Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

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Die Übergabeprofis - Herberts Danach Samstag 2017-07-08

Altwinzer Herbert hat für die Zeit nach der Weinguts-Übergabe zwei Möglichkeiten:
1. an seinem Jetzt festzuhalten und die Jungen (misstrauisch) zu beobachten oder
2. sich schon jetzt Ziele und Pläne für ein neues ausgefülltes Danach zu suchen.

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden
Und wieder sind Fragen - diesmal an sich selbst - hilfreich:

* Gibt es Arbeiten am Weingut, von denen sich Tochter & Schwiegersohn weiterhin wünschen, dass ich sie übernehme? Und wenn ja, wielange und unter welchen - auch finanziellen - Bedingungen?
* Gibt es Arbeiten am Weingut, die ich selbst gerne weiter machen würde und dies mit den beiden besprechen sollte? Und wenn ja, wielange und …
* Gibt es Dinge, die ich immer schon machen wollte, mir aber immer die Zeit dafür gefehlt hat? Das können Reisen oder Hobbys sein, aber auch Ausbildungen? Oder ich könnte sogar noch umsatteln und einen neuen Beruf ergreifen?
* ist es vielleicht die Weltreise, die ich schon immer mit meiner Frau machen wollte?
* Ich könnte mich möglicherweise auch ehrenamtlich nützlich machen?
* …

Die Zeit danach wirkt mit all diesen Überlegungen viel heller und anziehender. Und wenn Herbert beschäftigt ist, kann er auch viel einfacher loslassen und die Jungen ihre Sache machen lassen. Jetzt braucht es nur noch ein wenig Planung.

=> Wie Tochter Johanna am besten an die – auch für sie – schwierige Übergabe herangeht und wie sich für sie durch die neue Rolle ihr Verhältnis zum Vater ändern kann, folgt im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Rheinhessische Rarität oder der Schatz des Spaniers Mittwoch 2017-07-05
Wenn's im Büro einmal später wird, der Abend anbricht und noch Arbeit ansteht, kann's schon passieren, dass wir in den Keller hinabsteigen, um zu schauen, womit wir uns die Spätschicht versüßen könnten. Und kommen immer wieder drauf, welche Schätze wir noch haben!
BattenfeldSpanier_Frauenberg20015

Einen dieser Schätze haben wir dieser Tage gehoben. Und was für einen!

Einen Riesling Frauenberg 2005 vom Herrn Spanier aus Hohen-Sülzen. Dass der Wein schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, erkennt man vor allem am Etikett. In der Zwischenzeit gibt's zumindest schon die übernächste Variante. Und in der Zwischenzeit ist der Frauenberg ein Großes Gewächs. Was aber eigentlich nichts zur Sache tut. Denn ein Geschmackserlebnis ist der Wein so oder so.

Ein Geruchserlebnis auch: Südliche Kräuter, Minzenoten, exotische Früchte, Medizinaltöne (die ich liebe!), Bergamotte, Kardamom, Kamille. Immer noch sehr frisch, gleichzeitig ausgewogen reif.

Auch am Gaumen sehr kräuterig und würzig, Macchia, im Abgang leichte Honignoten (ein Hauch von Botryits?) und noch einmal Kamille und Minze.

Das klingt vielleicht alles ein bissel viel. Und kommt daher, dass sich der Wein im Glas ständig verändert. Und es geht gar nicht anders, als noch einmal reinzuriechen, noch einmal nachzuschmecken. Und das immer wieder. Und mit jedem Mal Reinriechen und Nachschmecken eröffnen sich neue Aromen. Das hat die werte Kollegin vor einigen Jahren schon einmal beschrieben. Und auch damals war ein Frauenberg im Glas.

Tja, was sollen wir sagen, ein Spanier wie wir ihn mögen!

BattenfeldSpanier

Ruth

Sagen Sie Neuburger zu Tinhof. Montag 2017-07-03
Winzer Erwin Tinhof hat immer schon gemacht, was die anderen nicht gemacht haben. Haben die fast ausschließlich internationale Rotweinsorten angebaut, nahm er weiß und autochthon. Oder rot und autochthon. Aber immer autochthon. Und halbe halbe, 50 % Weißwein, 50 % Rotwein.
Drei Flaschen Neuburger links am Tisch, rechts dahinter und unscharf ein paar Leute an einem Tisch

Besonders angetan hat's ihm die weiße Sorte Neuburger. Auf gerade einmal etwas mehr als 600 Hektar Rebfläche wächst dieser selten gewordene Wein in Österreich. Der nach und nach von der Winzerschaft wiederentdeckt wird, bei Erwin Tinhof aber immer schon zum Repertoire gehörte. Er widmet ihm drei Hektar Weingärten in verschiedenen kalkhaltigen Lagen am burgenländischen Leithaberg und plant, noch mehr damit anzupflanzen. Mehr darf hier aber nicht gesagt werden, es ist ja alles noch Zukunftsmusik. Und bis der Wein trägt, und gut trägt, vergehen ja auch noch ein paar Jahre.

