Grüne halbierte Tomaten in Großaufnahme

Bassena - unser Blog

Nachhaltiger Wein – Teil 1: Wasserfußabdruck Dienstag 2016-10-18
Wein bindet Wasser. Nicht nur im Körper, was sich selten aber doch am Tag danach bemerkbar macht, sondern auch in der Produktion. Unmengen! Bewässerung spielt hier natürlich eine Riesenrolle, 70 % der gesamten Menge an Frischwassers der Erde werden in der Landwirtschaft verbraucht. Aber nicht nur im Produkt selbst, in so gut wie allen (Wein-) Produktionsprozessen wird Wasser gebunden. Bei Reinigung und Kühlung und natürlich auch in der Produktion aller Verpackungsmaterialien. Und so importieren und exportieren wir über das Produkt Wein indirekt Unmengen an Wasser.
Ausschnitt einer Flasche Wein mit einem Schild mit den Footprint-Angaben
Man (Journal of Wine Economics) weiß inzwischen, dass alleine Spanien nach Großbritannien jährlich 189 Millionen m³ Wasser gebunden in Produkten aus Weintrauben exportiert. 189 m³ Millionen! In Zeiten des Klimawandels und damit verbundener steigender Wasserknappheit – nicht nur in den südlichen Ländern –, wird dies ein Thema, mit dem sich auch die heimische Weinwirtschaft in absehbarer Zeit auseinandersetzen wird müssen. Spanien tut es offenbar schon, da dort die entsprechenden Kennzahlen vorliegen, auch Australien und Kalifornien widmen sich der wachsenden Problematik. Im Süden ist Bewässerung von Weinanlagen natürlich immer schon Alltag, in intensiv bewässerten Weingärten verbraucht man dort für eine Flasche Wein bis zu 200 Liter Wasser.


An der Universität in Bordeaux hat man nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Wasserfußabdruck für eine Flasche Wein individuell pro Weingut ermitteln lässt.

Pilot-Weingut war das Bordelaiser Château Larose Trintaudon: Für eine 0,75-l-Flasche Wein werden dort 6,2 Liter Wasser verbraucht. Hochgerechnet auf den Gesamtverbrauch wird einem wahrscheinlich schwindlig.

Neben dem Wasserverbrauch wurde für Larose Trintaudon auch die CO₂-Emission ermittelt, sie liegt bei 1,16 kg pro Flasche. Sehr spannend auch der Verbrauch an Biodiversität: Er liegt bei 2,66 m². Für ein Flascherl Wein ... Das Verfahren lässt sich natürlich an jedem einzelen Weingut wiederholen, speziell der Vergleich konventionell, biologisch und biodynamisch wäre hier ein sehr sehr spannender und würde wahrscheinlich viele Vorurteile und Mutmaßungen aus dem Weg räumen. Denn endlich gäbe es vergleichbare Werte, und das gegenseitige Hickhack und Unterstellen fände ein Ende.

Zahlen: Global Climate Change, Sustainability, and Some Challenges for Grape and Wine Produktion. In: Anderson, Kim / Ashenfelter et al: Journal of Wine Economics, Vol 11, No 1, 2016.

Grafik: Universität Bordeaux
syl

Chapeau! Total entspannt im Steirereck Sonntag 2016-10-09
Es ist lange her, dass ich im Steirereck essen war. Einerseits. weil es sich einfach nicht ergeben hat, und andererseits, weil Essen auf diesem Niveau auch für eine genusstüchtige Frau wie mich etwas ganz Besonderes ist und das auch bleiben soll. Es war das erste Mal seit dem Umbau des Restaurants 2014.
René Antrag von hinten beim Austrinken eines Glas Weins
Dies soll auch keine Restaurantkritik sein, bei der jedes Gericht in seine Einzelteile zerlegt und analysiert wird. Das machen andere, und dass das Essen im neuntbesten Restaurant der Welt auf absolutem Top-Niveau und sehr sehr gut ist, muss ich hier ebenfalls nicht weiter betonen. Ist es.

