Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Nachhaltiger Wein – Teil 2: Umfrage Donnerstag 2016-10-20
Im Rahmen meines Fachhochschul-studiums zum Master of CSR and Ethical Management habe ich Teil eins abgeschlossen und darf mich Akademische CSR-Managerin nennen. Meine Abschlussarbeit widmete ich dem österreichischen Wein-Nachhaltigkeitssiegel »Nachhaltig Austria«.
Eine Grafik in Orange und Rot mit diesen Daten: der Handel findet zu 81,36 %, dass nachhaltiger Wein wichtiger wird, zu 18,64 % nicht.
Ein Schwerpunkt der Arbeit war eine breite Online-Umfrage unter den Stakeholdergruppen Winzerschaft, Gastronomie, Handel, Fachpresse und (weinaffine) Private mit 9.264 Daten und einem Rücklauf von 9,3 % (864 Personen).


Diese FRAGEN habe ich gestellt:

A »Ein Wein mit Nachhaltigkeitssiegel muss für mich folgende Kriterien erfüllen«. (Mittels Checkboxen mussten 27 Kriterien mit »sehr relevant«, »relevant«, »wenig relevant« und »kein Kriterium« evaluiert werden.)
B »Denken Sie, dass Wein mit Nachhaltigkeitszertifizierung für den Konsumenten/die Konsumentin zukünftig an Relevanz gewinnt?« musste mit »ja« oder »nein« beantwortet werden.
C »Kennen Sie das Siegel Nachhaltig Austria (NHA)?« musste ebenfalls mit »ja« oder »nein« beantwortet werden.

Auf Frage A wurden insgesamt diese Kriterien als die wichtigsten für Wein genannt:
1. Verwendung natürlicher Dünger
2. Vermeidung von systemischen Herbiziden, Pestiziden, Fungiziden
3. wertschätzende Mitarbeiterführung
4. Biodiversität im Weingarten
5. gerechte Entlohnung der Mitarbeitenden

>> Hier geht es zur Auswertungsgrafik mit allen Kriterien von Frage A.

Interessanterweise wurde »Bio-Zertifizierung« als gar nicht relevant genannt. Was im Widerspruch steht zu den natürlichen Düngern, Vermeidung systemischer Spritzmittel und Biodiversität. Hier wäre es spannend zu hinterfragen, warum dies so ist. Fehlendes Vertrauen in Siegel, Unwissen über ihre Inhalte, generell zu viele Siegel, ...

Spannend ist auch, dass die Antworten der Winzerschaft vollkommen von denen der Allgemeinheit abweichen. Für sie sind diese Kriterien am wichtigsten:

1. wertschätzende Mitarbeiterführung
2. Abfallwirtschaft
3. gerechte Entlohnung
4. Gesundheits- und Arbeitsschutz
5. ex aequo schonende Bodenbearbeitung & eigene wirtschaftliche Stabilität

Auch hier tun sich so manche Fragen auf: Warum hat für die Winzerschaft nicht ihr Boden die allergrößte Priorität? Er ist die Basis für ihr gesamtes Leben, ihn zu erhalten, müsste ihnen das größte Anliegen sein und in ihrer Wesentlichkeitsskala an 1. Stelle stehen.

Die Frage B, ob die Relevanz von Wein-Nachhaltigkeitszertifizierungen zukünftig steigen wird, wurde von den Gruppen Private, Handel, Gastronomie und Presse mit zumindest 77 % bejaht, beim Handel waren es sogar 81 %. Die von der Thematik am meisten betroffene Gruppe Winzerschaft findet das nur zu knapp 60 %.

Frage C, ob NHA bekannt ist, beantworteten als direkte Zielgruppe rund 67 % der Winzerschaft mit »ja«, aber nur 37 % der Fachpresse, die von Projektträger Weinbauverband und seinem NHA-Sprachrohr Österreich Wein Marketing ebenfalls direkt angesprochen wird.

Dass der Anteil der befragten Privaten, denen NHA bekannt ist, mit 27 % vergleichsweise hoch ist, liegt mit mit Sicherheit daran, dass es sich hier um sehr weinaffine Konsumentinnen und Konsumenten handelt, die vermutlich eher Fachliteratur lesen als ein echter repräsentativer Querschnitt der österreichischen Bevölkerung.

Eine Grafik mit allen Antworten zu Fragen B und C

Insgesamt sind es spannende Ergebnisse, die den Trend zu nachhaltigem Wein ganz klar erkennen lassen. Speziell der Handel empfängt hier offenbar sehr eindeutige Signale.

