Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

STELLENBOSCHS MINENPLÄNE ad acta gelegt. Südafrikas Winzer atmen auf. Freitag 2010-03-12
Deutschland, nimm dir ein Beispiel. Die Moselaner müssen um ihre Weinberge und Kulturlandschaft nach wie vor fürchten. Denn das  Monster wächst Stein um Stein. Die südafrikanischen Minenpläne wurden hingegen gestoppt. Weingarten und Berge im Hintergrund

Vorerst einmal. Aber immerhin. Auf jeden Fall können die Winzer und Farmer in den  betroffenen Regionen Stellenbosch und Durbanville  durchatmen. Die staatliche Minengesellschaft African Exploration Mining and Finance Corporation (AEMFC) wollte auf den Ländereien der Leute nach Metallen und Mineralien suchen und die landwirtschaftlichen Flächen untergraben. Den nationalen und internationalen Protesten hat man sich nun allerdings gebeugt, die Pläne sind gestoppt. Insbesondere die auf Facebook dürften gewirkt haben. Mehrere tausend Menschen haben sich auf der Seite „STOP Mining our Winelands” (Link funktioniert nur für Facebook-Mitglieder) organisiert. Es geht ja!

Wenn jetzt auch noch in Deutschland auf die Leute gehört wird, ist die Weinwelt wieder in Ordnung.

Quelle: facebook.com
syl
DEN INNEREN FALSTAFF ZULASSEN Mittwoch 2010-03-10

Man muss ja nicht gleich übertreiben wie der Herr rechts im Bild. Aber: Genießer leben gesünder. Allerdings zählen 85 % der Österreicher nicht  oder nur eingeschränkt zu dieser Gruppe Mensch. 17 % werden als vollkommen genussunfähig eingestuft und
68 % als „Genusszweifler” mit permanent schlechtem Gewissen beim Essen. Nur
15 % sind Genießer.
Diese Zahlen wurden kürzlich als Ergebnis des 1. Österreichischen Genussbarometers, einer wissenschaftlichen Erhebung des Forums Ernährung Heute, veröffentlicht.

Schlecht für das Gesamtbefinden der Nation!

Kevin Kline in Übergewichtigem-Kostüm
Kevin Kline als Falstaff, Henry IV, 2003, N.Y.

Denn über einen Zeitraum von zwölf Monaten und über vier Befragungswellen wurde bewiesen, was man eigentlich schon immer wusste: Genießer leben gesünder und sind deutlich weniger übergewichtig. Wer nicht genießen kann, tut sich schwerer mit gesunder Ernährung. Genießer haben einen abwechslungs-reicheren Speiseplan, gehen bewusster mit Lebensmitteln um und nehmen sich mehr Zeit zum Essen.

„Die ‚Genusszweifler' essen dann, wenn Essen da ist”, so die Studienleiterin Marlies Gruber. Sie fühlen sich pessimistischer, erwarten eine nachlassende Gesundheit und glauben, dass sie öfter krank sind. Genießer machen umgekehrt viel seltener Diät als Genusszweifler- und -unfähige.

Die Ergebnisse des Genussbarometers legen nahe, dass Genießer ein
entspannteres Verhältnis zum Essen haben und mit gesellschaftlichem
und emotionalem Druck besser umgehen können. Vielleicht liegt auch darin eine Erklärung für das French Paradoxon. Flasche Wein auf den Tisch, fetten Käse dazu und schon geht's der Seele gut.

Quelle: www.forum-ernaehrung.at
syl

Ohne Jauch geht's auch – aber auch mit ihm und eigentlich vollkommen egal. Sonntag 2010-03-07

Schon wieder einer mit Kohle, der glaubt, jetzt unbedingt Wein machen zu müssen. Günther Jauch reiht sich mit dem Erwerb von  Othegraven an der Saar, Deutschland, ein in eine Reihe mehr oder weniger großer Berühmheiten, die sich ein Weingut leisten. Muss das sein?

Günther Jauch bei der Millionenshow
But honestly spoken folks: Aus mir spricht der reine Neid! Was lebte ich nicht gerne selbst zwischen Rebzeilen! Und seien sie steil wie die des künftigen Jauch'schen Weinguts. Das im Übrigen Mitglied des heuer hundert Jahre alten VdPs ist, in vorderster Reihe mitspielt und für seine großartigen Rieslinge bekannt ist. Noch ist die Übernahme nicht vollzogen, aber die Noch-Eigentümerin von Othegraven und um ein paar Ecken mit Jauch verwandte Heidi Kegel dürfte sich auf den wohlverdienten Ruhestand schon freuen. VdP-Chef Steffen Christmann hat Günther Jauch auf jeden Fall bereits willkommen geheißen. Und ob dieser selbst Hand anlegt, Ahnung von Wein hat, alles dem Verwalter und dem bewährten Kellermeister überlässt oder wie gewohnt die Beine hochlegt, ist vollkommen egal. Hauptsache, es geht weiter auf hohem Niveau. Und wann kaufe ich mein Weingut?
syl

Frage

Ruth  07.03.2010 22:28

Und ich?

AUBERT DE VILLAINE ist Decanter Man of the Year Freitag 2010-03-05
Aubert de Villaine ist ein leiser Mann. Laut Stephen Brook, Decanter, wollte der Co-Eigentümer der Domaine de la Romanée-Conti die Auszeichnung erst gar nicht annehmen. Nach einem kleinen Kräfteringen ließ er sich offenbar dann doch breitschlagen.
Aubert de Villaine beim Weintrinken

De Villaine ist der erste burgundische Winzer, der mit dem Decanter Man of the Year geehrt wurde. Er zeichnet immerhin für einige der wahrscheinlich berühmtesten und teuersten Weine der Welt verantwortlich und sieht sich selbst als Verwalter der Domaine, deren Besitz er sich mit der Familie Leroy teilt.

