Ein letzte Traube vor einem herbstlichen Weingarten

Bassena - unser Blog

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Genussvolle Distanz, entspannte Nähe Sonntag 2015-06-07

havel & petz sind Ausbildungs-junkies. Das mag etwas hart klingen, bringt es aber auf den Punkt. Denn waren wir grad noch in Linz bei diesem grenzgenialen Mathematiker und Querdenker Bruno Buchberger, vielfachem internationalen Ehrendoktor und

Eine grüne und eine helle Schnur um zwei Papierfüße, die das Distanzbedürfnis zweier Kursteilnehmer anzeigen

Österreicher des Jahres 2010 der Presse, um mehr über Ideenfindung und Innovation zu erfahren, ging es wenige Tage schon weiter ins nächste Seminar. Nebst unseren eigentlichen Masterstudien - Ruth: Organisationsentwicklung und Supervision & ich: CSR und Ethical Management - vertiefe ich mich an der Wifi-Trainerakademie in die spannenden Dinge der menschlichen Kommunikation.

Wie etwas im Rahmen des gerade stattgefundenen Moduls »Körpersprache« in das Nähe- und Distanzbedürfnis von Menschen, das immer auch im kulturellen Kontext zu sehen ist. Leute aus südlichen Ländern haben weniger Distanzbedürfnis und berühren einander viel häufiger als Menschen aus nördlichen. Das ist nichts Neues. Dass es aber innerhalb ein- und desselben Kulturkreises so große Unterschiede gibt, sehr wohl. Siehe Bild.

Die beiden hellen Flecken bezeichnen den Platz, auf dem wir standen (der helle Streifen ist ein Sonnenstrahl, also ohne Bedeutung). Die Schnüre – die helle war meine –  bezeichnen die Stellen vor und hinter einem und links rechts von einem, bis wohin wir die vier Kollegen und Kolleginnen gehen ließen, damit wir uns noch wohl fühlten. Sie kennzeichnen unsere persönliche Distanzzone, unseren Schutzraum. Die grüne Schnur zeigt die Zone eines Kollegen an, der rund 30 Kilometer entfernt von mir geboren wurde. Er lässt die Leute seitlich viel näher an sich herankommen, braucht aber nach vorne mehr Platz.

Diese Erkenntnis ließ einen im Seminar etwas toleranter miteinander umgehen. Besagter Peter »klebte« nämlich geradezu an meiner Seite, als wir nebeneinander vor einer Bilderwand standen. Hatte aber nix zu bedeuten, er wollte überhaupt nichts von mir. Er braucht einfach weniger Platz um sich als ich. Eine gute Erkenntnis auch für den Alltag.

syl
Auf nach Paris oder wohin auch immer und in vollem Bewusstein. Sonntag 2015-05-31

The morning sun touched lightly on the eyes of Lucy Jordan
In a white suburban bedroom in a white suburban town
As she lay there 'neath the covers dreaming of a thousand lovers
Till the world turned to orange and the room went spinning round.

Ein Flasche Champagner, in der Ferne der Eiffelturm

At the age of thirty-seven she realised she'd never
Ride through Paris in a sports car with the warm wind in her hair.
So she let the phone keep ringing and she sat there softly singing
Little nursery rhymes she'd memorised in her daddy's easy chair.

Her husband, he's off to work and the kids are off to school,
And there are, oh, so many ways for her to spend the day.
She could clean the house for hours or rearrange the flowers
Or run naked through the shady street screaming all the way.

At the age of thirty-seven she realised she'd never
Ride through Paris in a sports car with the warm wind in her hair
So she let the phone keep ringing as she sat there softly singing
Pretty nursery rhymes she'd memorised in her daddy's easy chair.

The evening sun touched gently on the eyes of Lucy Jordan
On the roof top where she climbed when all the laughter grew too loud
And she bowed and curtsied to the man who reached and offered her his hand,
And he led her down to the long white car that waited past the crowd.

At the age of thirty-seven she knew she'd found forever
As she rode along through Paris with the warm wind in her hair ...

The ballade of Lucy Jordan, Marianne Faithful 
syl
Aus Liebe zu Olivenöl Dienstag 2015-05-19
Die Ausgangssituation: Österreicher, männlich, besitzt ein Haus am schönen Pillion in Griechenland. Auf dem dazugehörigen Grundstück stehen - no na - auch ein paar Olivenbäume. Irgendwann kommt er, oder war es die Frau an seiner Seite, auf die Idee, Olivenöl aus den eigenen Oliven pressen zu lassen. So geschehen erstmals 2013, das Ergebnis war umwerfend. Schritt zwei: Selbiger Österreicher, gut vernetzt auch in der Zweitheimat Griechenland, möchte »das Geschäft« ausweiten, damit mehr Menschen in der Erstheimat in den Leere Flaschen
formidablen Genuss kommen. Und da kommt Stamoulis ins Spiel, langjähriger Freund, Gastronom, Bürgermeister und – Olivenbäumebesitzer. Das erste Ergebnis: Drei verschiedene Öle Jahrgang 2014:

Stamoulis: Im Oktober geerntet, aus grünen, also eigentlich unreifen Oliven. Intensiver grasiger Geschmack, mit einem Hauch Schärfe. Gefiltert oder ungefiltert und somit naturtrüb.
Polixronis: Geerntet im November aus schwarzen Oliven. Milder und runder im Geschmack, gefiltert. Detail am Rande:

Olivenölflaschen
Im echten Leben kommt Polixronis übrigens die Rolle von Stamoulis' Vater zu.
Mandraki: Aus des Österreichers eigenen Oliven, die ebenfalls im November schwarz geerntet wurden. Sehr fein und mild.

