Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

KULT-ZWEIGELT VOM VULKAN Mittwoch 2010-04-28

Nein, hier ist nicht die Rede vom Asche speienden Vulkan, der den Flugverkehr lahm legte. Sondern um einen Kult-Wein, der auf Vulkanböden gedeiht. Und das seit 22 Jahren. Vom Olivin.

Zwischen dem Zeitpunkt, an dem Georg Winkler-Hermaden nach Lehr- und Wanderjahren aufs elterliche Weingut zurückkehrte, und der ersten „Olivin-Ernte“ 1988 vergingen elf Jahre. Die Trauben stammen seit damals von den besten Lagen des Weinguts, und die Eichen für die Holzfässer (traditionell in der Gegend 300 Liter) wachsen auf den gleichen Böden, im gleichen Klima. Konsequent.

15 Jahrgänge hieß es auf Einladung vom Wiener Sommelierverein am Montag im Palais Coburg zu verkosten. Ein spannendes, lehrreiches und selbstredend genussvolles Vergnügen. Gestartet wird mit dem Original, dem 1988er. Laut Winzer ein mittelmäßiger Jahrgang. Aber ein Anfang. Über 1989, 1991 und 1993 geht's zum Jahrgang 1995. Einer der Favoriten der Autorin. Elegant in der Nase, Kirschtöne, aber auch Kräuter und Schokolade. Am Gaumen vielschichtig, auch hier elegant und fein, trotzdem mit Druck, schöner langer Abgang. Trinkfreude nach 15 Jahren.

Flasche Olivin von Winkler Hermaden 

Erwähnenswert, wie ich finde, auch 1998. Aufgrund des Jahrganges kein großer Wein, aber einer, der wunderbar angenehm zu trinken ist, Lust auf den nächsten Schluck und richtig Spaß macht.

Dann 2000, ein Spitzen-Jahrgang, der Eleganz, Harmonie, Komplexität auf der einen und Kraft und Straffheit auf der anderen Seite vereint. Hut ab.

Schließlich noch ein Jüngling, der, so meine ich, besonders hervorgehoben werden sollte. Olivin 2007. In der Nase Weichsel und Vanille, das Bouquet schmeichelt. Und trotz seiner Jugend ist der Wein auch am Gaumen schon weich und rund, mit ausgeprägter Frucht, der Alkohol gut eingebunden. Schöne Aussichten.

Zum Weingut der Familie Winkler-Hermaden
Der Wiener Sommelierverein

Ruth

PS: Angeblich war Margot Winkler-Hermaden zu einem großen Teil „schuld“, dass es den Olivin gibt. Vielen Dank!

havel-&-petz-Lieblingsrestaurant NOMA bestes Restaurant der Welt Mittwoch 2010-04-28

Das hätten wir ihnen gleich sagen können, dass René Redzepis Restaurant NOMA besser ist als alle anderen. Aber sie wollten es nicht anders und mussten sich erst langwierig zusammensetzen und beratschlagen, die Leute von San Pellegrinos „The World's 50 Best Restaurants Academy”.

Der fesche Koch hat El Bulli und Fat Duck auf die Plätze verwiesen. Was uns sehr freut für den sympathischen kompromisslosen Herrn.

Das Restaurent Noma liegt direkt am Wasser, wunderschön in einem alten Speicher am Kopenhagener Kai.

René Redzepis

Servieren tun die Köche, und was sie so servieren, kann man hier nachlesen: unsere Eindrücke aus dem Sommer. So wie es aussieht, werden diese demnächst aufgefrischt. Die Freude darob ist groß.

Noch etwas: Das Restaurant Steirereck im Stadtpark hat erneut aufgeholt und rangiert in der Liste der weltbesten Restaurants nun auf Platz 21. Großartig, wir sind stolz auf die Reitbauers! Und Österreich erhebt das Restaurant zu UNSEREM Steirereck!

noma

Strandgade 93, 1401 Copenhagen, Dänemark
Tel: +45 3296 3297
E-Mail: noma@noma.dk
www.noma.dk

syl

FEINE STANGEN Dienstag 2010-04-27

Ja, ich gehöre auch zu den Konsumentinnen, die am liebsten regional einkaufen. Und saisonal. Und bio. Alles in Kombination, ideal. Heute haben bio und „so gut wie-saisonal“ mich übermannt. Beim ersten selbst erstandenen Spargel der Saison. Aus Ungarn. Also nicht ganz regional.