Dass Aubert de Villaine einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten würde, war nicht von Anfang an klar. Erst musste er noch Jus und Literatur in New York studieren und für die dort ansässige Familie Wildmann, Importeure burgundischer Weine, arbeiten, bevor er sich entschloss, ab 1964 auf dem Weingut zu arbeiten. Dort musste er zuvor einmal von Grund auf das Handwerk erlernen. Rebschnitt, Traktor fahren, Hof kehren, Fässer reinigen und all die Arbeiten, die halt so anfallen.

Neben den Romanée-Contis, La Taches, Montraches usw. bereitet Aubert de Villaine auch die Weine der Domaine Dujac in der Provence und gemeinsam mit seinem Cousin Larry Hyde in Caneros, Napa, die für das gemeinsame Projekt HdV. Unter seinem eigenen Namen produziert er des weiteren Weine der burgundischen Weißwein-Appellation Aligoté de Bouzeron.

Die Preise seiner Weine der 25,53 Hektar großen DRC könnte er gut und gerne noch verdoppeln, wie er meint, sie wären trotzdem ausverkauft. Die Weine sind auf der ganzen Welt höchst begehrt und großteils für HInz und Kunz weder erschwinglich noch erhältlich. Dennoch möchte De Villaine zumindest manche seiner Weine leistbar halten.

Neben der schier unbeschreiblichen Güte seiner Weine waren es noch andere Dinge, die für die Decanter-Ehrung ausschlaggebend waren. Seine vollkommene Integrität und seine Aufgeschlossenheit gegenüber einer größeren Gemeinschaft. Seine Weine mögen in der absoluten Elite zuhause sein, ihm selbst ist es wichtig, am Boden zu bleiben und gemeinsame Sache mit Kollegen zu machen. Seien diese gefeierte oder auch obskure Persönlichkeiten.

 Quelle: www.decanter.com
syl

LIQUID EARTH. WEINPROVOKATION AUS RHEINHESSEN Dienstag 2010-03-02

Ein bisschen stolz sind wir schon. Im September auf Schloss Fuschl (wir haben begeistert berichtet) war uns klar: Diese Weine sind unsere. Die wollen wir immer wieder trinken. Aber leider. Österreich war bis dato, was die Weine von BattenfeldSpanier und Kühling-Gillot betrifft, nun, sagen wir "unterversorgt".

H.O. Spanier und Peter Vahlefeld 

H.O. Spanier und Peter Vahlefeld. Credits: SpanierGillot/Matthias Kunert

havel & petz machten sich also auf, das zu ändern. Der Zufall kam uns zu Hilfe. Peter Vahlefeld, Multimedia-Künstler aus Deutschland, wollte seine Bilder in Wien ausstellen. Er wählte dafür den Kultursalon von Katharina Gröbl, der Patronin vom Ella's am Wiener Judenplatz. Was das mit den Weinen aus Rheinhessen zu tun hat? Nun, der Bruder des Künstlers, Markus Vahlefeld, ist für das Marketing ebendieser verantwortlich. Und sah in der Vernissage die optimale Gelegenheit, die Weine von H.O. Spanier einer neuen Zielgruppe zu präsentieren.

havel & petz, nicht untätig, orderten den Winzer schon am frühen Nachmittag nach Wien und luden zur Verkostung. Rund 25 Neugierige kamen, schreibende, handelnde, gastronomische Zunft.

Nach dem Aperitif, Kühling-Gillot Qvinterra Scheurebe trocken 2008, ging es ans Eingemachte. Fünf Zweier-Flights machten den Unterschied zwischen Kalk und Rotschiefer klar. Zwischen Wonnegau und Rotem Hang, zwischen BattenfeldSpanier und Kühling-Gillot.

Für den Winzer beider Güter, H.O. Spanier, steht der Boden im Mittelpunkt, er erhebt sich über Rebsorte und Jahrgang. Macht die Weine zu „Steinweinen“. Kristallklar beispielsweise der BattenfeldSpanier Mölsheim Riesling 2008. Kühle Winde verleihen diesem Ortswein seine straffen Noten, seine dezente Würze. Der Kühling-Gillot Nierstein Riesling 2008 hingegen, Feuerstein pur. Schon die Nase verrät, was der Wein am Gaumen hält.

Bei den „Großen Gewächsen“ wäre da einmal der BattenfeldSpanier Nieder-Flörsheim Frauenberg Riesling GG 2008. Warmer Stein nach einem Sommerregen, Kräuter, pure Mineralität. Null Frucht, nur „earth“. Eine Wohltat für den Gaumen.

Ein paar Weine später dann Kühling-Gillot Nierstein Pettenthal Riesling GG 2008. Der Wein, der nach dem Tasting von vielen noch einmal nachverkostet werden wollte. Und den die Autorin beim ersten „Gaumenkontakt“ in Fuschl mit einem straffen Männerkörper assoziierte. Perfekt proportioniert, mit genau den richtigen Ecken und Kanten. Liquid Rotschiefer.

H.O. Spaniers Weine gefallen sicher nicht jedem, sind nicht „gefällig“. Sie fordern heraus, verlangen Auseinandersetzung, polarisieren. Doch wer die Weine einmal für sich entdeckt hat, will mehr. Liquid Earth.

Eine Auswahl der Weine von H.O. Spanier gibt es demnächst beim Meinl am Graben auf der Restaurant-Weinliste.

Zur Website von BattenfeldSpanier
Zur Website von Kühling-Gillot

Ruth

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