Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Irisch-österreichische Freundschaft Dienstag 2011-01-25

"Gastropub refers to a bar and restaurant that serves high-end beer and food." Frei nach Wikipedia. What a shame. Seit bald einem Jahr gibt's Charlie P's Dining Room und ich war bis heute 17 Uhr noch nicht dort. Das dazugehörige Pub gibt's schon viel länger, noch mehr shame. Ich seh's positiv, es gibt immer was zu entdecken.

Teller mit Fleisch im Charlie P's
© Charlie P's

Was in London seit Jahren funktioniert, hat also auch in Wien seine Entsprechung gefunden. Und wir dürfen uns freuen. Gastropub auf höchstem Niveau. Brian Patton erzählt enthusiastisch von London, The Eagle Pub in Clerkenwell war 1991 das erste dieser Art. Feines, qualitativ hochwertiges Essen, ausgewählte Biere, erlesene Weine. Und das alles im Pub. 

Die Karte im Charlie P's Dining Room macht mir jedenfalls trotz ausgiebigstem Mittagessen um 14 Uhr schon drei Stunden später Lust aufs Abendessen. Calamari in Crispy Sesame Breadcrumbs with a Winter Salad and an Asian Style Aioli. Irish Style Pigs Head Terrine with Crispy Ears, Fried Sage Leaves and a Caper Mayonnaise. Slow Roasted Wild Boar with Crispy Crackling, Mustard Mash, Turnip and Carrots, Apple Sauce and Pork Gravy. Ein kleiner Auszug aus der Karte. Zum Abschluss Käse. Zweimal irisch, Cashel blue, exzellenter Blauschimmel, und Coolaea, quasi ein gereifter Gouda. Dann ein englischer Vertreter, ein Montgomery Cheddar. (Sollte die Schreibweise nicht korrekt sein, man möge mir verzeihen).

Hab ich schon erwähnt, dass Brian ein echter Freak ist? Zum Wohle seiner Gäste. Alles von ausgewählten Lieferanten, alles frisch, das Brot wird selber gebacken, der Käse selber importiert.

Ach ja, die „einfache“ Pub-Karte spielt selbstredend auch alle Stückeln.

Zum Gustieren.

 

Ruth

Nie ohne Grund Freitag 2011-01-21

So ähnlich wie am Bild muss man sich den Abend vorstellen. Bloß die Tracht war eine andere. Weniger opulent und ausladend. Weniger einladend. Wozu auch, waren wir ja unter uns. Ohne Testosteron und voller Histamin. Letzteres kam nicht von ungefähr.

Als Aperitif die Hausmarke, der Champagner für alle Fälle, Pol Roger Brut Réserve. Gefolgt vom Lieblingsfranciacorta von der einen: An-Maria Clementi DOCG 2003, Ca'del Bosco. Den würde man nicht von der Tischkante stoßen!

Charles Ellner Cuvée de Réserve Brut

Chardonnay, Pinot Bianco und Pinot Nero haben ihn zu dem gemacht, was er ist. Seine leichten Reifetöne lassen an die ergrauten Schläfen gewisser Männer denken. Weiblicher zumindest am Etikett der Champagne-Eigenimport der anderen, Charles Ellner Cuvée de Réserve Brut aus Epernay. Und er hat alles, was man braucht. Frischer kräftiger Körper, zarte rauchige Aromen, Finesse und Stil, zum alleine Genießen oder als Begleiter.

Doch man lebt nicht nur von Champagner alleine. Als Zwischengang ein Riesling, Alte Reben Heiligenstein 1995 vom Bründlmayer. Hier an diesem Abend hatte er es ein wenig schwer. Zwei Tage später genossen und nur mit mir allein, hatte er bessere Karten. Feines Petrol, aber auch viel reife Marille, noch recht kräftiger Körper und lang. Ein knackiger Alter!

Und warum das Ganze? Die Feier galt uns ganz alleine. Grund genug für beste Tropfen, feine Speisen. Letztere waren gecatert. Aber das ist eine andere Geschichte.

syl

BÖSE, BÖSE Montag 2011-01-17

Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder. So ähnliche Ansichten herrschen auch weitgehend in der Weinwelt. Wer mit dem edlen Tropfen zu tun hat, muss doch ein Guter sein. Doch leider, in Kombination mit viel Kohle dann schon wieder nicht.

Person in Anzug mit Handschellen 

Wie der Decanter vermeldet, muss Benedict Moruthoane, ehemaliger Direktor einer Wein-Investment-Firma, wegen Betrugs 7,5 Jahre hinter Gitter.

Als Direktor von International Wine Commodities Ltd. sowie Gründer von Templar Vintners Ltd. nahm er einige Hunderttausend Pfund von willigen Weininvestoren entgegen, erwarb dafür aber angeblich keine einzige Flasche Wein.