Das hier soll einfach ein »Chapeau« und »Danke« sein für ein neuntbestes Restaurant der Welt, in dem eine vollkommen entspannte Stimmung herrscht. In dem man nicht flüstern muss, sondern mit normaler Lautstärke reden und auch lachen kann. Miteinander und mit dem Service-Personal und mit der Chefin, die sich Zeit nehmen können für ein Plauscherl.

Für ein Restaurant, in dem man zu keiner Minute merkt, dass an jedem Abend für über 100 Gäste gekocht wird, weil durch die neue Architektur entkoppelte Räume entstanden sind, in denen fast Privatsphäre herrscht. In dem jedes Gericht in entspannter Perfektion auf den Tisch kommt. Was für eine Leistung bei der Menge an Couvers!

Für einen Sommelier, René Antrag, der so unglaublich gut ist, und der eine derart bewundernswerte Weinauswahl trifft (speziell außerhalb der Standard-Weinmenü-Begleitung wie an diesem Abend), dass ich jedes Glas zur Gänze ausgetrunken und sogar nach mehr verlangt habe. Was ich bei einem großen Menü mit Weinbegleitung sonst niemals schaffe, weil's schnell zuviel wird. Ein Sommelier, der sympathisch und gewitzt ist, und dem man ansieht, dass ihm die Arbeit wirklich Freude macht.

Danke für diesen schönen Abend. Angeblich hab ich noch zwei Steirereck-Magazine (schön!) und Frühstückstee gekauft. Oder mitgenommen? Und gekauft hat sie ein anderer? Ich werd nochmals nachfragen ...

www.steirereck.at
Foto: Achim Schneyder/Steirereck-Magazin
syl
47°! Eine feine Köche-Kooperation in der Steiermark Sonntag 2016-10-09
Spät, aber doch berichte ich nun über diesen wunderbaren Zusammenschluss der besten Köche der Steiermark. Spät, weil in letzter Zeit die Zeit etwas knapp war. Doch, weil es sich um eine wirklich berichtenswerte Sache handelt, der viel Erfolg zu wünschen ist. Der ich viel Erfolg wünsche.
Die 47-Grad-Köche
Es sind sechs Köche, die es sich zum Ziel gesetzt haben, gemeinsam und voneinander zu lernen. Um ihre Erfahrungen und Lieferanten zu teilen und so das Profil der steirischen Küche zu schärfen. Es sind dies Gerhard Fuchs, Tom Riederer, Harald Irka, Norbert Thaller, Luis Thaller und Manuel Liepert. Drei-Hauben und andere Hauben-Köche, Wandervögel und Heimkehrer und vor allen Dingen Freunde. Alle leben und arbeiten sie südlich – ich für mich würde ja sagen »unterhalb«, aber meine geographischen Angaben führen zumeist zu hochgezogenen Augenbrauen – des 47. Breitengrades, daher der Name: 47° rare styrian cuisine.


Gemeinsam will die Truppe der steirischen Küche den Tribut zollen, den sie verdient und etwas von dem zurückgeben, was sie ihnen ermöglicht hat. »Es geht darum, das Profil steirischer Küche zu prägen, weiterzuentwickeln und die Leistungen unserer herausragenden Produzentinnen und Produzenten über die eigenen Grenzen hinaus sichtbar zu machen. Denn es ist auch ihre Arbeit und Leidenschaft, die uns inspiriert und immer wieder vor neue, willkommene Herausforderungen stellt«, so das 47°-Credo

47° versteht sich außerdem als Qualitätssiegel und ist eine geschützte Marke. Um das entsprechend zu manifestieren, organisiert die Gruppe über das Jahr hinweg Veranstaltungen in der Region und anderswo. Darüber hinaus wird jährlich eine Veranstaltung in einer internationalen Metropole Europas ausgerichtet und ein eigenes Magazin veröffentlicht.

Auftakt war übrigens Anfang September beim Thaller in St. Veit. Ein super stimmiger und stimmungsvoller Abend unter Bäumen im riesigen Garten neben den Gemüsebeeten der Thallers. Bedroht von wilden Gewitterwolken »hält's aus oder hält's nicht aus??« und bekocht von allen sechs Köchen, ebenfalls unter freiem Himmel. Es war schön zu sehen, wie die Herren einander unter die Arme griffen und trotz Überzahl an Gästen bei guter Laune blieben. Dass die Weinbegleitung ebenfalls exzellent war, versteht sich. Unter anderem von den Brüdern Schauer, Gault-&-Millau-Entdeckung des Jahres, und Katharina (Lackner)Tinnacher.

