Grüne halbierte Tomaten in Großaufnahme

Bassena - unser Blog

Der Gespritzte ist wieder da Sonntag 2010-06-13

Er hat wieder Saison, der Gespritzte. So hieß es früher einmal. Und man wußte nie genau, wer jetzt genau gemeint war. War es der Gast im Segafreddo am Graben, der Gespritzte. Oder beim Heurigen in Grinzing, der Gespritzte. Er hatte auf jeden Fall Saison. Und manche meinten, ihn an seinen aufgestellten Polohemdkrägen schon von weitem zu erkennen zu können und gingen dann lieber auf ein Bier.

Doch in der Zeit der Hardcore-Weintrinker ist es um den Gespritzten schlecht bestellt. Hier und dort zeigt er sich noch, vielleicht ganz vereinzelt in der Reiss-Bar.

Prinz Williams mit Poloshirt

Dort trinkt er Champagner aus nicht geeigneten Gläsern. Uns Trinkern ist er egal. Wir lachen über ihn. Und gerade deshalb ist es auf dieser Site der Nichtkonformisten jetzt höchst dringend, dem Gespritzten einen wohlverdienten Auftritt zu geben.

Denn er macht sich gerade im Sommer ernsthaft um den Durst der Menschen verdient, und dieser ist bei den üblichen Temperaturen noch größer als er eh schon ist. Ich treffe ihn an der Bar des Grünauer, den ich hier nur den allergrößten Nebbochanten gesondert vorstellen muss. Er ist aus einem Wein, der nicht mehr sein will, gemacht und einer raketenartigen Dosis Soda, sodass es schäumt und windet im Glas, wie beim frisch gezapften Bier. Beides gehört ja schnell runtergespült, wie man weiß, also der verlängerte Weiße in wenigen Schlucken und man sagt: Ahhh, bitte ein Zweiter.

Mit dem Vorbild Grünauer können die Wiener Ausschanke leider nur in den allerseltensten Fällen mithalten. Auch ein anderes Ereignis des Sommers findet sich dort, einer der besten Gurkensalate des Landes, ein Zaziki, oder wie es heißt, mit kleiner Kartoffelbeigabe und ordentlich Rahm. (Das Rezept zu entnehmen der neuen Ausgabe von a la carte.) Aber wir sind nicht deswegen hier.

Herr Rabl

Darauf einen Rosé

Madam Reich  13.06.2010 13:20

Sehr verehrter, hoch verehrter Herr Rabl, ist es nicht so, dass krisenbedingt sich der doch eher einfach gestrickte Mensch vermehrt nach "Harmonisierung" & "heiterer Leichtigkeit" sehnt? - Ich jedenfalls war gestern im Rialto, Michaelisbrücke 3, an einem Hamburger Fleet. Aufgrund der Kälte ausgestattet mit einem hellrosa Designer-Mäntelchen von Unger - nicht gestrickt, sondern sehr leicht aus feinstem Filz. Derart visuell Schweinchen-Rosa inspiriert empfahlen mir dann sowohl die Damen und Herren im Service, als auch meine drei männlichen Begleiter einen Rosé - den Zweigelt Rosé vom Loimer - die Flasche zu 23 Euro - rein farblich perfekt abgestimmt auf das besagte Mäntelchen. Aufgrund der Tatsache, dass die Herren partout zahlen wollten, habe ich mich in aller Leichtigkeit meinem Schicksal harmonisierend ergeben. Auf meine Frage, ob man denn den Rosé wohl vorher "gespritzt" hätte, wurde ich nur ungläubig bis verständnislos angeschaut. Habe mir daher sofort einen Rhabarbersaft bestellt und ihn so lange mit perlendem Wasser "gespritzt", bis er die Farbe vom Rosé hatte. Alleine durch diese visuelle Beweisführung und die anschliessende Verkostung des Rhabarbersaftes versus Rosé wurden die Herren dann doch ein wenig stutzig und äußerten sich wie folgt: "Ja, der Wein hat einen beerigen Abgang." Ich dann: "Ist Rhabarber denn eine Beere?" - Da aber schon die Vorspeise - angeblich Tartar vom Kalb - eindeutig nur nach Thunfisch in Mayonnaise geschmeckt hat, habe ich mir erlaubt, alles Rhabarber sein zu lassen und meine Tischherren nicht weiter zu sekieren. Ja, in Ihren Augen, werter Herr Rabl, eine Geschmacksverirrung - ich selbst überdenke daher, ob ich jemals wieder dieses Schweinchen-Rosa Mäntelchen tragen sollte. Denn jegliche Verwässerung - ob einer Farbe oder eines Weines - scheint doch viele in die Irre zu führen ...

