Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

Danke Corinna! Danke Mauro! Montag 2014-11-24

Wenn im November eine schlechte Nachricht kommt, schlägt diese sich gerne besonders schwer aufs Gemüt. Dabei hätte es gerade etwas zu feiern gegeben. Etwas zum Stolzsein und Begießen. Etwas, das erfolgreich zu Ende gegangen war. Und dann die Nachricht. Und dann war sie dahin die Feierlaune.

Die gute Freundin lacht durch zwei Weingläser

Aber dann, dann flüsterte der kleine Mann im Ohr: »Du bist nicht allein ...«

Also kam der Anruf, ob ich denn Lust hätte auf einen Waldspaziergang in den Lainzer Tiergarten, Wildschweine schauen. Gefragt, getan. Und wir haben tatsächlich noch ein letztes Wildschwein erspäht. Ein letztes, da die Gatter allesamt wegen Wintersperre geschlossen sind und die Wildschweine oder Spaziergänger draußen bleiben, je nach Perspektive.

Wieder zuhause wurde schlussendlich doch begossen. Was so ein Wald samt Wildschwein nicht alles bewegen kann. Erst mit Schmelzers biodynamischen Schaumwein, der an diesem Abend unser Herz aber nicht so wirklich gewinnen konnte. Und weil Corinna nie lange fackelt, forderte sie »richtigen Stoff«. Der fand sich im Weinregal weiter unten, dem Wetter entsprechend aus der Rebsorte Nebbiolo. Der Laune entsprechend von Mauro Veglio, diesem unglaublich netten Winzer aus La Morra im Piemont. Dem Gusto entsprechend den Barolo Vigneto Arborina 2004.

Tja und dann hieß es warten. Zehn Jahre alt und noch so was von jung. Vollkommen verschlossen kam er ins Glas, mit leichten Medizinaltönen und Menthol in der Nase. Vielleicht hat ihn die geballte Weiblichkeit im Raum verstört? Wir werden's wohl nie erfahren.

Gewiss ist aber, dass über die Stunden die Fülle im Glas mehr und mehr wurde, obwohl wir tapfer dagegen hielten. Blütenaromen, konzentrierte Himbeeren, Minze, noch immer ordentlich Biss im Tannin und wie sich's gehört eine kräftige Ladung Säure. Und zwischendurch so mittendrin zeigten auch die Veilchen auf. Der Arborina ist ein Wein, bei dem man die Zunge schnalzen lässt.

Und so sage ich Dank meiner lieben Freundin Corinna und dem lieben Mauro, dass sie meinen Sonntag gerettet haben. Was es zu feiern gegeben hätte? Bleiben Sie dran! :O)

www.mauroveglio.com
syl
Stop looking at your phones! Dienstag 2014-11-18

Wie sehr Telefone bei Tisch stören, erfahren wir tagtäglich. Dass man das stoppen kann, sieht man in diesem Kurz-Film. Die resolute Tochter seiner Lordschaft setzt sich gegen die neue Manie durch. Very british! Viel Spaß!

Zum Anschauen auf diesen Link oder das Bild klicken. Dauer 3:38.
syl

ein antiques goldenes Telefon am Frühstückstisch
Ein Schweinebericht von Christian Seiler Sonntag 2014-11-16
Bloß rund die Hälfte jedes geschlachteten Schweines lande auf den Tellern. 42 % des Tieres gelten als »Nebenprodukte«. Sie werden von der Industrie zu Seifen, Dünger, Tierfutter und was auch immer verarbeitet, schreibt Christian Seiler in seiner Kolumne im Onlineportal »Das Magazin«.
Der Kopf des Artikels mit einem gezeichneten unglücklichen Hausschwein

