Grüne halbierte Tomaten in Großaufnahme

Bassena - unser Blog

Weningers Welschrevolution bei Herzog & Kiem Samstag 2014-08-09
Im November 2012 haben wir Franz Reinhard Weninger und Erni Loosen zusammengebracht, um ihre vielfältigen Weine von hüben und drüben vorzustellen, hier nachzulesen. Damals haben wir erstmals diesen irren Welschriesling gekostet. Zugegebenermaßen gezwungenermaßen.
Der Saybritz und Herzog & Kiems Weinbar bei Nacht

Denn als Franz uns die Liste seiner Weine schickte, haben wir den Welsch kurzerhand rauseliminiert. »Den besser nicht.« »Den auf jeden Fall«, erwiderte Franz und stellte ihn wieder rein. »Dann vielleicht als Aperitif?« »Nein, im Tasting.« Wir haben wirklich alles versucht, diesen vermeintlich dünnen, nichtssagenden, apfeligfruchtigen Wein in seine Schranken zu weisen. Warum macht der Weninger überhaupt einen Welsch?

Und dann die Überraschung im Burgunderglas, Noten nach Heu, rauchig, würzig, komplex, burgundisch, wow! Es war der Jahrgang 2011, der Wein stammt von der Lage Saybritz am südburgenländischen Eisenberg, nicht gerade ums Eck des Stammhauses im Mittelburgenland. Das 0,6 Hektar große Stück Weingarten gehört Franz' fast 80 Jahre alten Groß-Cousine Emma Schürmann. Sie ist es, die den Weingarten mit Blaufränkisch und eben Welschriesling pflegt, vinifiziert wird in Horitschon. Die Reben wachsen auf kalkhaltigem Ton-Lössboden, darunter liegt blau-grauer Schiefer.

Franz selbst hatte sein eigenes Welsch-AHA-Erlebnis. 2002, als er eine zwei Jahre alte Fassprobe dieser Rebsorte vom Balaton verkostete. »Das war ein unglaublicher Wein. Groß und füllig. Frankreich, Meursault, etwas in dieser Kategorie. Es war Welschriesling«, wird er in einem Artikel in der Tageszeitung Die Presse zitiert. Jahre später, nachdem Emma Schürmanns Welschriesling typischerweise immer leicht und fruchtig ausgebaut worden war, hat er sich dieses Erlebnisses besonnen.

Und deshalb gibt es den Saybritz seit ein paar jahren in dieser wunderbar reifen und kräftigen Form. Leider nur ganz wenig, je nach Jahrgang maximal 1.000 Flaschen, das Gros wandert ins Restaurant Steirereck. Und ein bissl was zu uns, hab ich grad beschlossen.

Denn gestern hatte ich den Folgejahrgang 2012 im Glas. Reinschnuppern, kosten und die alte Liebe war wieder da. Dem Ort, wo ich ihn getrunken und noch einmal getrunken habe, gehört auch ein Stück meiner Liebe, der Popup-Weinbar Herzog & Kiem im Stadtbiotop. Ein großartiger Platz am Areal der Trabrennbahn Krieau, ein Dorfplatz aus Schiffscontainern, die als Bars und Küche für ihre Restaurants und als kleine Geschäfte dienen. Dort hat man das Eindruck, dass Wien doch großstädtischer und urbaner ist, als man denkt.

Vor allem auch dank Moritz Herzog und Leo Kiem. Und Anna, die dort aus biologischen Zutaten hervorragend kocht, auf Wunsch gibt es jede Speise mit oder ohne Fleisch. Meine gestrigen Fisolen mit Tomaten waren ohne, dafür mit der superscharfen selbstgemachten Chili-Kokos-Paste von Anna.

Moritz Herzog ist beteiligt am Weinprojekt Riberach in Südfrankreich, Rundum-Mann der Pannobile-Gruppe und Weinskandal-Weinhändler. Leo Kiem ist top Sommelier, zuletzt im Restaurant Konstantin Filippou, und mit seinem neuen Projekt Agoravino Rundum-Wein-Servicier. Und damit den beiden nicht fad wird, haben sie nun ihre Bar.

Auf der Weinkarte stehen vorzugsweise biologische und viele natural ausgebaute Weine. Bekannte Namen und mir unbekannte, mein Herz schlägt auch für diesen Birnen-Cidre aus Frankreich, Namen und Region vergessen und leider nicht mehr im Sortiment. Von dem konnte man so wunderbar viel trinken, ohne den Alkohol zu spüren, abgesehen davon, dass er einfach wirklich gut war.

Aber Weningers Welschriesling gibt es. Gehen Sie hin und genießen Sie ihn, genießen Sie das Ambiente und das Leben! Dort geht das ganz von alleine.

www.weninger.at
www.saybritz.at
Herzog & Kiem im Stadtbiotop
syl

Hellseherei

Moritz Herzog  15.09.2014 16:24

lieber Steve, du bist ja ein Hellseher!
aber es stimmt, denn es gibt nur einen Hersteller auf den Sylvies Beschreibung passt, zu schade!!
und was ist eigentlich mit den österreichischen Birnen, warum lassen sie sich das gefallen. wo ist der Franz Weninger der Mostkultur? Mich dürstet!

syl

Birnencidre  09.08.2014 12:20

Danke, Steve Breitzke: Der Cidre ist richtigerweise natürlich ein »Poiré« und stammt von Éric Bordelet aus der Normandie. Und hier gibt es ihn: www.weinart.at/unsere-weine/wp_frankreich/eric-bordelet/
agoravino.com/tag/steve-breitzke/

Ein wasserscheuer & entscheidungsschwacher Wasservogel Freitag 2014-08-08

Danke, lieber Manfred Klimek fürs Posten. Haben Sie ein schönes und vergnügliches Wochenende, zumindest dieser Lacher ist garantiert!