Der Neuburger ist keiner, der einen hocharomatisch aus dem Glas anspringt. Im Gegenteil, er übt sich in diskreter Zurückhaltung, ist feinwürzig und elegant. Er trinkt sich frisch und reift aber auch gut. Anfällig für die Edelfäule Botrytis cinerea macht er zudem als Süßwein gute Figut. Und in Zeiten des Klimawandels stellt er sich, trockenheitsresistent, wie er ist, als Geschenk für die Winzerschaft heraus.

Langer Rede, kurzer Sinn. Erwin Tinhof hat einen Bären am Neuburger gefressen und füllt - wahrscheinlich als einziger Winzer Österreichs, Europas und der ganzen Welt - gleich drei Varianten: klassisch, Leithaberg DAC und einen Lagen-Neuburger von der Ried Golden Erd.

Im Rahmen eines entspannten Presse-Lunchs hat er sie einer illustren Runde im neuen Weinbistro Mast vorgestellt. Meine Favorits waren der erstaunliche klassische Neuburger 2010, der sich wie ein feiner Burgunder präsentierte, und die beiden Jahrgänge 2015 und 2016 von der Golden Erd. Schön, dass Neuburger nicht nur Leberkäse (sorry) ist. In seiner Höchstform als Wein läuft er bei Tinhof auf.

Nähere Infos zu Tinhofs Neuburgern gibt es hier. Die Weine selbst am Weingut.

Weingut Erwin Tinhof
Eisenstädter Straße 10, 7061 Trausdorf
Tel.: +43 2682 626 48 | E-Mail: wein@tinhof.at | www.tinhof.at

Foto: DER PAUL

syl

Die Übergabeprofis: Wie das Loslassen gelingen kann Freitag 2017-06-23

In dieser Folge unserer Weinguts-Übergabe-Serie spielte Vater Herbert die Hauptrolle. Der - ganz traditionell - Familienoberhaupt und Betriebsleiter in Personalunion ist. Oder war. Und bald eine neue Rolle einnehmen wird. Wie kann das gut gelingen?


Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

DIE VERGANGENHEIT WERTSCHÄTZEN - DIE ZUKUNFT ZULASSEN
Herbert hat 30 Jahre seines Lebens ins Weingut investiert. Nicht nur Geld, sondern auch Wissen, Arbeitszeit und vor allem Herzblut. Zu wissen, dass seine Tochter nun »alles« anders machen möchte, macht ihm zu schaffen.

Immer wieder miteinander zu reden und die gegenseitigen Sichtweisen einzuholen, ist - wenig überraschend - eine wichtige Basis für jeden Übergabeprozess. An diesem Punkt jedoch gehört die Kommunikation wohl zum Allerwichtigsten. Und zwar von beiden Seiten. Wertschätzende Fragen können viel zum Verständnis des jeweils anderen und damit zum Loslassen auf der einen und zum Start ohne Belastungen auf der anderen Seite beitragen.

Johannas Beitrag

* Wann und wie wurde der Betrieb gegründet?
* Was waren deine/eure Motive für die Gründung/die Übernahme?
* Wie hast du/habt ihr die Anfangszeiten erlebt?
* Was war besonders anstrengend und weniger positiv?
* Was war besonders schön und worauf bist du/seid ihr besonders stolz?
* Damit du den Betrieb gut übergeben kannst, was wünschst du dir?

Außerdem ist es ungemein wichtig, dass Johanna ihrem Vater sagt, was sich NICHT alles ändern wird. Was gut läuft und sie (vorab) von der vorigen Generation übernehmen wird. Und welche Überlegungen und Motive hinter geplanten Veränderungen stehen. Auch hier geht's schlussendlich um Verständnis für »das andere«.

Herberts Beitrag
* Was sind deine ersten Erinnerungen ans Weingut?
* Welche Bedeutung hatte der Betrieb in deiner Kindheit?
* Was war/ist herausfordernd und schwierig für dich?
* Was war/ist besonders schön und positiv für dich?
* Worauf bist du besonders stolz?
* Was sind deine Motive für die Betriebsübernahme?
* Damit du den Betrieb gut übernehmen kannst, was wünschst du dir?

