Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

Borderlinerin Mostarda di cipolle e arance Donnerstag 2016-12-29
Die C hat einen neuen Freund, den F aus der Nähe von Siena. Und die beiden halten es offenbar so, dass sie erst einmal übers gemeinsame Kochen herausfinden möchten, ob sie überhaupt zueinander passen und miteinander können. Denn das Kochen ist der Gratmesser schlechthin für eine Beziehung.
Ein Stück Pecorino und ein Glas mit der Aufschrift »Mostarda - Cipolle - Arance«

Der F, echter Italiener, der er ist, hatte Lust auf Mostarda di cipolle e arance (Zwiebel-Senfsauce mit Orangen) und noch mehr darauf, sie mit der C gleich selbst zu machen. Eine echte Feuerprobe für eine junge Liebe angesichts der 0,8 kg weißer Zwiebeln, die kleingeschnitten und mit den 1,2 kg Orangen verkocht werden wollten. In den Topf wollten später auch noch 0,7 kg Zucker, 0,25 l Weißweinessig, ein Löfferl Salz und eine unbestimmte Menge frischer Chili. Das Senföl, wegen dessen die beiden halb Wien durchforstet und unruhig gemacht haben, steht in keinem der vielen Rezepte, die sich online finden, erwähnt. Hätten sie sich vielleicht also sparen können. Aber dann hätt's halt anders geschmeckt. Und wenn ich mich richtig an die Schilderung erinnere, haben sie zwar Senföl, aber keinen Essig verwendet. Dürfte also alles nicht so eng gefasst sein. Ja, und dann wurde sanft erhitzt. Erst Obst und Gemüse etwa eine 3/4 Stunde lang und dann alles zusammen mit dem Rest noch eine weitere gute Stunde.

Womit die beiden sich die Zeit vertrieben, während das Gemisch dahinköchelte und seine Wohnung mit wohlriechenden Dämpfen ausfüllte, wollen wir uns maximal vage vorstellen. Auf jeden Fall gossen sie danach die Mostarda noch heiß in viele kleine beschriftete Gläser und teilten diese partnerschaftlich untereinander auf. Dürfte also alles gut gegangen sein.

Eins der Gläser brachte C letztens mit einem gereiften Stück Pecorino zu mir nach Hause. Die Mostarda schmeckt naturgemäß würzig-süßlich-schärflich-köstlich und passt wahrscheinlich etwas besser zu einem Weichkäse als zum leicht scharfen Pecorino. Küssen sollte man danach nur den F oder auch den H, falls der mitgenascht hat.

Und wenn der großen Tochter und mir, so wie heute, dauernd nach irgendwas der Sinn steht: süß? sauer?? pikant??? was???? Dann passt die Mostarda perfekt, auf einem kleinen Stückchen Brot. Sie ist alles zugleich, eine geschmackliche Borderlinerin. Sie macht uns und unsere Sinne endlich glücklich und zufrieden.

Eines der vielen Rezepte auf Italienisch zum exakteren Nachlesen und Nachkochen
syl

Mostarda & Co

syl  16.01.2017 13:45

Ciao F,
It was a real pleasure tasting your creation and listening to the story of C. And I am very much looking forward to meeting you ;)
Ciao,
syl

Mostarda & Co.

F  15.01.2017 22:21

It 's been funny reading the story, especially I must say a very detailed description which completely reflects the actual facts

thanks for the free advertising ;-)

ciao from "F"

#österreichseidank - Danke, Katharina Seiser Donnerstag 2016-12-01
Weil wir in einem guten Land leben, das so viele schlecht machen. Weil wir uns dessen bewusst sein müssen, was wir alles haben. Deshalb postet Autorin und Foodbloggerin Katharina Seiser auf Facebook unter #österreichseidank die Dinge in unserem alltäglichen Leben, die es besonders und gut machen.
Katharina Seiser auf einem Screenshot ihrer Facebook-Seite

Ich möchte hier die Dinge aufreihen, die ich als besonders wichtig erachte. Katharina als Foodbloggerin hat noch eine ganze Menge mehr, dort nachzulesen.