WIR FREUEN UNS! Freitag 2010-06-11

Darf man stolz sein, wenn einer der eigenen Kunden Erfolg hat? Man darf wie wir meinen. Und wir freuen uns. 

Ferdinand Mayr ist der klassische Négociant. Im Land von Bordeaux, Burgund & Co gang und gäbe, bei uns doch eher exotisch. Herr Mayr, der hierzulande vor allem als Vortragender in Sachen Wein mit enormem Wissen und viel Herz bekannt ist, kauft also Trauben und lässt Wein nach seinen Vorstellungen keltern. Jahrelange Erfahrung und ausgeprägte Sensorik sind seine besten Voraussetzungen, den Weinwerdungsprozess fachmännisch zu begleiten. So weit so gut.

Ferdinand Mayr mit Weinglas

In Spanien läuft das Geschäft seit dem Jahr 2000, in Österreich ist der „Winzer ohne Weingut“ erst seit 2008 aktiv. Zwei Marken gibt's: „Na Alsdann“ und die Premiumlinie „Kaiserwetter“. Die ersten Lorbeeren folgen auf dem Fuß.

Sein Grüner Veltliner Na Alsdann 2009 gewann bei der International Wine Challenge 2010 in London auf Anhieb Bronze. Wir gratulieren!

Na Alsdann, Herr Mayr, weiter so.

Ruth

Harte Konkurrenz für hochwertige Bubbles Mittwoch 2010-06-09

Cava, Prosecco oder englischer Schaumwein sind mitnichten die schärfsten Champagner-Widersacher. Viagra ist laut Pierre-Emmanuel Taittinger der wahre Feind. Genusshemmer und Ohneumschweifezumzielkommer.

Was uns ins Zeiten von Wirtschaftskrise und immer weniger finanzieller Mittel bleibe? Die Zeit, uns zu lieben und Champagner zu trinken. Ein Glas Champagner helfe dem wahren Genießer auf die Sprünge. Es mache den Stress und die Unannehmlichkeiten der modernen Welt vergessen. Ein bisschen leistbarer Luxus.

Grafik L'Instant Taittinger mit Frau und Champagnerglas

Und eine Stunde lang wie die Queen of England sein.

Kann das bitte jemand allen weitersagen: Blaues Stehvermögen ist nichts gegen den genießerischen Genuss eines Glases Champagners und viel viel Zeit ...

Quelle: www.decanter.com
syl

SAIGON Montag 2010-06-07
Das Pho Saigon darf als Paradebeispiel für den Ehrgeiz der Nichteuropäer gelten, sich mit Arbeit, Arbeit, Arbeit und einem Quäntchen Fortune eine Existenz zu schaffen.   Garnelen in Teig

Gerade noch ein bescheidenes Winziglokal mit Kühlschrank, kleinen Tischchen und einem kleinen Angebot an authentischer Vietnamküche ist das jetzt ein heraus polierter Laden inklusive Kaufmöglichkeit und respektabler Erscheinung. Okay, oder? Die Karte ist bunt wie ein Bruce Lee Comic und wie es hier aussieht und duftet, das macht schon einmal Appetit. Also bestellen wir. Die kalten Frühlingsrollen mit Shrimps. Superb. Gebackene Garnelen im Bierteig mit der an dieser Stelle verpflichtenden Chillisauce. Großartig. Wir bestellen weiter. Eine Portion Teigtaschen mit dem und dem, so gut und delikat zubereitet, und vor allem so schön als wäre das nicht der Naschmarkt, sondern guy Savoy in Paris oder das Penninsula in Hong Kong oder so.

Also bestellen wir noch einmal. Das Bier aus Vietnam übrigens: Spitze. Ein Vorspeisenteller: Kleinkochkunst. Hier kalt, da lauwarm dort gebacken. Und die frappante Frage: wie geht das zu einem Preis, der in dieser Stadt sonst gerade einmal für ein Paar Würstel reicht? Kann man dieses Essen ohne schlechtes Gewissen genießen? Sind die Meeresfrüchte aus vietnamesischen Antibiotikameeren? Kriegen die Kochsklaven pro Tag mehr als einen halben Euro? Wir balancieren unsere Stäbchen und einige Köstlichkeiten in den Mund. Und bestellen.

Ein Hühnergericht mit Reis, Zwiebeln und Zitronengras. Labbrige Hühnerstücke, Overdosis Zwiebel, banale Sauce. Okay. Jetzt ist wieder klar, warum die Preise so sind, wie sie sind. Beruhigt zieht man weiter. (Und ist nicht überrascht, wenn die gebackenen Garnelen am nächten Tag aus dem Magen noch auf einer Audienz bestehen.) These boots are made for walking.