»Nebenprodukt« bedeute in diesem Fall Borsten, Fett, Knochen, Magen- und Darm­inhalte, aber auch Innereien. Innereien werden von den Konsumenten nicht mehr angenommen, die Edelteile vom Schwein - und von Rind, Wild, Geflügel etc. - seien es, nach denen sie verlangen. Von diesen landen wiederum rund 6 % im Hausmüll. Diese und andere schlimme Zahlen aus der Studie «Fleischkonsum: Abfall und Verschwendung» der Heinrich-Böll-Stiftung lesen Sie am besten direkt bei Christian Seiler nach. Und dann den Kühlschrankinhalt entsprechend kritisch mustern und beim nächsten Wirtshausbesuch eine Leberknödelsuppe bestellen. Wohl bekomm's!

blog.dasmagazin.ch/2014/11/15/das-schweinesystem
syl
Cooking means life skills for children - Jamie Olivers großartiger TED-Speech Dienstag 2014-11-11
Jamie Oliver steht hier auf der Bühne und spricht in gewohnt furioser Weise zu einem Saal voller Amerikaner. In Amerika leiden rund 30 % aller Leute an Adipositas, krankhafter Fettleibigkeit. Aber auch in Österreich wächst die Zahl der krankhaft dicken Kinder.
Jamie Oliver auf der Bühne vor einer Scheibtruhe voller Zucker

Diese Zahlen des Österreichischen Ernährungsberichts 2012 sprechen für sich: »Bei den 7-14 jährigen Schulkindern sind 24 Prozent übergewichtig oder adipös (fettleibig). Übergewicht ist im Vergleich zu 2008 von 11 auf 17 Prozent gestiegen. Beim schweren Übergewicht (Fettleibigkeit) ist die Häufigkeit bei Buben gleich geblieben, bei Mädchen gesunken. Knapp 4 Prozent sind untergewichtig, Mädchen doppelt so häufig wie Buben.

40 Prozent der 18-64 Jährigen sind übergewichtig, zwölf Prozent davon sind adipös. Übergewicht und Adipositas steigen mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern an, wobei beides bei Männern deutlich häufiger auftritt (Männer: 52 Prozent; Frauen: 28 Prozent). Untergewicht tritt selten auf (zwei Prozent).«

Jamie Olivers Vortrag gilt also auch für uns. Er ist kurzweilig und gut! Er fordert, »that every (american) single child that leaves school is knowing how to cook 10 meals that will save its life.«

Der Link zum Film: www.ted-com
syl
In der Flasche: Stein aus dem Weinviertel Sonntag 2014-11-09

Das Weinviertel steht ja für Grünen Veltliner in all seinen Ausprägungen. »Weinviertel« darf auch nur dann auf den Etiketten stehen, wenn Grüner Veltliner in der Flasche und dieser DAC-konform ist. Man vergisst also viel zu leicht, dass dort auch noch andere Weine wachsen.

Man vergisst aber auch gerne Weine im Keller. So wie ich den Riesling Alte Reben 2011 von Manfred & Marion Ebner-Ebenauer. Vergessen und gestern aus dem Keller geholt und »wow«. Im Weinviertel wachsen auch richtig gute Rieslinge!

Der Riesling am Balkongeländer, dahinter bunte Herbstbäume

Dieser hier stammt von über 60 Jahre alten Rebstöcken aus der Lage »Untere Steinbergen«. Wie der Name schon sagt, liegen im und am Boden viele Steine: Schotter und Kiesel. Die alten Reben produzieren nur noch wenige Trauben, diese sind dafür umso konzentrierter und hocharomatisch. Hocharomatisch ist demzufolge auch der Wein. Getrocknete Marillen erschnüffelt man in der Nase und schmeckt man am Gaumen, unterlegt ist das Ganze mit richtig viel Mineralität - diese Steine! - und Würze. Die Säure ist perfekt, mehr wäre zuviel, weniger zuwenig, der Abgang ist lang und verlangt nach dem nächsten Schluck - gerade verifiziert um nicht einmal 10 Uhr am Sonntag Vormittag ... Super saftig ist dieser Riesling, der übrigens im großen Holzfass ausgebaut wurde. Und wenn's stimmt, gibt es ihn noch bei Wein & Co.

www.ebner-ebenauer.at
syl
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