Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

Trinken Sie! Moderater Weinkosum für unsere Seele. Mittwoch 2014-01-22
Wein hält Leib und Seele zusammen, jetzt liegt es auf dem Tisch. In einer breit angelegten spanischen Studie - 5.505 ältere Teilnehmer/innen, die bis zu sieben Jahre lang bebachtet wurden - kam man dahinter, dass die Leute mit moderatem Alkoholkonsum weniger häufig Gefahr liefen, depressiv zu werden, als Abstinenzler. Zwei bis sieben Gläser Wein pro Woche machen's aus. Aber bitte nicht mehr, sonst geht der Schuss nach hinten los. Da der Schreibenden gerade der Mund wässrig wird, wird hier für einen Hupfer in den Weinkeller kurz unterbrochen. Danke für Ihre Geduld!
Illustration: All you need is a glass of wine.

Das Glas moderat gefüllt mit BattenfeldSpaniers Hohen-Sülzen Riesling 2011 melde ich mich zurück und drücke in Zahlen aus:

5 bis 15 g Alkohol täglich und Ihr Risiko, an einer Depression zu erkranken, liegt um 28 Prozent niedriger, als wenn Sie genuss- und weinlos dahinwelken. Das ist ja schon einmal was. Untersucht wurde in dieser epidemiologischen Studie eigentlich der Einfluss mediterraner Ernährung auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit der erwähnten Gruppe Spanierinnen und Spanier, die alle ein hohes Erkrankungsrisiko in sich trugen. Ihre Ess- und Trinkgewohnheiten wurden jährlich neu abgefragt und aktualisiert. Da in Spanien Wein das hauptsächliche alkoholische Getränk ist, war die Auswertung seines Einflussen für die Wissenschaft geradezu ein Leichtes.

Und bitte: Wer über die gesamte Studiendauer die empfohlene Menge bis maximal 15 g Alkohol täglich (rund 200 ml Wein) oder in Summe eben zwei bis sieben Gläser Wein pro Woche zu sich genommen hatte, wies sogar ein um 43 Prozent geringeres Depressionsrisiko auf. Eine klare Verstärkung des Effekts durch entspannten Weingenuss über die Jahre.

Also, liebe Leserinnen und Leser. Trinken Sie Wein! Aber trinken Sie moderat, damit Ihnen das Herz noch über viele viele Jahre lang im Leibe lacht!

Quelle: Gonder, Ulrike. Hrg. Deutsche Weinakademie. Moderater Weingenuss - weniger Depressionen. In: vinomed. Magazin für Wein, Genuss & Gesundheit. Verlag systemd GmbH, Lünen. 1/2014. S. 6
syl
Hörsaal-Slam - Prädikat wertvoll! Sonntag 2014-01-12

»Eines Tages, Baby, werden wir alt sein«. Julia Engelmann, Studentin an der Hochschule in Bielefeld, bei ihrem Poetry Slam. Über verpasste Chancen und ungelebte Träume.

Großartig vorgetragen und zu Recht beinahe 1.000.000 Klicks auf Youtube. Wenn Sie das lesen, sind es schon wieder mehr.

Julia Engelmann bei ihrem Slam
Tun Sie einfach, was Julia Ihnen sagt. Damit Sie nicht dann, wenn Sie alt sind, sagen müssen: »Beinahe hätten wir uns einmal gesagt, wieviel wir uns wert sind.«

Zum Film: hier oder auf das Bild klicken.
syl

Österreichs Weißweine sind die bestbewerteten in der Financial Times Samstag 2014-01-11
Es ist wirklich ein Grund, stolz zu sein auf unsere Winzer. Österreichs Weißweine haben in den letzten 15 Jahren von Master of Wine Jancis Robinson in ihrer Financial-Times-Rubrik durchschnittlich höhere Punkte erhalten als alle anderen. Und wer sollte es besser wissen als diese Grande Dame!
Grafik aus der Financial Times

Um es auf den Punkt zu bringen, das legendäre London-Tasting 2002 lebt!