Und so beginnt sie:
»vor 5 wochen und 2 tagen hatte ich meinen dritten schweren (und gleich wieder doppelten) bandscheibenvorfall mit starken schmerzen und einer teillähmung eines armes. dem österreichischen gesundheitssystem - in form von fünf tollen ärztinnen und ärzten, einer hervorragenden physiotherapeutin, einem diagnoseinstitut und der sva - verdanke ich, dass ich 37 tage danach 1. schmerzfrei bin und 2. mein arm bereits wieder fast zur gänze funktioniert. warum ich das schreibe? es gehört einfach viel mehr gelobt in diesem wunderbaren land. ganz besonders jetzt.

* für das wahrscheinlich beste trinkwasser der welt.
* dafür, dass die müllabfuhr funktioniert. keine selbstverständlichkeit, wie man beim reisen merkt.
* "Wa(h)lnüsse für das Volk!" mein rezept für #nusspotize steht im neuen falter, meinungs- und pressefreiheit #österreichseidank #bpw16 ‬
* den über 20.000 biobäuerinnen & -bauern, die knapp 20 % der landwirtschaftlich genutzten fläche österreichs bio bewirtschaften.
dafür, dass wir frauen auch mal in der finstern heimgehen können, ohne uns gleich fürchten zu müssen.
* für die funktionierende energieversorgung: wärme, strom, gas.
* für freie und geheime wahl(en).
* für die verlässlichen öffis, vor allem in wien.
* für den radiosender ö1 und all die engagierten journalistinnen und journalisten dahinter
*** Gefüllte Paprika [Anm. Stellvertretend für all die guten Dinge zum Essen und Trinken, die Katharina auflistet, weil ich sonst nicht mehr nachkomme.]

Elisabeth Aibler: Dafür dass wir unsere Politiker kritisieren dürfen ohne eingesperrt zu werden.
Dafür dass wir demonstrieren dürfen.
Dafür dass wir diskutieren dürfen.
Dafür dass wir wählen dürfen.

www.facebook.com/katharina.seiser
syl

#österreich

syl  01.12.2016 15:52

Es ist aber so. Viele wissen es gar nicht zu schätzen, wie gut es uns in Mitteleuropa geht. Alleine die Wertschätzung für unser gesundes Wasser fehlt, trinkbares Wasser ist international betrachtet ein Geschenk. Und vieles mehr. Das hat nichts mit Nationalismus zu tun.

Mich würde allerdings sehr interessieren, wer sich selbst als "Cunt" bezeichnet.

#österreich

Immanuel Cunt  01.12.2016 14:13

Nationalismus durch die Hintertür, oder was soll das hier sein? "Weil wir in einem guten Land leben, das so viele schlecht machen." Wenn ich so etwas schon lese.

Hier wird Persönliches mit Nationalem auf oberflächlichste Art und Weise vermischt. Das ist gefährlich.

Wenn man sich unbedingt für die Innereienküche bedanken möchte, reicht es, das beim Koch bzw. bei der Köchin zu tun. Dafür muss nicht gleich Österreich als Nation bemüht werden.

Sorry, aber dieser Hashtag und die Art und Weise, wie er verwendet wird, sind absoluter Blödsinn.

Ein cooler Typ II Montag 2016-11-28
Da schließe ich mich der Kollegin an. Aus zweierlei Gründen: A hat Rudi Pichler mich in ganz frühen Jahren als mein Chef beim Salon Österreich Wein »massiv beeinflusst«. Im Sinne von hochqualitiativer Weinwahl. B hat er das offenbar auch bei meinem Bruder, dem Koch, getan. Ihn hat er mit seinem Riesling Federspiel zu einem Gericht inspririert.
Ruth Havel, Rudi Pichler und Sylvia Petz
Nachzulesen im aktuellen Enos World Wine, in dem unter anderem folgendes steht: »Rudi Pichler, Petzens Lieblingswinzer aus der Wachau, war seinerzeit im Meinl am Graben aufgetaucht und hatte ihm einen leichten Federspiel-Riesling mitgebracht, der Kindheitserinnerungen weckte: Gerüche, Geschmacksnoten, die Petz schon in zartem Alter im Gasthaus der Familie an der oberösterreichischen Donau aufgesogen hatte, Erinnerungen an eine Rahmsuppe, die er bereits als Kind aß und liebte.« Gefolgt vom Rezept selbst, nachzutrinken mit besagtem Riesling, versteht sich.

