Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

A very moment Dienstag 2012-01-24

Haben Sie es auch bemerkt, dass wir hier ziemlich nachlässig geworden sind? Tote Hose in der Bassena. Nicht, dass wir nicht wollten. Im Gegenteil! Uns fehlt es grad nur mächtig an der Zeit. An der Muße.

Dabei haben wir seit einiger Zeit Unterstützung. Ja, wir sind drei! Aber zu Mirjana ein andermal. Ganz ausführlich. Geht sich grad nicht aus.

Illustration einer Person, die auf einem Hügel meditiert
Deshalb nur ganz kurz zu diesem einen Moment. Den wir, wenn es wirklich wild wird oder einfach zwischendurch, auf Knopfdruck finden können. Am Schreibtisch, am Häusl, in der U-Bahn. Er geht keinem ab. Und es funktioniert! Grad ausprobiert. How to meditate in a moment.
syl
Ein Plädoyer für die Forelle Dienstag 2012-01-17
Das Leben kann ganz schön hart sein zu einem, wenn man gegessen wird. Aber da muss man durch. Insbesondere dann, wenn man eine Regenbogenforelle aus biologischer Zucht ist und man fast fangfrisch als Müllerin in der Pfanne landet. So zart und fest, fein aromatisch, dass an das Foto erst nach dem Genuss gedacht wurde.
Ein Teller mit Forellen-Gräten

Das muss ein weitgereister Fisch einmal hinkriegen. Das Zarte, Feste, Frische. Schon klar, ein Branzino frisch aus dem Meer kann das auch. Aber eben bloß am Meer und nicht hier. Hier kann's der Hecht, hier können's die Forellen. Andere Süßwasserfische auch. Aber das hier ist ein Plädoyer für die Forelle. Weil sie eben so zart und fest und fein ist ... Also ran an sie. Unerklärlich, warum sie plötzlich weg war von den Restaurantkarten. Aber nach und nach poppt sie wieder auf.

Abgesehen von allem, diese abgenagte hier war perfekt am Punkt. So, dass das große Kind, das in der Zwischenzeit stolz und wie ein Profi filetiert, meinte: »Ein Spitzenkoch könnte das nicht besser!« Der große Bruder möge verzeihen. Das kleine Kind hingegen, gerade am Höhepunkt seiner empathischen Karriere, konnte nicht einmal zusehen. Dieses Kind muss zur Zeit das jämmerlichste weil dünnste Hendl mit nach Hause nehmen, »weil es ja sonst keiner kauft« (hab ich gekauft). Oder den kümmerlichsten Christbaum mit den beiden Wipfeln (hab ich nicht gekauft).

Immer wieder erbarmt sich meine Seele aber frischer Forellen. Auch wenn die dafür ihr Leben lassen müssen.

Die (betrogene) Forelle

syl
Gut Ding braucht Weile Sonntag 2012-01-15

Auch wenn havel & petz bekannt dafür sind, zu Mittag regelmäßig frisch zu kochen und ihr Mahl mit Silberbesteck und Küchenrollenabrissteilen statt Servietten zu verspeisen, hie und da verlassen wir die büroliche Küche und essen auswärts. Dieser Tage verschlug es uns ins Vietthao in der Friedrichstraße.

Für all jene, die sich fürs Essen wirklich Zeit nehmen wollen, ein wunderbares Ziel. Vietnamesische Küche, wie wir sie uns wünschen.

Vietthao Logo

Besser gesagt vorstellen, ohne je in Vietnam gewesen zu sein. Wer also für den Prozess vom Platz-Nehmen übers Warten, übers Gustieren und Wählen, übers Bestellen, übers Warten bis zum Essen die Muße hat, es zahlt sich aus! Die Weile war schon ganz schön lang, die Dinge dann aber auch wirkich gut. Und sooo schlecht ist eine verlängerte MIttagspause wieder auch nicht.


Wasserspinat im Vietthao

Ganz speziell in Erinnerung geblieben sind der Pomelo-Salat, sehr erfrischend, das Rindfleisch mit (auf?) Mango, das Gemüsecurry mit Tofu und der Wasserspinat (siehe Foto). Ach ja, Garnelen waren auch dabei, wie alles andere auch wunderbar gewürzt. Die eine besondere Vorspeise ist mir leider entfallen, irgendwie hab ich im Kopf, dass es getrocknete Garnelen mit Bohnenpaste waren. Aber leider, ein Nudelsieb mein Hirn.

Die Karte des kleinen Lokals bietet reichlich Auswahl ohne überladen zu sein, und - zumindest in unserer Runde - war jedes Gericht für sich etwas ganz Besonderes.

Fein, wenn eine Runde aus vier Frauen so zusammentauscht. Kreuz-und-quer-Essen mit Stäbchen.

Das Vietthao auf Facebook

Ruth

Ein genialer Kunde Donnerstag 2012-01-05

In der aktuellen Ausgabe des Newsletters »The Wine Advocate« wurde geschrieben, was Jens Priewe auf www.weinkenner.de zitierte und havel & petz jetzt auch noch bloggen.

Muss das sein? Jawoll, muss sein. Denn einer unserer Kunden kommt dabei ziemlich gut weg. Und das muss unter die Leut. Finden wir.