So eine Idee hört natürlich nicht mit dem fertigen Olivenöl auf. Wie bringt man das Öl nach Österreich? In großen Gebinden oder schon gefüllt? Wie schaut es mit der Aufmachung aus? Braucht man eine offizielle Bio-Zertifizierung? Und schließlich und endlich die alles entscheidende Frage: Wie verkauft man den wertvollen Stoff? Der Olivenölmarkt, vor allem jener der »extra vergine«-Öle, wankt ja schon länger immer wieder einmal von einem Skandal in den nächsten. In Italien hat 2014 das Bakterium Xylella Fastidiosa zugeschlagen und die Ernte massiv reduziert. Nun hat die EU Rodungsbestimmungen beschlossen, um der Plage Herr zu werden (die Details auf news.at). Insofern kommt das griechische Bio-Olivenöl gerade recht! Sämtliche Familienmitglieder sind auch schon eifrig in den Handel eingestiegen und verkaufen das Öl brav wo auch immer sich die Gelegenheit ergibt, z.B. in der Schule. Außerdem kann es natürlich online bestellt werden. Dass die Autorin das Öl natürlich ebenfalls verwendet, versteht sich hoffentlich von selbst. Große Empfehlung!

www.ownfruit.at

Ruth

Frühlingsgefühle Donnerstag 2015-04-16
Bekanntlich erwachen im Frühling die sogenannten Frühlingsgefühle. Wir könnten sie auch Liebesgefühle im weitesten Sinn nennen. Wahrscheinlich liegt's am herrlichen Sonnenschein, dass ich - mitten in die Arbeit vertieft - gerade an einen meiner Lieblingsfilme mit einer meiner Lieblingsschau–spielerinnen denken musste. Audrey Hepburn
© YouTube
Der Film hat nicht wirklich was mit Frühling, jedoch sehr wohl mit der Liebe zu tun. »Breakfast at Tiffany's« hat natürlich auch melancholische und manchmal gar nicht so lustige Seiten, aber ich finde ihn erfrischend, überaus unterhaltsam und irgendwie schräg. Und am Ende gibt's ein happy end. Wie es sich im Frühling gehört.

Der Trailer auf YouTube

Ruth

Schluss mit Genuss? Mit mir nicht! Dienstag 2015-04-07

Jetzt kommt sie bald wieder, diese wundervolle Frühlingszeit voller Aromen und Genüsse mit Rhabarber, Erdbeeren & Spargel. Was für uns persönlich nur eines bedeuten kann: Spargel & Rhabarber & Erdbeeren in allen Varianten essen ohne Ende! Und damit sollte jetzt Schluss sein?

in Stücke geschnittene rosafarbende Rhabarberstangen

Wenn's nämlich nach Rob Rhinehart (cooler Name!) geht, dann müssen wir 2030 gar nicht mehr essen. Dann ist Schluss mit Genuss. Rob meint nämlich, dass fürs Essen zuviel Zeit aufgehe. Abgesehen davon, dass es auch zu teuer sei, je gesünder umso teurer und zeitaufwändiger. Seiner Meinung nach brauche der Körper nicht Essen, sondern Nährstoffe: Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und so weiter. Weshalb er 2012 mit zwei Freunden ein Startup in San Franzisco gegründet hat. Das Resultat ist Soylent. Nährstoffe in Pulverform, die man mit Wasser vermixt und fertig. Klingt verlockend. Man stelle sich ein romatisches fünfgängiges Candle Light Dinner mit Soylent vor.

Rhinehart kann das offenbar und hörte 2012 tatsächlich auf zu essen, nahm nur diese Soße zu sich und veröffentlichte 30 Tage später seinen Blog: How I stopped eating food. Das zieht er seit damals durch und spart so ziemlich viel Geld und Zeit. Ein echter Genussmensch eben! Und die Firma läuft.

Anfang 2015 stieg ein US-Investor mit 20 Millionen Dollar ein, rund 275 Euro kostet ein Vierwochen-Paket mit 112 Mahlzeiten. Yummie! Dass die Menschheit aber tatsächlich aufhören könnte zu essen, glaubt nicht einmal Rhinehart selbst, weil diese einfach zu gerne gut essen. Aber Kohle lässt sich mit dem Zeugs gut machen.

Mehr dazu ist im soeben erschienenen Heft Das Jahr 2030 nachzulesen, das dem Magazin Datum beigelegt wurde. Mit vielen schrägen, teils beängstigenden und teils nicht ganz ernstgemeinten Berichten zu zukunftsträchtigen Projekten, Thesen und Perspektiven. Ein Studienprojekt des Studiengangs Jourmalismus an der FH Wien, das 2014 gestartet ist und von den Datum-Chefredakteuren Stefan Apfl und Stefan Kaltenbrunner geleitet wurde: mit einer Idee, zwei Betreuern und 27 Lehreinheiten. Die Aufgabe, ein komplett neues Magazin aus dem Boden zu stampen und in den Handel zu bringen. Aufgabe gelungen! Aber zu essen hören wir trotzdem nicht auf.

www.datum.at
syl
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t +43 (1) 913 42 74
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