Dem entspricht auch das EU-Gesetz, seit heuer nationales Gesetz, dass alle Unternehmen mit entweder mehr als 500 Mitarbeitenden, mehr als 500 Mio. Umsatz und solche, die in öffentlichem Interesse stehen wie Banken, Versicherungen etc., in ihrem Geschäftsbericht ab dem Berichtsjahr 2016 auch nicht-finanzielle Kennzahlen (also Kennzahlen zu den Nachhaltigkeitsbereichen Ökologie, Ökonomie und Gesellschaft) abbilden müssen und die Auftragsvergabe entsprechend gehandhabt werden wird. Das wird auch bis in den Weinbereich sickern. Denn Unternehmen sind auch für ihre Lieferkette verantwortlich, und sollte z.B. ein Ministerium eine Veranstaltung geben, ist es mit nachhaltig produziertem Wein auf der sicheren Seite.

Und besonders wichtig: Es fehlt noch an viel Wissen bezüglich relevanter Wein-Nachhaltigkeitskriterien. So beeinflussen Glasflaschen die CO₂-Emission mit bis zu 45 %. Man muss! also auf leichtere Flaschen umstellen, um seine Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Flugreisen leisten ebenfalls einen großen Negativ-Beitrag, für die vielreisende Winzerschaft eine echtes Thema. Hier tut Kommunikation not!

Eine nachhaltige Winzerschaft ist auf jeden Fall vorne mit dabei. Welche Kriterien hier wichtig sind, geben internationale Richtlinien und Standards vor, aber auch die relevanten Stakeholdergruppen. Dass ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess ebenfalls Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie sein muss, sagt der Hausverstand. Und dafür muss ich die Dinge messbar machen und in Kennzahlen ausdrücken. Nur wenn ich weiß, wo ich losstarte, kann ich auch ich auch wissen, wo ich hinwill.

Grafiken: Petz, Sylvia (2016): Evaluierung der Nachhaltigkeits-Zertifizierung Nachhaltig Austria für den österreichischen Weinbau unter Berücksichtigung der Sustainable Development Goals und spezifischer Stakeholderbedürfnisse. Wissenschaftliche Arbeit, FH BFi Wien.

syl

Nachhaltiger Wein – Teil 1: Wasserfußabdruck Dienstag 2016-10-18
Wein bindet Wasser. Nicht nur im Körper, was sich selten aber doch am Tag danach bemerkbar macht, sondern auch in der Produktion. Unmengen! Bewässerung spielt hier natürlich eine Riesenrolle, 70 % der gesamten Menge an Frischwassers der Erde werden in der Landwirtschaft verbraucht. Aber nicht nur im Produkt selbst, in so gut wie allen (Wein-) Produktionsprozessen wird Wasser gebunden. Bei Reinigung und Kühlung und natürlich auch in der Produktion aller Verpackungsmaterialien. Und so importieren und exportieren wir über das Produkt Wein indirekt Unmengen an Wasser.
Ausschnitt einer Flasche Wein mit einem Schild mit den Footprint-Angaben
Man (Journal of Wine Economics) weiß inzwischen, dass alleine Spanien nach Großbritannien jährlich 189 Millionen m³ Wasser gebunden in Produkten aus Weintrauben exportiert. 189 m³ Millionen! In Zeiten des Klimawandels und damit verbundener steigender Wasserknappheit – nicht nur in den südlichen Ländern –, wird dies ein Thema, mit dem sich auch die heimische Weinwirtschaft in absehbarer Zeit auseinandersetzen wird müssen. Spanien tut es offenbar schon, da dort die entsprechenden Kennzahlen vorliegen, auch Australien und Kalifornien widmen sich der wachsenden Problematik. Im Süden ist Bewässerung von Weinanlagen natürlich immer schon Alltag, in intensiv bewässerten Weingärten verbraucht man dort für eine Flasche Wein bis zu 200 Liter Wasser.


An der Universität in Bordeaux hat man nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Wasserfußabdruck für eine Flasche Wein individuell pro Weingut ermitteln lässt.

Pilot-Weingut war das Bordelaiser Château Larose Trintaudon: Für eine 0,75-l-Flasche Wein werden dort 6,2 Liter Wasser verbraucht. Hochgerechnet auf den Gesamtverbrauch wird einem wahrscheinlich schwindlig.

Neben dem Wasserverbrauch wurde für Larose Trintaudon auch die CO₂-Emission ermittelt, sie liegt bei 1,16 kg pro Flasche. Sehr spannend auch der Verbrauch an Biodiversität: Er liegt bei 2,66 m². Für ein Flascherl Wein ... Das Verfahren lässt sich natürlich an jedem einzelen Weingut wiederholen, speziell der Vergleich konventionell, biologisch und biodynamisch wäre hier ein sehr sehr spannender und würde wahrscheinlich viele Vorurteile und Mutmaßungen aus dem Weg räumen. Denn endlich gäbe es vergleichbare Werte, und das gegenseitige Hickhack und Unterstellen fände ein Ende.