Lieblingswinzer aus der Wachau! Rudi, hörst du? Mit dem Bruder und dessen Frau war ich übrigens das erste Mal bei Rudi zuhause am Weingut, auch das muss irgendwann Anfang der 1990er-Jahre gewesen sein. Dort habe ich meinen allerersten Wein gekauft, den von der Kollegin unten erwähnten Weißburgunder. Eine Köstlichkeit, mit der sich der Kreis schließt.

Falls Sie das Rezept von der Rahmsuppe nachlesen, nachkochen möchten, hier geht es zum gesamten Artikel im Enos, verfasst von Herausgeber Eckhard Supp, zu dem mir auch eine ganze Menge an Erinnerungen einfiele. Aber das ist eine andere Geschichte ...

www.rudipichler.at
Fotocredits: Monika Löff (Frau Havel, Herr Pichler, Frau Petz)
syl

Ein cooler Typ Sonntag 2016-11-27
Und wieder einmal ist es ein Wein, der mich dazu bewegt, einen Blog-Beitrag zu verfassen. Weil er ein ganz besonderer Genuss ist. Und weil der Winzer zu den ganz besonders liebenswerten Menschen gehört. Auch das darf finde ich eine Rolle spielen. Umso mehr in Zeiten wie diesen. Der Winzer, den ich
GV Wösendorfer Kollmütz 2013 Rudi Pichler
meine, ist Rudi Pichler aus Wösendorf. Und der Wein sein Grüner Veltliner Smaragd 2013 vom Wösendorfer Kollmütz. Mein mehr oder weniger geheimer Lieblingswein von Herrn Pichler ist sein Weißburgunder aus ebenjener Lage. Für mich der beste Beweis, dass Eleganz und Kraft, Finesse und Körper einander nicht ausschließen. Was so und so begrüßenswert ist, nicht nur beim Wein. (Das musste jetzt sein, man verzeihe mir.)

Über den Grünen Veltliner liest man auf der Weinguts-Website, dass die über 40 Jahre alten Rebstöcke, die auf steilen Steinterrassen verwurzelt sind, Weine von fordernder Mineralität gepaart mit komplexen Fruchtaromen hervorbringen. Und genau diese Mineralität, unterlegt mit einer feinen Würzigkeit, ist es, die mich schon beim ersten Reinriechen fasziniert und mich immer und immer wieder »nachschnüffeln« lassen. Am Gaumen ist es die Kombination aus erfrischender Leichtigkeit und festem Rückgrat, aus fruchtigen Noten und straffer Würze, die mir schlicht und ergreifend wahnsinnig gut schmeckt. Müsste ich den Wein mit einem Mann vergleichen, so stellte ich mir einen attraktiven, durchaus durchtrainierten Typen vor, der seine Vorzüge aber nicht vorlaut raushängen lässt, sondern gelassen und unprätentiös auftritt. Ganz gentleman-like eben.

Lieber Rudi, da ist dir ganz großes Kino gelungen, danke schön!

www.rudipichler.at

Ruth

Generationenwechsel am Weingut – Vortrag am Montag, 28. November, 18 Uhr Sonntag 2016-11-27
Am kommenden Montag ist es wieder soweit. Gemeinsam mit Rechstanwalt Bernhard Schatz und Betriebswirt Christian Kirchmeier halten wir einen Vortrag zum Thema »Generationen-wechsel am Weingut. Wie eine Betriebsübergabe gut über die Bühne geht.« Die beiden Herren und wir sind ein gut eingespieltes Team und beraten als DIE ÜBERGABEPROFIS.
Screenshot der Website

Vortragsort ist die Landwirtschaftskammer in Eisenstadt.
Und darüber sprechen wir:

• worauf es in der Kommunikation zwischen den Generationen ankommt
• worauf es aus rechtlicher Sicht ankommt
• worauf es aus betriebswirtschaftlicher Perspektive ankommt
• weitere Erfolgsfaktoren einer gelungenen Übergabe

Vortragende:
* Kommunikationsberaterinnen Ruth Havel & Sylvia Petz/havel & petz
* Betriebswirt Hans Christian Kirchmeier/G9 Recovery Partners
* Rechtsanwalt Bernhard Schatz/bpv Hügel Rechtsanwälte

Montag, 28. November, 18 Uhr
Landwirtschaftskammer Burgenland, Rittsteuersaal,
Esterhazystraße 15, 7000 Eisenstadt

Anmeldung unter: office@havel-petz.at
Die Teilnahme ist kostenlos.

www.uebergabeprofis.at
syl

Weitere Einträge:
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