Pho Saigon
Naschmarkt 191 | 1040 Wien
Telefon: +43 (0)1 585 02 24

Herr Rabl

Taiwan, Vietnam - egal

Ching Chang Chong  10.06.2010 13:13

Am Großneumarkt in Hamburg, also mitten im 1.Bezirk, gibt es einen "Chinesen" mit gebratenen Nudeln - wahlweise mit Shrimps oder Huhn - ab 2.90 Euro und ab 4.90 Euro z.B. kross gebratene Ente "scharf" inklusive Gemüse und Reis. Ganz teuer ab 5.90 Euro, der Rest alles deutlich unter 10 Euro. Bis heute eine erste Adresse für alle "Feinschmecker" & "Sparbrötchen". Als ich mich als Taiwan "Kenner" ausgab, wurde mir erstaunlicherweise Folgendes mitgeteilt: "So, sorry, is nixe gut, du besser nixe esse ..., dir mache wir frisch, wir nixe Chinese, wir nixe Taiwan, nur Vietnam, übernomme von Taiwan, ok für diche?" - Frage: Ist ein Esser / Feinschmecker auch immer politisch zu sehen? - Hat Agent Orange bis heute allen das Hirn vernebelt? - Darf ich mir erlauben zu sagen, dass zumindest der Umkehrschluss nicht zulässig ist? Will heißen: Politiker sind definitiv keine Feinschmecker. - Darauf ein Schlückchen BP-Öl, ist ja genügend da in den Weltmeeren.

Hohensinns Handicap Montag 2010-06-07

Sind es da zwei Lokale, die in einem kleinen Marktstandel am Karmelitermarkt Platz finden, die sich da drängeln wie die Sardinen oder wie Herz und Lüngerl in einem Kochtopf?

Apropos Kalbsbeuschel: etwas besseres unter diesem Titel wird auch der beste Beuschel-Scout in dieser Stadt nicht finden - oder halt wenigstens werden sie ihm nicht den Weg auf der Straße verstellen, die guten Kalbsbeuscheln. Ja, es sind zwei Restaurants, denn Josef Hohensinn kocht einfach sehr gut und das ist jetzt keine wirkliche Neuigkeit. Doch der Rest ist eine einzige Niederlage.

 Illustration eines Kellners in grünem Frack

Dieser Rest, von dem wir hier sprechen, sind nicht die Überbleibsel von Saucen, köstlichen Spaghettis mit kaum gegarten Thunfisch oder Maibockmedaillons, sondern die Art, wie die Patronne Katho Groh und ihre Entourage das Thema Empfang, Service, Beratung und Betreuung interpretieren.

Begrüßung einer Gläubigerrunde von Essern: Null. Weinberatung: Minus Zwanzig. Verabschiedung: hamma nicht.

Wir bestellen eine Flasche. Auf der Rechnung wird sie glasweise ausgewiesen. (Das Glas Knoll Smaragd über 10 Euro. Ordentlich. Da könnte sich Meinl am Graben noch was abschauen.) Die Frage: Wir haben doch eine Flasche bestellt. Die Antwort: Wir verrechnen glasweise. Der Gedanke: macht die Flasche um 30 Prozent aufwendiger und damit den Gast zur Flasche, die draufzahlen muss. Nicht bestellte, aber eingeschenkte Gläser werden verrechnet. Dem Gast, der gegen zehn Uhr nach einem Spaziergang zum Bankomaten das Standel betritt, empfängt man an der Thresen mit einem hantigen "Kann ich Ihnen helfen?" Der Gast wollte nur die Waschräume besichtigen, erfährt aber im Nachhinein: man hielt ihn für einen Marktbeamten. Sehr freundlich. So hat er es gerne, der Gast. Frau Groh macht ein gutes Ding mit ihrem Marktachtel. Doch mit den Erwartungen, die über ein akzeptables Bier oder eine Eierspeise hinausgehen, hat sie es nicht wirklich. Und wie der Kopf, so auch der Rest vom Fisch.

Marktachterl
Karmelitermarkt 96, 1020 Wien
Tel. +43 (0) 1 214 47 92 www.marktachterl.at

 Herr Rabl 

Knoll, Smaragd, Meinl et.al.

Madam Reich  10.06.2010 12:49

Sehr geehrter, hoch verehrter Herr Rabl, darf ich anmerken, dass ich den Knoll Smaragd schon vor der Einführung des Euro bei Meinl am Graben für mehr als 10 Euro, eher für das Doppelte die Flasche erwerben musste ... Was vermutlich daran liegt, dass ich eine "Toitsche" bin, daher auch den Service & die Verabschiedung "hamma nicht" schon immer gewohnt bin. Ich hoffe, Sie damit einigermaßen trösten zu können. MfG, die Deutsche ;-)

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