Etikett des Battenfeld Spanier Frauenberg Riesling GG 2010

David Schildknecht, seines Zeichens (unter anderem) Deutschland-Verkoster für Robert Parker, lässt Leserinnen und Leser in dem am 23. Dezember erschienenen Newsletter an seinem Resümée zu deutschen Rieslingen des Jahrgangs 2010 teilhaben. Und zwar vorab einmal zu jenen aus den Anbaugebieten Rheinhessen und Nahe. Und was wir da über trockenen Riesling in Rheinhessen lesen, erfreut unser Weinherz.

Die unangefochtene Nummer eins ist, wieder einmal, Klaus-Peter Keller. Sein Großes Gewächs »Brunnenhäuschen-Abtserde« erhält mit 96 von 100 Punkten die höchste Bewertung. Den zweiten Platz teilen sich ex aequo Gunderlochs »Niersteiner Pettenthal« und Wittmanns »Westhofener Brunnenhäuschen« mit je 92 Punkten. Und dann folgen auf Platz drei am Stockerl, tataa, zwei Weine aus dem Hause von H.O. Spanier. Je 91 Punkte erhalten seine Großen Gewächse »Kirchenstück« und »Frauenberg«. Somit schafft »unser Deutscher« es als einziger mit zwei Weinen in die obersten Ränge. Wir gratulieren! Umso mehr, als die Kollegin erst kürzlich übers Absahnen bei Falstaff berichtet hat.

Und, welch Freude, der Winzer wird am Weltweinfestival in Wien teilnehmen! Von 14. - 17. März können seine Weine also im Palais Coburg verkostet werden (mehr Infos gibt's hier).

Ganz hervorragend offenbar und ebenfalls mit 91 Punkten bedacht der Lagen-Riesling »Dittelsheimer Geyersberg« vom Nicht-VDP-Weingut und Message-in-the-Bottle-Winzer Stefan Winter. Frau Petz, sollten wir den einmal kosten?

Quelle: www.weinkenner.de

Ruth

Weinpreispurzeln Donnerstag 2012-01-05

Na bitte, die Tollheit hat ein Ende. Die Fine-Wine-Preise sind letztes Jahr abgestürzt. »Most dramatic fall since 2008«, schreibt der Decanter. Laut Liv-ex (London International Vintners Exchange) sind die Preise der 100 meist gehandelten Weine von Juni bis Dezember 2011 um 22.5 % gefallen. Der größte Absturz seit dem Beginn der Rezession vor vier Jahren. Damals im Dezember 2008 waren die Preise um 22 % gefallen.

Naturgemäß sind es die teuersten Weine, die Top-Bordeaux, die am schnellsten abstürzen, meint dazu Liv-ex-Chef Justin Gibbs.

Etikett des Chateau Lafite Rothschild 2008

Ein weiterer Index ist der Live-ex Claret Chip. Er listet ausschließlich die Ersten Bordeaux-Gewächse zurück bis Mitte der 1980er. Hier ist für die zweite Jahreshälfte 2011 sogar einen Preisverfall von 26 % verzeichnet.

Der Rekordabstürzler ist der Lafite 2008. Er lag im Jänner 2011 bei seinem Höchstand von £ 14.043 für die Kiste (1.380 Euro/Flasche), jetzt liegt der Preis um 45 % reduziert bei £ 8.108 (818 Euro/Flasche). 28 % Wertverlust waren es im Vergleichszeitraum Juni bis Dezember 2011. Im Oktober 2010 war dieser Wein im Wert über Nacht um 20 % gestiegen, als bekannt geworden war, dass auf dem Etikett das chinesische glücksverheißende Zeichen für die Ziffer Acht aufscheinen würde.

Im Gegensatz dazu haben sich top Zweite Gewächse wie Leoville-Las-Cases und Cos d’Estournel im allgemeinem Absturz großartig geschlagen. Leoville verlor knappe 4,5 Prozentpunkte (jetzt bei £ 2,315), der Preis ist also recht konstant. Die Zweitweine der Ersten Gewächse und hier zum Beispiel der Chateau Margaux Pavillon Rouge 2008 (von £ 1.570 runter auf £ 854) zählen wiederum ebenfalls zu den Verlierern. Fast die Hälfte ihres Wertes ist bei manchen Zweitweinen Geschichte. Der Carruades de Lafite 2008 verlor immerhin noch 29 %.

Wie auch immer, Liv-ex-Chef Gibbs hält den Markt trotz allem robust genug für manche Jahrgänge der Blue-chip-Zweitweine. Der Preis des Carruades 2005 etwa ist relativ konstant - ziemlich sicher Dank der chinesischen Nachfrage. Denn niemand in UK, Europa oder in den US sei bereit, £ 3.000 für eine Kiste dieses Weines hinzulegen.

Außerhalb Bordeaux' ist die Weinwelt übrigens noch eher in Ordnung. Die Domaine de la Romanee Conti, Chateau d’Yquem (als Nicht-Claret), manche top Weine von der Rhone und der Sassicaia waren 2011 die stärksten Marken.

Quelle: decanter.com
syl
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