Gespräche, die auf Wertschätzung und Offenheit basieren, schaffen Nähe. Nähe erleichtert das gegenseitige Verständnis. Verständnis erleichtert das Loslassen.

DIE FINANZIELLE SEITE
Wenn das Thema Finanzen ein heikles ist, und das ist es in den meisten Fällen, gilt es, so früh wie möglich zu eruieren, wie die finanzielle Lage ganz konkret aussieht. Und zwar allumfassend: vom Wert der Gebäude und Weingärten, über die Weine auf Lager bis hin zu etwaigen Verbindlichkeiten. Und dann spielen natürlich Umsätze, Cash flow und Erträge eine gewichtige Rolle. Erst wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen, kann sinnvoll über die nächsten Schritte nachgedacht und diskutiert werden. Andernfalls drehen sich die Gespräche »in einer diffusen Wolke«, und das kann die Übergabe empfindlich beeinträchtigen. Ein unabhängiger Experte kann hier aus unserer Sicht und Erfahrung eine große Unterstützung sein.

Beide Seiten brauchen die Gewissheit und Sicherheit, dass die finanzielle Lage für die Zeit nach der Übergabe vorab geklärt ist. Und zwar derart, dass sie den jeweils neuen Lebensabschnitt beruhigt angehen können.

=> Herbert braucht darüberhinaus eine positive und anziehende Aussicht für »die Zeit danach«. Was er dazu beitragen kann, erfahren Sie im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Landpartie - internationale Pet-nat-Verkostung von Gault&Millau am Geyerhof im Kremstal Sonntag 2017-06-11
Gault&Millau Österreich lud zur Landpartie. Denn »zwei Drittel aller österreichischen Haubenrestaurants finden wir am Land«. Grund, ab sofort einmal im Jahr rauszuziehen. Thema dieser ersten Landpartie war die »1. internationale Pet-nat-Verkostung«, hinzu wurden Niederösterreichs wichtigste Köche gebeten.
Feine Zucchinestreife im Karrée, darauf ein Häufchen Fülle
Gastgeber waren Ilse, Maria & Sepp Maier am wunderschönen Bioweingut Geyerhof in Oberfucha im Kremstal. Ich kam gerade rechtzeitig zum Pet-nat-Seminar von und mit Sepp Maier, Cambridge Road aus Neuseeland, Espenhof in Rheinhessen, Alwin Jurtschitsch & Martin Arndorfer mit ihrem Projekt Fuchs & Hase.
Ein Zucchinipackerl mit Zahnstochern fixiert
Pet nat ist ein ursprünglich hergestellter Schaumwein, bei dem halbvergorener Most in die Flasche kommt und dort mitsamt der Hefe fertiggärt. Rauskommt zumeist ein wunderbar frisches prickelndes Vergnügen. Am Bild mit der grünen Flaschen schaut Sepp gerade nach, wieweit die Hefe in den Hals steht.
Die Zucchinipackerl in der Pfanne mit dem Zucchinirest
Denn dieser Pet nat war noch nicht degorgiert (Entfernung der Hefe). Weshalb Sepp die Flasche auch in eine Wasserwanne hielt, damit durch den Druck der natürlichen Kohlensäure nicht allzuviel des köstlichen Sprudels verloren ging. Am Bild hier rechts die Hefe, die aus der Flasche zischt. So sieht das also aus.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
Was zeichnet Pet nat weiters aus? Es gibt keine Vorgaben, aber ungeschriebenes Gesetz ist schwefelfreie Produktion und diese im Idealfall bio. Manche Winzer lassen sie naturtrüb, dann kann's beim Öffnen der Flasche raussprudeln wie hier. Andere degorgieren und füllen mit demselben Stoff wieder auf.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
Und das Fest an sich? Es war bezaubernd. Das Gut Geyerhof ist wunderschön, seine Gebäude sind stilvoll in Stand gehalten, Alt fügt sich in Neu. Die Verköstigung durch die Köche war hervorragend, speziell das Fischgericht von Thomas Dorfer vom Landhaus Bacher. Auch Toni Mörwalds Schweinsbauch mit Kraut war fein.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
33 internationale Winzer haben ihre Pet nats und Weine präsentiert, darunter viele deutsche und ein paar Italiener. Besonders spannend war Lance Redgwell mit seinen Weinen aus Neuseeland, der schon vor 16 Jahren mit Pet nats begonnen hat. Das Hasenetikett: »Because the wine is somehow psychedelic.« Stimmt!
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
Gault&Millau
www.geyerhof.at
syl
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