Zum Anschauen aufs Bild oder diesen Link klicken. Das Facebook-Video dauert 1,43 Min.

syl
ein wasserscheuer Pinguin 
im Zoo
Unverhofft Milano Donnerstag 2014-07-31
Zwei Wochen Sprachferien beim sehr kultivierten aber etwas schrägen Großonkel aus altem neapolitanischen Geschlecht. In seiner großen dunklen und ganz schön antiquierten Mailänder Wohnung das Kind. Vom kultivierten aber etwas schrägen Onkel tagelang alleingelassen. Verloren. Einsam.Campari, Kaffee und Oliven im Camparino
Da kann's nur eines geben. In den Flieger setzen, Tochter retten. Und so kam ich unverhofft zu einem höchst vergnüglichen und innigen Mutter-besucht-Tochter-Städtetrip. Mit Mailand, wie es sich gehört. Mit spätem Frühstück im Camparino in der Galleria, mit Campari, Oliven, Prosciutto und Leute schauen. Oben in den Terrassen des Doms
Mit Dombesichtigung von innen und von oben - dringende Empfehlung! Mit ein bisschen Bummel und einer Bluse da und einem Röckchen dort. Mit Bootsfahrt, Kaffee und Spumante in den Navili, den Kanälen, die ein wenig an den Nyhavn in Kopenhagen erinnern. Nur cooler und ein wenig abgefuckter.Ein Blick auf den Grande Navilio
Wo die Tauben und wir einen Blick auf diese  Hochzeit werfen konnten. Mit einem Bräutigam, der aussah wie Jean Reno. Mit einer heftig tätowierten Braut in Tüll. Und Gästen, denen man das Leben und was auch immer ansah. Denen man ansah, dass sie den Moment genießen, weil's für sie vielleicht kein Morgen gibt.
Blick auf eine Taube im Vordergrund und dahinter die Hochzeit
Mit einer leicht verzweifelten Tochter mit ausgelatschten löchrigen Schuhen, die sich für kein neues Paar entscheiden konnte. Auch nicht für diese Schuhe aus dem Choco-Lab im Kaufhaus Rinascente. Viel zu süß! Ihre Suche geht nun ohne mich weiter, die ich wieder zuhause bin. Milano kam unverhofft. Grazie, cara figlia mia!
Schuhe und Taschen aus Schokolade
syl
Ein sinnvoller Sonntag Sonntag 2014-07-27
Der Samstag war emsig, die Autorin eifrig. Haushalt, Rasenmähen, gefühlt unzählige Waschmaschinen (bei dem perfekten Schnell-trocken-Wetter), Mittagessen für die Kinder, Blumen gießen, Wäsche abnehmen, zusammenlegen und verteilen undsoweiter undsofort. Aber alles entspannt und mit sonnigem Gemüt bei sonnigem Wetter. Wenn auch profan, so war es ein sinnvoller Tag. Weil viel weitergegangen ist und die Autorin am Abend zufrieden auf ihr Werk blickte.
Titelseite Magazin Geo Wissen

Der Sonntag war aber noch viel sinnvoller. War er doch dem Geo-Wissen »Was gibt dem Leben Sinn?« gewidmet. 161 absolut lesenswerte Seiten. Der Sinn des Lebens aus philosophischer, spiritueller, sozialer, gesellschaftlicher, individueller, religiöser und vielerlei mehr Perspektiven betrachtet. Sinnvolles Lesevergnügen, unbedingt empfehlenswert!

Geo Wissen »Was gibt dem Leben Sinn?«

Ruth

Marillenfest Montag 2014-07-21
Marille ist Programm. Jedes Jahr aufs Neue und jedes Jahr ein Fest. Ein Marillenfest. Es beginnt schon mit der Fahrt durch die wunderschöne Wachau zur Marillenprinzessin. Bei ihr werden die Früchte in den Kofferraum verladen und meist geht auch der frisch angesetzte tieforangefarbene Marillenlikör mit.Das Strandbad in Weißenkirchen
Dann wartet schon Rudi Pichler auf uns. Heuer mit dem frisch gekühlten Rosé 2008, von dem er zufällig noch ein paar Flascherl fand. Frisch wie der Frühling! Auf seiner luftigen Terrasse ein Gedicht. Ein Traum, ein Leben. Das hat er der Rudi, so wie er lebt, eingebettet zwischen Donau und Weinterrassen. Kleine Bläschen auf der Marillenoberfläche
Winzer sein muss er natürlich auch, aber das erledigt er mit links. Heuer leider ohne ihn und Martina ging's weiter zum Heinzle, Wirtshaus direkt an der Donau in Weißenkirchen. Dort gibt's Forelle und genauso, wie sie gehört. Knusprige Haut, perfekt gebraten, gute Petersilerdäpfel, gemischter Salat und Glück.Die köchelnde Marillenmarmelade
Und dann, dann wartet das Paradies. Das Strandbad gleich daneben. Unter Palmen, die Trauerweiden sind. Mit einer kleinen Insel und in der Strömungtreibenlassen. Wo 35 Grad im Schatten plötzlich nicht mehr spürbar sind, weil der leichte Wind sie vertreibt. So entspannend, dass die Marmelade wie von alleine wird. Marillenspiel.
Die fertige Marillenmarmelade in eckigen Gläsern
syl
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