denn damit rücken auch die Rollen der anderen regelmäßig in den eigenen Fokus. Gegenseitige Rücksichtnahme und der Respekt für das Tun der anderen werden so Zug um Zug selbstverständlich und erleichtern die Zusammenarbeit und nicht zuletzt das Zusammenleben.

=> Demnächst lesen Sie, wie es in unserem Übergabeprozess weitergeht.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

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Die Übergabeprofis - die ROLLEN Mittwoch 2017-04-26
Nennen wir sie ANGELA & HERBERT: die Eltern. JOHANNA & PETER: die Tochter und der Schwiegersohn. Wie wir gesehen haben, tun sich die Eltern eher schwer damit, dass jetzt Leute von außen »einfach daher kommen«, um bei der Übergabe zu helfen. Sie hätten schon gewusst, was sie zu tun haben. Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Johanna und Peter ihrerseits wissen, dass die Pläne der Eltern für sie so nicht passen. Dass sie um ihre Zukunft streiten müssten. Weshalb nun wir mit an Bord sind. Die Eltern wollen sich das – zögerlich und skeptisch – nun aber gerne einmal anschauen.

Wir klären nun die ROLLEN: die in der Familie, die im Weingut. Wie sie jetzt sind und wie sie sein sollen. Auf einen ersten noch etwas oberflächlichen Blick sieht es zur Zeit so aus:

SYSTEM FAMILIE: Herbert ist nach außen das Oberhaupt. Klassisch, traditionell. Angela aber zieht im Hintergrund die Fäden und sagt in Wirklichkeit, wo’s langgeht. Johanna ist das einzige Kind, auch für sie hat der Vater das Sagen. Peter fühlt sich von den Schwiegereltern nicht angenommen.

SYSTEM WEINGUT: Herbert hat bisher das Weingut alleine geführt. Angela hat sich um Buchhaltung und Büro gekümmert. Sie ist eher nicht in Erscheinung getreten. Herbert hätte sich lieber einen Sohn als Winzer gewünscht, nun muss er seiner Tochter das Weingut übergeben. Von seinem Schwiegersohn Peter, einem Quereinsteiger am Weingut, hält er grundsätzlich nicht viel. Herbert hält die Zügel fest in der Hand, weil er den Jungen die Aufgabe nicht wirklich zutraut. Angela hört Gott ergeben auf ihren Mann. Johanna und Peter müssten längst ans Ruder, wissen aber nicht wie. Ob der Vater sie je lässt?

Wir müssen die Rollen als nächstes eingehender ansehen und sie für beide Systeme klar definieren.

=> Wie wir das tun, folgt hier demnächst.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

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Die Übergabeprofis: Wir reden mit den Eltern Mittwoch 2017-04-19

Nun gut, der erste Termin mit den Eltern, die nicht wirklich davon überzeugt sind, dass »darüber reden« etwas bringt, steht an.

Teil 4: Wie läuft dieses – durchaus kritische – Gespräch also ab?

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Egal in welches Gespräch man mit wem hineingeht, davor gilt es, die eigene innere Haltung zu hinterfragen. Sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und für sich zu klären, welche Ziele man erreichen möchte. Für uns als Beraterinnen geht es um Respekt vor den Meinungen aller, Unvoreingenommenheit, Allparteilichkeit und neutrale Sichtweisen so gut es geht. Unser Ziel ist es, eine gute und tragfähige Gesprächsbasis für den gesamten Übergabeprozess zu schaffen.

Für die direkt Betroffenen, sprich Eltern, Kinder oder sonstige Involvierte, ist das natürlich ungleich schwieriger. Und trotzdem sollten auch für sie Respekt, Wertschätzung und eine gelungene Übergabe als gemeinsames Ziel im Vordergrund stehen.

In unserem Praxisfall geht es beim ersten Gespräch wie schon erwähnt ganz klar um Vertrauensaufbau. Das heißt: die Eltern erst einmal reden lassen. Um Dampf abzulassen, alles auf den Tisch zu legen, die Meinung sagen zu können ohne sofortigen Widerstand und nicht zuletzt jemanden gegenüber zu haben, der aufmerksam und interessiert zuhört. Und Fragen stellt. Klingt vielleicht komisch, aber oft nicht mehr selbstverständlich: Mit jemandem sprechen, der wirklich konzentriert und mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuhört und mit ehrlichem Interesse Fragen stellt.

Sobald klar ist, dass wir die Sorgen und Ängste der Eltern ernst nehmen, eine neutrale Haltung haben und auf dem Weg zum Ziel – der gelungenen Übergabe für alle – unterstützen möchten, wird offene und ehrliche Kommunikation möglich.

Hier im Überblick hilfreiche Voraussetzungen für gelungene Gespräche ganz allgemein:

* eine wertschätzende, respektvolle und vorurteilsfreie innere Haltung
* ehrliches Interesse am Gegenüber
* aufmerksam und interessiert zuhören
* nicht interpretieren und bewerten, sondern zuhören und hinterfragen: »fragen statt sagen«
* andere Meinungen und Sichtweisen akzeptieren (was nicht heißt, dass man mit diesen auch einverstanden ist)
* das gemeinsame Ziel des Gesprächs immer im Auge behalten

Wer diese Punkte berücksichtigt und sich bewusst macht, legt einen wichtigen Grundstein für gute Gespräche.