Ich freu mich auf mehr und vor allen Dingen freu ich mich aufs Magazin! Und vielen Dank, liebe Barbara Klein, für die Einladung!

www.rarestyriancuisine.at
syl
Ein schönes Buchprojekt: autochthone Küche & Rebsorten Italiens retten Sonntag 2016-10-02
Es sind zwei wahre Liebhaber guter Weine und guten Essens, die sich dieses schönen Projekts angenommen haben. Helmut Knall und Leo Quarda, zwei Wein- Haudegen, die sich das hehre Ziel gesteckt haben, die regionalen Originalrezepte und Weine Italiens aus der Versenkung zu holen und zu bewahren.
Ein Teller mit Spaghetti und Vongole
Auf dass die Cucina della Nonna, die Oma-Küche, überlebe! Auf dass die Rebsorten überleben, die nicht in den Supermärkten zu finden sind, weil sie zu besonders, zu fordernd, zu wenig bekannt sind. Weil das genau die Dinge sind, die wir suchen, wenn wir eine Reise tun.


Zur Zeit geht es darum, das Projekt zu finanzieren. Knalli bereist Italien und forscht und isst und trinkt und schreibt. Leo ist zuhausegeblieben, forscht und isst und trinkt und schreibt auch hier und versucht, uns für sein Projekt zu gewinnen.

Denn: »Retten Sie mit uns diesen Schatz! Helfen Sie uns, diese regionalen Spezialitäten in ein Buch zu fassen. Sichern wir die Original-Rezepte. Verkosten und beschreiben wir die regionalen Tropfen, damit sie auch bei uns bekannt und gefragt werden, dann werden sie auch überleben. Wir schreiben das Standardwerk dazu.«

Eine wirklich schöne Sache! 15.000 Euro müssen die beiden Herren für ihr Projekt aufbringen, damit sie loslegen können, fast die Hälfte ist geschafft. 29 Tage haben sie noch Zeit, und Zeit ist Geld. Danke auch für Ihre Unterstützung! Ein bissl Philantrophie kann nie schaden, denn immerhin geht es um unser aller Genuss.

Hier geht's zum Crowdfunding: startnext.com/genussallitalia
syl
Wunderschöne Flower Power Samstag 2016-09-03

Die Blumengeschäfte meiner Kindheit und Jugend habe ich allesamt nicht sonderlich beeindruckend oder ausnehmend schön in Erinnerung. Die Blumen waren in unscheinbaren um nicht zu sagen hässlichen Kübeln verteilt, ihre Schönheit kam gar nicht richtig zur Geltung. Zumindest hab ich das so abgespeichert.

Eingang Donati

In den letzen Jahren hat sich das komplett geändert und in fast jedem Wiener Bezirk gibt es mittlerweile wunderschöne Blumenläden. Geschäfte, in denen mein Herz so richtig aufgeht und ich vor lauter Bewunderung ob der Blumenpracht und vor allem ob der geschmack–vollen Präsentation nur so staune.

Blumen Donati

Meine neueste Entdeckung ist das »Donati« in der Silbergasse im 19. Bezirk. Noch nicht einmal aus dem Auto ausgestiegen war mir klar, dass ich mich im Blumenparadies befand. Doch nicht nur optisch ist das »Donati« ein besonderer Ort. Die Mitarbeiter/innen sind alle irrsinnig freundlich, aufmerksam,

noch mehr Blumen Donati

professionell und vermitteln ihre Begeisterung für die Floristik. Das völlig unerwartete Wiedersehen mit einer Bekannten, die nun ihre Liebe zu den Blumen lebt, hat den Einkauf noch um ein Eitzerl netter gemacht. Wer also in Döbling wohnt oder öfter in der Gegend ist und  schöne Dinge liebt, sollte sich das Donati auf jeden Fall merken.

noch mehr Blumen Donati
www.donati.at


Ruth

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