Derart appetitlich und attraktiv angeboten, direkt in der Einfallsschneise beim Eingang. Unübersehbar. Und ich hab reagiert, wie sich das die Filialleitung so gewünscht hat. Ich habe gekauft.

weisser Spargel 

Die Entscheidung war nicht einfach, fiel aber dann auf weiß, ganz klassisch. Schon das Vorbereiten war eine Freude. Endlich wieder Spargel, endlich wieder der typische Geruch, endlich wieder die feine Haptik. So empfinde ich das.

Die Zubereitung dann puristisch. Mit Olivenöl, frischem Pfeffer und Parmesan, Erdäpfel. Magen, was willst du mehr?

Grün kommt morgen.

Ruth

Es kann nur einen geben - San Pellegrino ehrt Witzigmann fürs Lebenswerk Sonntag 2010-04-25

Eckart Witzigmann, Koch des Jahrhunderts, war für seine Schüler Wegbereiter und Mentor. Letzteres ist er noch immer. Und wenn er ruft, kommen alle.

Bunt herausgegriffen Hans Haas, Jörg Wörther, Joachim Gradwohl, Bobby Bräuer, Christian Petz, Roland Trettl, Wolfgang Pade, ...

Eckart Witzigmann mit Kollegen

Sein Restaurant Aubergine zählte zu den besten Häusern Europas und war eines der ersten außerhalb Frankreichs, an das drei Michelin-Sterne vergeben wurden. Aus diesen Gründen und wegen seines soziales Engagements wurde Kochlegende Eckart Witzigmann von San Pellegrino und „The World's 50 Best Restaurants Academy” für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Köche, die bislang diesen Preis in Empfang nehmen durften, waren unter anderem Paul Bocuse, Joël Robuchon, Gualtiero Marchesi, Albert und Michel Roux sowie Alice Waters. Mit seinem sozialen Engagement im Rahmen der Gruppe „Spitzenköche für Afrika” sammelte Eckart Witzigmann in den vergangenen beiden Jahren mehr als eine halbe Million Euro. Nicht zuletzt auch deshalb habe er diese Auszeichnung mehr als verdient, hieß es in der San-Pellegrino-Aussendung.

syl

Pyramidenspiel Samstag 2010-04-24
Ich habe ihn wiedergesehen. Den Mann mit dem wilden Pfeffer. Sie erinnern sich? Bertil Åkesson hat mich schon damals beeindruckt. Er hatte seine unglaubliche Schokolade mitgebracht und zur Verkostung ins Xocolat geladen. Single Plantation Chocolate von seinen Plantagen in Madagaskar, Brasilien und auf Bali. Verschiedener Sorten wie Criollo oder Forastero.
Akessalzkristalle

Gerade schmilzt übrigens ein Stück 75%ige Criollo aus Madagaskar dahin ... Vielschichtig wie guter Rotwein, fruchtig, Gewürze, Piment, langanhaltend.

Bertil kultiviert auch Pfeffer. Einige seiner zehn Sorten vertreibt das Wiener Babette's. Insbesondere Voatsiperifery ist empfehlenswert, wildwachsender Urwald-Pfeffer, mit seinen erdigen Noten der Lagavullin unter den Gewürzen.

Jetzt war er aber hier wegen dieser kleinen Salzkristalle. Von denen jeder einzelne aussieht wie die Pyramide des Louvre und bis zu 2,5 mm groß ist. Heaven knows why, aber so wachsen sie. Weswegen das Salz auch den Namen Taksu Sea Salt trägt. Taksu ist balinesisch und steht für "Nur der liebe Gott weiß warum". Neben einfachem Meersalz und Fleur de Sel entstehen diese Kristalle in Becken an der Küste Balis. Wo möglicherweise dieser große Strom, dessen Namen ich vergessen habe, die Form vorgibt.

Wenn man dieses Salz auf seiner Haut spürt, es in der Hand hin und her rollt, ist das wohl die angenehmste Art eines Pyramidenspiels. Die kleinen dekorativen Kristalle sind am Gaumen kantig aber nicht spitz, zart salzig und nicht plakativ wie das Rieselsalz aus Hallstatt. Was wohl an der Form liegen mag. Meint auch Bertil. Gerade hat er seine allererste Palette dieses händisch geernteten Salzes zusammen. 200 kg die Woche gewinnt er, nicht mehr. Zu haben wahrscheinlich demnächst exklusiv im Schwarzen Kameel. Und ab Herbst gibt es die Pyramiden eingegossen in intensive Milchschokolade.

Was er wohl das nächste Mal mitbringt, wenn er wieder nach Wien kommt? Vielleicht einen Hauch dieses besonderen Lichts aus dem brasilianischen Urwald, dem er so verfallen ist?

www.akessons-organic.com
www.xocolat.at
www.babettes.at
www.kameel.at

syl

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