Im erwähnten Artikel, der letzte Woche in der FT erschienen ist, beschreiben Robinson und Co-Autorin Valentina Romei die Entwicklung des internationalen Weinmarkts. Die hier einkopierte Grafik findet sich am Fuß des Beitrages. Der wirklich lesenswert ist:

Wie der Weinkonsum in den traditionellen Weinländern weniger wird und der internationale Gesamtkonsum trotzdem steigt. Welche alkoholischen Getränke bei den Jugendlichen die Nase vorne haben und welche weinproduzierenden Länder quantitativ auf der Überholspur sind. Was sich insgesamt getan hat in den letzten Jahren. Lesenswert für alle Weininteressierten und speziell für alle Produzenten und Händler!

Quelle: Financial Times
syl
Fleisches-Unlust Freitag 2014-01-10

Es ist wohl so, die Menschheit lernt nichts dazu. Oder nur so langsam, dass es kaum auffällt. Oder viel zu wenige Menschen lernen dazu, was Wandel generell schwierig macht. Beispiel Fleischkonsum.

Wie auf orf.at zu lesen ist, geht dieser in Europa und den USA zwar

aufgehängte Schweinehälften 
– zumindest ein wenig - zurück, jetzt wollen aber all jene aufholen, die bis dato aus zumeist wirtschaftlichen Gründen viel weniger Fleisch zu sich nahmen. Und das sind vor allem die Asiaten. Fleisch als Statussymbol der wachsenden Mittelschicht. Im aktuellen »Fleischatlas« sagen Umweltorganisationen eine benötigte Menge von 470 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr 2050 voraus. Heute decken 300 Millionen den Bedarf der weltweiten Carnivoren. Um diese Steigerung zu schaffen, wird auch in Asien die Fleischerzeugung zunehmend hochindustrialisiert.

Die Folgen? Lebensmittelskandale, Einsatz von Medikamenten und Hormonen, unwürdige und elende Bedingungen für die Tiere, massive zerstörerische Einflüsse auf die Umwelt. Dazu kommt, dass kein Mensch weiß, wie all die Tiere überhaupt ernährt werden sollen. Die Produktion von Sojabohnen müsste offenbar von derzeit 260 auf 515 Millionen Tonnen erhöht werden. Und das, obwohl jetzt schon rund 70 % aller landwirtschaftlich genutzten Flächen auf diesem Globus für die Herstellung von Futtermitteln gebraucht werden.

Hier ein paar Punkte aus dem Fleischatlas, die so logisch scheinen, aber halt leider offenbar kurzfristig keinen Gewinn bringen:

» Ernährung ist nicht nur Privatsache. Sie hat ganz konkrete Auswirkungen auf das Leben der Menschen in allen Ländern, an die wir häufig nicht denken, wenn wir ein Stück Fleisch essen. Auf die Umwelt, die biologische Vielfalt und das Klima. Auch bei uns.

» Hoher Fleischkonsum führt zu einer industrialisierten Landwirtschaft. Nur einige wenige internationale Konzerne profitieren von ihr und bauen ihre Marktmacht immer weiter aus.

» Kein landwirtschaftlicher Teilbereich ist so stark international verflochten, produziert so massenhaft und wächst gleichzeitig so stark wie die Geflügelproduktion. Sehr zum Leidwesen der Tiere, der kleinen Produzenten und der Umwelt.

» Fleischkonsum muss kein Klima- und Umweltkiller sein. Im Gegenteil. Wenn Tiere auf Weiden artgerecht und in passender Zahl gehalten werden, kann das sogar vorteilhaft für Klima und Umwelt sein.

Ich weiß, alles nix Neues. Und gerade deshalb sollten wir weiterhin drüber reden.

orf.at
»Fleischatlas«

Ruth

Fleischwerdung mit Fragen

stock  14.01.2014 16:13

Danke für diesen engagierten Beitrag!