=> Demnächst geht's weiter!

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Die Übergabeprofis – Der Start in unserem Praxisfall Sonntag 2017-04-16

Papier ist geduldig. Und ein Blog im Internet ebenso. Was in der Theorie Hand und Fuß hat, muss auch in der Praxis bestehen.

Teil 3: Wie gehen wir die Sache also in unserem Fallbeispiel an?


Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

Sich mit der gesamten Familie an einen Tisch zu setzen und die Übergabe von der einen an die nächste Generation mit all ihren Begleiterscheinungen zu besprechen, ist aus unserer Erfahrung ein guter Start. Denn wir sind überzeugt, dass eine regelmäßige, offene und ehrliche KOMMUNIKATION die halbe Miete ist. Doch was tun, wenn – wie in unserem Fall – die Jungen das genauso sehen, die Übergeber jedoch nicht? Was, wenn schon die Frage »Externe Unterstützung ja oder nein?« zu unangenehmen und aufreibenden Diskussionen führt? Was also, wenn der erste gemeinsame Tag – wie im vorigen Posting beschrieben – nicht so einfach umzusetzen ist? Hier kann die Frage nach dem gemeinsamen Ziel, nach der Zukunft für die Zeit nach der Übergabe helfen.

* Was eint uns, wenn wir uns vorstellen, dass uns die Übergabe gemeinsam gut gelungen ist?
Über das Wie der Übergabe herrscht zu Beginn sehr oft Uneinigkeit. Es ist häufig noch völlig unklar, wer danach welche Rolle, Aufgaben und Verantwortungen hat. Oft steht noch nicht einmal fest, ob überhaupt jemand aus der Familie übernehmen wird und wer das sein könnte. Und doch gibt es (fast) immer ein gemeinsames Wunschbild: Dass schlussendlich alle Familienmitglieder mit den Entscheidungen, die getroffen wurden, zufrieden sind.

Dieser Fokus auf ein positives Ziel, und sei es am Beginn noch so unklar und schwammig, ermöglicht es, die Aufmerksamkeit und die Energie der Beteiligten weg von »Alt gegen Jung«, von »unsere Vorstellungen versus eure Vorstellungen« zu lenken. Der Blick kann im wahrsten Sinne nach vorne gerichtet werden, die viel zitierte Lösungsorientierung wird erleichtert.

Wie sieht das in unserem Fall konkret aus? Wir greifen zum Telefonhörer und fragen die Eltern, was sie sich für die Übergabe am meisten wünschen. Die Antwort: »Dass wir uns guten Gewissens zur Ruhe setzen können und das Gefühl haben, dass unser Lebenswerk in guten Händen ist.«

Unser Angebot für ein unverbindliches Erstgespräch, in dem wir erklären, was wir aus unserer Sicht dazu beitragen können, dieses Ziel zu erreichen, ist die Basis. In einem ersten Schritt sprechen wir nur mit den Eltern, so kann Vertrauen entstehen. Bei einem darauf folgenden Gespräch mit beiden Generationen werden dann die nächsten TO DOs besprochen.

=> Welche Themen in diesem ersten Gespräch auf den Tisch kommen, folgt übermorgen Donnerstag.

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Die Übergabeprofis - Wie wir's angehen Freitag 2017-04-14

Manchmal ist der Donnerstag auch der Freitag, so eng wollen wir's nicht sehen. Aber kommen wir zum Thema:

Teil 2: WIE gehen wir's in den ÜBERGABE-BERATUNGEN an?

Nun, der allerallererste Schritt ist der, dass wir uns

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

mit der gesamten Familie zusammensetzen, miteinander reden und viele Fragen stellen. Und die allererste Frage lautet generell:

* Warum sitzen wir hier?
Das ist die wichtigste Frage überhaupt. Denn oft ist der Prozess schon in Gange und stockt aus irgendwelchen Gründen. Oft sind es Unsicherheiten der Eltern, die sich fragen, ob sie es so richtig machen. Oft sind es die Kinder, die es dann doch so nicht wollen. Oft sind es auch Reibereien, die sich auftun, und sehr oft sind es die unausgesprochenen Dinge, an die sich die Übergebenden und/oder Übernehmenden nicht herantrauen, um sich oder andere nicht zu verletzen.

Die pragmatischeren Fragen sind:
* Wann soll übergeben werden & warum?
* Was soll übergeben werden & warum?
* Wie soll übergeben werden & warum?
* An wen soll übergeben werden & warum?
* An wen soll nicht übergeben werden & warum?
* …

Aus den Antworten und Stimmungen in der Familie ergibt sich das Weitere. Ein erster gemeinsamer Tag, an dem wir die Weichen stellen und uns anschauen, was das eigentliche Ziel ist. Ein Tag, an dem vor allem die ROLLEN geklärt werden. Die in der FAMILIE und die im WEINGUT. Die, wie sie JETZT sind, und die, wie sie DANN sein sollen. Und die, die im PROZESS wichtig sind.

=> Wie das in unserem FALL aussieht, folgt kommenden Dienstag.

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