Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

ENDLICH WIEDER EIN R Freitag 2010-10-01

Angeblich ist die Sache mit dem R im Monat längst überholt. Dass man dem Austern-Genuss also nur in der Zeit von September bis April huldigen soll.

Doch die Annahme hält sich eisern. Sie kommt angeblich nicht daher, dass die Hedonisten der früheren Jahrhunderte vor während des Transports nicht-gekühlten Meeresfrüchten Angst hatten.

Austern auf einem Teller

Nein, die Herren – und Damen – der Juristerei waren schuld. Die Gesetzgebung in Frankreich, England und USA untersagte bereits im 18. Jahrhundert den Austernfang in den Monaten ohne R. Schon damals kämpfte man mit rapide schwindenen Austernbeständen auf Grund der rücksichtslosen Überfischung. Die Hoffnung war, dass die Austernbestände sich in den warmen Laichmonaten wieder erholen würden.

Auch ein Grund, warum noch heute viele die Monate ohne R austernspezifisch meiden, ist das milchige Fleisch der laichenden Austern aus wärmeren Anbaugebieten. In vielen nördlich gelegenen Kultivierungsgebieten ist es der Pazifischen Auster im Sommer aber eh oft zu kalt zum Laichen. Diese Austern schmecken also sommers wie winters.

Wie auch immer, das soll hier keine wissenschaftliche Abhandlung werden sondern ein Plädoyer für den rohen Genuss. Und ich hab im ersten R-Monat schon zugeschlagen. Im Theatercafe. Drei Stück „fine de claire“, très köstlich, siehe Foto vor Ort.

Für alle, die es genauer wissen möchten: ein R-Monate-Beitrag auf www.austern.com

Ruth

Wir wollen Romance! Mittwoch 2010-09-29

Am Teller! Sonst auch, versteht sich. Wo auch immer und so oft wie immer. Aber hier geht's um die kulinarische Leibeslust. Laut des «European Food Trends Reports» des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI), Zürich, finden sich die Ernährungsmärkte nämlich in einem rasanten Umbruch.

Ein Paar in der Badewann von oben mit Kerzen

Und man geht der Frage nach, wie das verloren gegangene Vertrauen der Konsumenten zurückgewonnen werden kann. Denn immer neuen Angeboten steht wachsendes Misstrauen der Konsumenten gegenüber, die eine immer größere Sehnsuch nach Einfachheit und Echtheit entwickeln. Die Leute wollen mehr «Romance», die Industrie hingegen produziert «Science». Und die Leute wollen «korrektes» Essen, forden nicht nur von sich selbst sondern auch vom Produzenten Konsequenz. Nur wer die «schlechten» Produkte streicht, bleibt glaubwürdig.

Einzelhändler und Gastronomen sind gut beraten, gesundes, maßvolles, ethisches, nachhaltiges und lokales Essen zu fördern - sonst werden sich alternative Konzepte etablieren. Und wer kann, wird radikal.

Sicher ist: Der Konsument wird erst zufrieden sein, wenn er guten Gewissens «ja» sagen kann. So wie man jeden aus der Badewanne werfen sollte, zu dem man eben nicht reinen Gewissens «ja» sagen kann.

OTS-Aussendung vom 29. September 2010. Der «European Food Trends Report - Science versus Romance» ist zu beziehen auf der Website des Gottlieb Duttweiler Instituts unter http://gdi.ch/eftr2
syl

Mondsee mon amour Montag 2010-09-27
Gustav und Andrea Lugerbauer betreiben eine der schönsten Vinotheken des Landes. In der Herzog Odilostraße in Mondsee. Ein schmucker Ort an sich. Eine der wenigen Plätze im Salzkammergut, wo die regionstypische Tristesse aus Immobiliengier und Restaurant- schließungen noch Eintrittsverbot hat. Lugerbauers Laden erzählt eine Geschichte.  Bild des Mondes, der in den See eintunkt

Reisen, Weinverkostungen da und dort, vergangener und vergänglicher Ruhm als einer der besten Küchenchefs des Landes. Schade. Man bekommt hier nicht nur Weine aus aller Welt und das ziemlich preiswert, Grappas, Gewürze auch, verschiedene nützliche Utensilien zum Kochen und Trinken. Es gibt auch eine kleine Vitrine, in der kenntnisreich ausgewählte Produkte von den Almen Österreichs und Frankreichs und aus den Tiefen des nahen Sees feil geboten werden. Reinanken, Saiblinge - Saiblinge! Der Mondseesaibling war schon Eckart Witzigmann der Feinste.