Zahlen: Global Climate Change, Sustainability, and Some Challenges for Grape and Wine Produktion. In: Anderson, Kim / Ashenfelter et al: Journal of Wine Economics, Vol 11, No 1, 2016.

Grafik: Universität Bordeaux
syl

Chapeau! Total entspannt im Steirereck Sonntag 2016-10-09
Es ist lange her, dass ich im Steirereck essen war. Einerseits. weil es sich einfach nicht ergeben hat, und andererseits, weil Essen auf diesem Niveau auch für eine genusstüchtige Frau wie mich etwas ganz Besonderes ist und das auch bleiben soll. Es war das erste Mal seit dem Umbau des Restaurants 2014.
René Antrag von hinten beim Austrinken eines Glas Weins
Dies soll auch keine Restaurantkritik sein, bei der jedes Gericht in seine Einzelteile zerlegt und analysiert wird. Das machen andere, und dass das Essen im neuntbesten Restaurant der Welt auf absolutem Top-Niveau und sehr sehr gut ist, muss ich hier ebenfalls nicht weiter betonen. Ist es.

Das hier soll einfach ein »Chapeau« und »Danke« sein für ein neuntbestes Restaurant der Welt, in dem eine vollkommen entspannte Stimmung herrscht. In dem man nicht flüstern muss, sondern mit normaler Lautstärke reden und auch lachen kann. Miteinander und mit dem Service-Personal und mit der Chefin, die sich Zeit nehmen können für ein Plauscherl.

Für ein Restaurant, in dem man zu keiner Minute merkt, dass an jedem Abend für über 100 Gäste gekocht wird, weil durch die neue Architektur entkoppelte Räume entstanden sind, in denen fast Privatsphäre herrscht. In dem jedes Gericht in entspannter Perfektion auf den Tisch kommt. Was für eine Leistung bei der Menge an Couvers!

Für einen Sommelier, René Antrag, der so unglaublich gut ist, und der eine derart bewundernswerte Weinauswahl trifft (speziell außerhalb der Standard-Weinmenü-Begleitung wie an diesem Abend), dass ich jedes Glas zur Gänze ausgetrunken und sogar nach mehr verlangt habe. Was ich bei einem großen Menü mit Weinbegleitung sonst niemals schaffe, weil's schnell zuviel wird. Ein Sommelier, der sympathisch und gewitzt ist, und dem man ansieht, dass ihm die Arbeit wirklich Freude macht.

Danke für diesen schönen Abend. Angeblich hab ich noch zwei Steirereck-Magazine (schön!) und Frühstückstee gekauft. Oder mitgenommen? Und gekauft hat sie ein anderer? Ich werd nochmals nachfragen ...

www.steirereck.at
Foto: Achim Schneyder/Steirereck-Magazin
syl
47°! Eine feine Köche-Kooperation in der Steiermark Sonntag 2016-10-09
Spät, aber doch berichte ich nun über diesen wunderbaren Zusammenschluss der besten Köche der Steiermark. Spät, weil in letzter Zeit die Zeit etwas knapp war. Doch, weil es sich um eine wirklich berichtenswerte Sache handelt, der viel Erfolg zu wünschen ist. Der ich viel Erfolg wünsche.
Die 47-Grad-Köche
Es sind sechs Köche, die es sich zum Ziel gesetzt haben, gemeinsam und voneinander zu lernen. Um ihre Erfahrungen und Lieferanten zu teilen und so das Profil der steirischen Küche zu schärfen. Es sind dies Gerhard Fuchs, Tom Riederer, Harald Irka, Norbert Thaller, Luis Thaller und Manuel Liepert. Drei-Hauben und andere Hauben-Köche, Wandervögel und Heimkehrer und vor allen Dingen Freunde. Alle leben und arbeiten sie südlich – ich für mich würde ja sagen »unterhalb«, aber meine geographischen Angaben führen zumeist zu hochgezogenen Augenbrauen – des 47. Breitengrades, daher der Name: 47° rare styrian cuisine.