Wer also wirklich viel Kohle für Wein hat, sollte in einen guten Keller investieren und persönlich dafür sorgen, dass der Stoff geliefert wird.

Der Link zum Decanter

Ruth   
REMINISZENZ AN DIE CHAMPAGNE Sonntag 2011-01-16

Am 21. ist's genau ein Jahr her, dass havel & petz sich aufmachten, um den Nabel der Schaumwein-Welt zu bereisen. Via Paris fuhr man nach Reims. Vier Tage Kellerbesichtigungen, prickelnde Tastings und natürlich - maßvolle - Völlerei.

Nachdem es aus verschiedenen, hier nicht umfassend erläuterbaren Gründen nicht möglich ist, dass wir uns auch 2011 zur einzigen Wiege des Champagners aufmachen, pilgerten wir eben in Wien zum edlen Sprudel. Und das in wahrhaft adäquater Begleitung. Mit dem Herrn Rabl.

Alexander Rabl im Le Cru

Das "Le Cru" ist genau der richtige Ort, um in Champagner- und Champagne-Laune zu kommen. Nachdem unser Mann für alle Fälle sein Wasser aus der Schale getrunken hatte, kamen wir zur Sache. Auf Empfehlung des Hauses starteten wir mit einem Glas Agrapart. Der servierte Extra Brut aus Avize/Marne erfreut unsere ausgetrockneten Gaumen. Birne, Quitte, ein Hauch Heu, knochentrocken. À votre Santé!

Danach werden wir sentimental. Und bestellen ein Exemplar aus dem Hause Moncuit in Mesnil-sur-Oger. Einen Brut Millésime 2004.

Agrapart & Fils Terroirs Extra Brut

Die Erinnerung an Madame Moncuit, die vor uns am Boden kniend eine ihrer Flaschen öffnete, wird immer bleiben. Und ganz im Gegensatz zum damals, nun sagen wir einmal eher einfachen Ambiente des Verkostungsraumes, bestechen die Weine (nach 2004 dann 2002) auch diesmal wieder durch Eleganz und Finesse.

Ach ja, gegessen haben wir auch. Nichts Französich-Schampanjerisches, sondern einen wunderbaren Yohm-Teller aus der nächsten Nachbarschaft.

So lassen sich Fernweh und Melancholie wirkungsvoll behandeln.

Ruth

Sushiteller
Nicht nur für Hofratswitwen Sonntag 2011-01-16

Ich schwöre, es ist nicht auf meinem Mist gewachsen!

Die Tochter selbst wollte sich für die Kinderoper in Baden casten lassen. Sonntags zu nacht- schlafender Zeit um 10 Uhr! Da es schon egal war, konnten auch gleich die beiden Freundinnen die Mitfahrgelegenheit nützen.

Innenraum des Cafe Central

Mit verständlichem Grant ob der sonntäglichen Ruhestörung wurde der kichernde Tross pünktlich Richtung Thermenregion ins Auto verladen. »Das nächste Mal sollen gefälligst  andere Eltern fahren!» war das innere Mantra der Fahrt. Die aufgeregten Damen im Stadttheater abgesetzt machte man sich schließlich auf die Suche nach einem erträglichen Platz im sonnigen Baden, das plötzlich in ganz anderem Licht erschien. Ganz und gar nicht alt sondern eben sonnig, entspannt und eigentlich ganz hübsch.

Das Café Central am Hauptplatz schien perfekt für einen Sonnen-Sonntagmorgen. Und so war es. Einladend, 60er-Jahre-Atmosphäre, rauchfrei, ruhig und lichter Platz am Fenster. Der Kellner mit der unglaublichen Fokuhila-Frisur war ein Schatz, gutgelaunt und mit noch besserem Schmäh. Der Caffe Latte mit bester Frischmilch und genau richtig, das Käsebrot frisch und saftig, und unaufgefordert brachte der Gute ein weiteres Glas heißes Wasser zum zweiten Gang. »Dass'ma halt net Bauchweh kriegen von dem warmen Zeug» und ging weiter zum Kurgast, um sich nach dessen Befinden zu erkundigen. Mit den anwesenden Kindern unterhielt er sich auf Augenhöhe und Humor. Kein Kinderwunsch war ihm zu blöd.

Es war Genuss pur. Das eine Kind im Theater, das andere beim theatralischen Vater und man selber hatte zwei Stunden Zeit für wirkliche Muße und die gesamte Sonntagspresse.

Das nächste Mal fahr ich!

Café Central
Hauptplatz 19, 2500 Baden, Tel. +43 (2252) 48454

syl
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