Lugerbauer erzählt, dass er einmal im Jahr nach Mondsee pilgerte und den in Butter gebratenen Saibling wie ein Chirurg voller Andacht ratzeputz verspeiste. Mache ich auch gerne. Andrea Lugerbauer ist jetzt die Chefin in einer kombüsenkleinen Küche. Der Saibling, den sie brät, kommt in meiner Erinnerung dem Saibling im Weißen Kreuz absolut gleich. Den Paradeisersalat würzt sie nur mit Schnittlauch. Keine Zwiebel und deshalb delikat. Als kleines Zwischengericht schiebt Andrea Lugerbauer einen Schweinsbraten mit Fleischknödel ein. Wir stehen vor dem Wahnsinn am einzigen Tisch des Restaurants, der mit Spitzen gedeckt ist, so gut ist das Krustel, das irgendwie vollkommen aufgeblasen ist, gleichzeitig staubtrocken und wie eine Mehlspeise in sich einstürzt, wenn man draufbeisst. Bratenkrustel, Saibling in Butter und danach der endgültige Pfirsichschmarrn, Karamell und Kaiseraromen pur.

Was es vorher gab, verschweige ich, ich will nämlich nicht, dass Sie wieder einmal der Neid frisst, Sie armer Leser, Sie bedauernswerte Leserin dieses Blogs. Wobei: der Lugerbauer und die Lugerbauerin haben auch für Sie geöffnet. Samstag mittags zum Beispiel, wenn es köstlichen warmen Leberkäse gibt und Tout Mondsee sich hier ein Stelldichein gibt.

Wein & Mehr
Herzog-Odilo-Straße 12, 5310 Mondsee, Tel. +43 (664) 4057142

Herr Rabl
Mehr von ihm auf www.fooodie.net

Keine Weinkarte.

Alexander Rabl  01.10.2010 14:37

Ist ja eigentlich eine Vinothek, in der kleine Gerichte serviert werden. Die Weinauswahl ist recht gekonnt, die Preise sind fair. Ich war gestern wieder dort und hatte einen Alzinger Riesling Smaragd 2007 und das war nicht der einzige Wein, der gut war.

Weinkarte

Ruth  30.09.2010 09:01

Da werd ich doch einmal beim Herrn Rabl anfragen.

Mondsee ist nicht weit

Julia Sevenich  29.09.2010 17:57

Das ist sicher ein Ausflug wert! Was erwartet mich bei die Weinkarte?

Olles für die Fisch an der Adria Wien Freitag 2010-09-24

„Olles für die Fisch oder Gib Butter bei die Fische!?” nennt sich eigenwillig das etwas andere Volxfest an der Adria Wien.

Das alternative Oktoberfest, das mit dem Münchner Original ungefähr soviel zu tun hat wie

Die Adria Wien von der Seite

Kardinal Ratzinger (a.k.a. Papst Benedict XVI.) mit der sizilianischen Mafia bietet von 1. bis 10. Oktober ein Potpourri an Programmpunkten:

Lesungen von Dirk Stermann, eine Schlingensief-Doku, 20 Jahre deutsche Einheit und das Schwelgen in Erinnerungen vor und nach der Wende. Weiters prägt die größte Migrantengruppe des Landes, die Piefke Connection Austria, die Veranstaltungsreihe, die sich selbstverständlich nebst Fußball EM Quali Public Viewing auch der Wien-Wahl am 10. Oktober widmet.

Im PDF-Anhang das genaue Programm von 1. bis 10. Oktober 2010.
Adria Wien
am Donaukanal bei der Salztorbrücke. www.adriawien.at

syl

KEIN GENUSS VON ANFANG AN Mittwoch 2010-09-22

Die Entscheidung der kongenialen Partnerinnen havel & petz, sich beruflich auf ein Packel zu schmeißen und gemeinsame Sache zu machen, fiel wohlüberlegt. Die für sämtliche technischen Unterstützungen ebenfalls. Sprich für Telefon, Internet, Drucker, Fax und natürlich Computer. Es galt, die Gratwanderung zwischen kostengünstig und trotzdem nicht billig zu bewerkstelligen.

Bild eines Computerhinweises "Wollen Sie Ihren Computer jetzt wirklich erschießen?"