Ja, es wird wohl so sein, dass wirtschaftlich aufstrebende Kommunen (Staaten, Länder, Religionen,...) die "selben Fehler" machen wie die hier erwähnt gewachsene Fleischcommunity aus EU und USA. Das mag freilich mit Sozial-Prestige zu tun haben, ist bei Autos aber nicht anders und beim Umweltschutz sowieso nicht.

Mein Einwand: es gibt keine "selben Fehler", weil andere Menschen und Kulturen jeweils einen anderen Blick darauf haben – heißt, dass die Globalisierung in ihrer wesentlichsten Form versagt – nämlich bereits erfahrene Fehler wo anders auf dem Globus zu vermeiden.

Wirklich tragisch finde ich aber nicht die unreflektierte Lust am Fleischkonsum, sondern den permanent hohen Verlust an hochwertigen Lebensmitteln (Fleisch ist nur eines davon...) durch die tägliche Abmüllung nicht verkaufter Ware.

Ich weiß, das Thema ist auch alt, aber es hat sich seit Jahren auch nichts geändert. Ja, kleine privat organisierte Gruppen gehen in den "frischen" Müllhalden der Wiener Supermärkte heimlich einklauben. Damit andere Menschen im Winter was zu essen haben. Das kann's ja nicht sein.

Wir sollten 3 Dinge nicht durcheinanderbringen:
HUNGER / GESUNDHEIT / PRESTIGE

AS

Wine on the road – Rekord für Österreichs Weinexporte Donnerstag 2014-01-09
Österreichs Winzer dürfen sich freuen. Ihre Exporterlöse sind so hoch wie noch nie. Trotz niedrigerer Menge stiegen die Wein-Umsätze im Ausland seit dem Vorjahr um mehr als 4 Prozent auf 137,5 Mio. Euro an. Die Ausfuhr von billigem Fasswein geht wie gewünscht zurück, der Anteil an Qualitätswein steigt. Klingt hervorragend!
Flaschenhälse mit der österreichischen Kapsel

Hervorragend ist insbesondere, dass der Durchschnitts-Exportpreis pro Liter Wein erstmals bei über 3 Euro liegt. Klingt wenig, ist aber viel, weil ja die Fass- und Landweine noch immer den Preis drücken. Aber auch die Zielländer sind wichtig. Je mehr Wein die Hochpreisländer Schweiz, Großbritannien, die Benelux-Staaten und die Länder Skandinaviens kaufen, umso höher die Umsätze. Das gilt immer mehr auch für Weinlieferungen in die Fernmärkte Japan und China.

Mit dem hohen Literpreis ist ein großes Ziel der Österreich Wein Marketing erreicht. Der hohe Anteil an Flaschenwein-Exporten von 95 % bildet hierfür die wichtige Basis.

Ein weiteres Ziel, das sich ÖWM-Chef Willi Klinger für »seine Winzer« gesetzt hat, ist das Erschließen neuer Weinmärkte. Wenn sich alle exportfreudigen Produzenten um dieselben Märkte bemühen, seien diese rasch ausgereizt. Österreichs Weine blieben durch ihren geringen Anteil am Gesamtmarkt generell ein Nischenprodukt. In diesen neuen Märkten müsse man einerseits ins Topsegment und andererseits in Preisklassen reüssieren, in denen vernünftige Menge absetzbar seien. »Dies ist uns in vielen europäischen Ländern sehr erfolgreich gelungen«, so Willi Klinger.

Weiter so! Auf dass wir uns auf unseren Urlauben in Ländern ohne vernünftige Weinproduktion nicht mehr mit Eigenimport selbst versorgen müssen. Das Reisen wird leichter!

Quelle: ÖWM, Presseinfo vom 9. Jänner 2014
Foto: ÖWM/Bernhard Schramm
syl
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