Gemeinsam will die Truppe der steirischen Küche den Tribut zollen, den sie verdient und etwas von dem zurückgeben, was sie ihnen ermöglicht hat. »Es geht darum, das Profil steirischer Küche zu prägen, weiterzuentwickeln und die Leistungen unserer herausragenden Produzentinnen und Produzenten über die eigenen Grenzen hinaus sichtbar zu machen. Denn es ist auch ihre Arbeit und Leidenschaft, die uns inspiriert und immer wieder vor neue, willkommene Herausforderungen stellt«, so das 47°-Credo

47° versteht sich außerdem als Qualitätssiegel und ist eine geschützte Marke. Um das entsprechend zu manifestieren, organisiert die Gruppe über das Jahr hinweg Veranstaltungen in der Region und anderswo. Darüber hinaus wird jährlich eine Veranstaltung in einer internationalen Metropole Europas ausgerichtet und ein eigenes Magazin veröffentlicht.

Auftakt war übrigens Anfang September beim Thaller in St. Veit. Ein super stimmiger und stimmungsvoller Abend unter Bäumen im riesigen Garten neben den Gemüsebeeten der Thallers. Bedroht von wilden Gewitterwolken »hält's aus oder hält's nicht aus??« und bekocht von allen sechs Köchen, ebenfalls unter freiem Himmel. Es war schön zu sehen, wie die Herren einander unter die Arme griffen und trotz Überzahl an Gästen bei guter Laune blieben. Dass die Weinbegleitung ebenfalls exzellent war, versteht sich. Unter anderem von den Brüdern Schauer, Gault-&-Millau-Entdeckung des Jahres, und Katharina (Lackner)Tinnacher.

Ich freu mich auf mehr und vor allen Dingen freu ich mich aufs Magazin! Und vielen Dank, liebe Barbara Klein, für die Einladung!

www.rarestyriancuisine.at
syl
Ein schönes Buchprojekt: autochthone Küche & Rebsorten Italiens retten Sonntag 2016-10-02
Es sind zwei wahre Liebhaber guter Weine und guten Essens, die sich dieses schönen Projekts angenommen haben. Helmut Knall und Leo Quarda, zwei Wein- Haudegen, die sich das hehre Ziel gesteckt haben, die regionalen Originalrezepte und Weine Italiens aus der Versenkung zu holen und zu bewahren.
Ein Teller mit Spaghetti und Vongole
Auf dass die Cucina della Nonna, die Oma-Küche, überlebe! Auf dass die Rebsorten überleben, die nicht in den Supermärkten zu finden sind, weil sie zu besonders, zu fordernd, zu wenig bekannt sind. Weil das genau die Dinge sind, die wir suchen, wenn wir eine Reise tun.


Zur Zeit geht es darum, das Projekt zu finanzieren. Knalli bereist Italien und forscht und isst und trinkt und schreibt. Leo ist zuhausegeblieben, forscht und isst und trinkt und schreibt auch hier und versucht, uns für sein Projekt zu gewinnen.

Denn: »Retten Sie mit uns diesen Schatz! Helfen Sie uns, diese regionalen Spezialitäten in ein Buch zu fassen. Sichern wir die Original-Rezepte. Verkosten und beschreiben wir die regionalen Tropfen, damit sie auch bei uns bekannt und gefragt werden, dann werden sie auch überleben. Wir schreiben das Standardwerk dazu.«

Eine wirklich schöne Sache! 15.000 Euro müssen die beiden Herren für ihr Projekt aufbringen, damit sie loslegen können, fast die Hälfte ist geschafft. 29 Tage haben sie noch Zeit, und Zeit ist Geld. Danke auch für Ihre Unterstützung! Ein bissl Philantrophie kann nie schaden, denn immerhin geht es um unser aller Genuss.

Hier geht's zum Crowdfunding: startnext.com/genussallitalia
syl
Weitere Einträge:
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45  46  47  48  49  50  51  52  53  54  55  56  57  58  59  60  61  62  63  64  65  66  67  68  69  70  71  72  73  74  75  76  77  78  79  80  81  82  83  84  85  86  87  88  89  90  91  92  93  94  95  96  97  98  99  100  101  102  103  104  105  106  107  108  109  110  111  112  113  114  115  116  117  118  119  120  121  122  123  124  125  126  127  128  129  130  131  132  133  134  135  136  137  138  139  140  141  142  143  144  145  146  147  148  149  150  151  152  153  154  155  156  157  158  159  160  161  162  163  164  165  166 


Bookmark and Share

ruth havel & sylvia petz
fillgradergasse 15/11
1060 wien

t +43 (1) 913 42 74
f +43 (1) 581 13 50
office@havel-petz.at
www.havel-petz.at



* Wir kommunizieren und bringen Sie in die Medien!

* Wir positionieren Ihr Unternehmen und bringen Ihre Einzigartigkeit auf den Punkt!

* Wir beraten und begleiten Sie und Ihr Team für ein nachhaltiges Unternehmertum!

MEHR unter diesem LINK.