Man könnte aus heutiger Sicht sagen, wir waren naiv. Möglich. Aber wir dachten, es gibt doch Experten. Die verdienen ihr Geld mit fachgerechter Unterstützung. Und hier beginnt eine Story, die bis dato quasi never ending ist.

So, wo fang ich an? Starten wir mit dem Grundlegendsten überhaupt, dem Telefon. Die Leitung eines Anbieters war schon da, die übernehmen wir doch gleich. Blöd, weil der nämlich keine externen Durchwahlen unterstützt. Egal, die Telefonanlage, die wir gekauft haben, war eh nicht die richtige. War nur ein Ding für "intern". Wenn wir also von der Küche ins Abstellkammerl verbinden hätten wollen. Naja, und die funkelnagelneuen Telefone, die auch faxfähig hätten sein sollen, waren's nicht. Also zurück an den Start. Status quo: Ein Uralt-Telefon aus unserem Leben vor der Jahrtausendwende tut seinen Dienst. Es ist das bislang einzige Telefon, das mit unserem hypermodernen Multi-Fax-Scan-Kopier-Gerät kommuniziert. Blöd nur, dass jemand anwesend sein muss, um ein Fax entgegenzunehmen. Gott sei Dank ist diese Form der gesendeten Nachrichten am Aussterben.

Nun zur Computerausstattung. Zwei Newcomer-Selbstständige, die voraussichtlich rund um die Uhr arbeiten, wofür entscheiden die sich? Für Laptops. Logo. Die Geräte mit dem Obst wären's gewesen. Die waren uns aber zu teuer. Also lieber doch die Sparvariante. Auch nicht billig, aber wärmstens empfohlen. Von drei Geschäften. Nach einigen Wochen im Dienst beginnen beide Notebooks zu brummen, und zwar elendiglich laut. Die lapidare Erklärung des Herstellers: ein bekannter Lüfterfehler. Naja dann. Beide zur Reparatur, wir jeweils eine Woche ohne Arbeitsgerät. Nun gut, havel & petz sind geduldig. Nach ein paar weiteren Wochen werden die Dinger rückfällig, wir werden ungeduldig. Also zurückschicken, aufs Geld warten, neue Geräte kaufen. Diesmal die Obstvariante. "Mit denen werdet ihr sicher glücklich."

Einschub: In der Zwischenzeit mussten wir uns was in Richtung Server überlegen. Immerhin sind wir zu zweit, irgendwann hoffentlich zu dritt oder zu mehrt. Ein Server? Sehr teuer. Wir probieren's - Tipp eines Experten - mit einer sogenannten Netdisc. Klein, fein, unkompliziert. Nach einigen Wochen erfolglosen Probierens, Installierens, diversen Wutausbrüchen und Schimpftiraden: wir geben w.o. Ein Server muss her. Einer, der mit den Laptops kann. Kein Problem, wird bestellt. In der Zwischenzeit gehen - siehe oben - die Laptops ein, die Obstdinger werden gekauft. Oh, blöd, der Server passt jetzt nicht mehr. Daher die Anfrage, ob Umtausch möglich, die Auskunft, das zahlt sich nicht aus, Ratlosigkeit ... An dieser Stelle die gute Nachricht: Das haben die Experten hingekriegt. Der Server rennt einwandfrei! Einschub Ende.

Wir erinnern uns an die Aussage: "Mit denen werdet ihr sicher glücklich." Ich bin seit gestern mit einem Ersatzgerät glücklich, da mein eigenes einen Festplattendefekt hat. Überflüssig zu erwähnen, dass das so gut wie NIE vorkommt. Wenn ich Glück habe, bekomme ich das gute Stück im Laufe der nächsten Woche zurück. Weiß jemand einen Job, für den kein technisches Gerät notwendig ist? Zweckdienliche Hinweise bitte an havel & petz.

Ruth

PS: Hab ich schon erwähnt, dass unsere Therme seit gestern tropft?

Klumpert

Ruth  27.09.2010 08:51

Ja, stimmt. Aber in meinem Fall lässt sogar das Obst aus. What a shame! Mein schlechtes IT-Karma?

Niemals beim Obst sparen!

Alexander Rabl  26.09.2010 23:55

Das andere Klumpert funktioniert erstens nicht und schaut zweitens so aus, dass der beste Wein in der Flasche sauer wird, wenn die im Büro geöffnet wird.

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