Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

Wie kommt der Preis zum Wein? Sonntag 2011-04-03

Draußen Sonntag, Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Drinnen Sonntag, Bett, Café au lait und Brand eins. Das Heft. Immer wieder eine Freude. Denn da macht sich jemand Gedanken, zum Beispiel zum Rätsel Preisgestaltung. Warum u. a. Frauen beim Friseur für die gleiche Dienstleistung um ein Eck mehr zahlen als Männer.

Weinreben im Frühling 

Antwort: Weil's so ist, und Kundinnen und Kunden es so akzeptieren. Margen werden willkürlich gesetzt. Die fitzelige Kostenkalkulation, die wir in der Schule gelernt haben, ist nicht mehr als ein Eckpfeiler, nicht mehr als ein Pfosten im Weingarten. Was für den Friseur gilt, gilt selbstverständlich auch für den Wein. Der suggerierte Produktwert zählt.

In einem Experiment an der Carnegie Mellon University, Pennsylvania, wurde Studenten ein 1998er Côtes du Rhône zum Kauf angeboten. Der vorgeschlagene Preis war vollkommen willkürlich gewählt, nämlich nach den Endziffern der studentischen Sozialversicherungsnummern. Und obwohl das alle wussten, folgten sie der allgemeinen Tendenz: Die mit einer niedrigeren Nummer bewerteten den Wein mit durchschnittlich 11,62 Dollar, die mit einer höheren mit 19,95 Dollar.

Insoferne ist es also vollkommen egal, wie der Winzer den Weinpreis ansetzt. Der Weinliebhaber zahlt das, was ihm der Wein wert ist und nicht das, was der Wein wert ist.

Quelle: Brand eins, Heft 02/2011, S. 12-13
syl
Kleine feine Filme über Geschmackvolles Freitag 2011-03-25
Alexander und Nadeschda Schukoff frühstücken gerne. Alexander und Nadeschda Schukoff frühstücken gerne gut. Alexander und Nadeschda Schukoff frühstücken gerne gut und interessieren sich für die Lebensmittel, die sie so frühstücken.
Beim Formen einer Semmel

Und weil das vielleicht auch andere »Frühstücker« interessiert, machten sich die beiden an eine Filmserie, in deren Mittelpunkt der Wiener Frühstückstisch steht. Start ist am Sonntag in der ORF-Reihe »Matinee« um 10.35 Uhr in ORF2: »Die Wiener Semmel - eine kleine Kulturgeschichte«.  In diesem ersten Film geht es zum Beispiel um die Handsemmel und warum die nicht jeder Bäcker machen kann. Es geht um optische Merkmale der idealen Semmel, um den Teig, das Karamelisieren im Ofen oder die Haltbarkeit der Kruste. Wir alle wissen, da gibt's Unterschiede, die gibt's gar nicht.

Natürlich darf auch gesprochen werden. Dies tun Bäcker und Wirte, Weizenbauern und Müller, Gastro-Journalisten und Gourmets.

Der Semmel-Film entstand mit Unterstützung der Stadt Wien, des Vereins zur Förderung des Bäckergewerbes und der Wirtschaftskammer Wien, Fachgruppe Kaffeehäuser.

Und weil so ein resches Semmerl gern Begleiter hat, sollen Sekt, Honig, Wasser, Schinken, Marmeladen, Räucherfische und anderes folgen. In Serie eben.

Zum Gusto-Holen:
Die Programmankündigung auf der ORF-Website

Ruth

Der VINEUS Wine Culture Award 2011 – backstage Mittwoch 2011-03-23

Auch wenn er am Abend der Gala pretty in pink getaucht war, durch die rosa Brille haben wir ihn nicht gesehen, den VINEUS. Dafür hat er uns in den letzten sechs Monaten zu sehr auf Trab gehalten. Schlaflose Nächte, weil wir neben ihm auch noch andere Liebkinder zu betreuen haben, hat er uns gekostet. Schlaflose Nächte, weil er auch die eine oder andere Sorge bereitet hat. Aber, wer dich neckt, den liebst du.

Weit weg schien die VINEUS-Gala am 21. März über all die Monate. Beim Frühling dauert es ja auch ewig, bis er endlich kommt. Und plötzlich stand sie auf der Türmatte.

Ruth beim Frisör

So plötzlich, dass sich der Friseur nur noch ganz knapp ausging. Aber wie alles, haben wir auch das hingekriegt. Den Hüpfer ins Wäschegeschäft auch. Très désolée, dieses Foto bleibt in der Schublade.

Grad halt ging sich's auch noch aus, schnell in die Toilette zu schlüpfen. Für die Toilette. Die Frisur der Kollegin war fix, die andere Frisur schnell ausgekämmt, um wieder so zu sein wie immer. Etui gegen Jeans, Strümpfe gegen Socken, Heels gegen Sneakers. Die ersten Gäste waren da, die Wimperntusche fehlte noch. Statt der Dusche das Parfüm ...

Ruth mit Freunden im Büro

Und dann der Abend. Fast entspannt. Die Musik zu laut - für die Nachbarn only, die Polizei sehr höflich, kaum erwähnenswert. Und dann, weil alles gut und rund gelaufen ist, Champagner. Und noch viel später happy landing im Büro. Aglio Olio. Bett. Nach der Verabschiedung. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen.

Wer wissen möchte, wer die VINEUS Wine Culture Awards gewonnen hat, werfe einen Blick auf unsere Presseinfo. Man muss ja nicht immer alles zweimal sagen, oder?

syl
Ein Land sieht rot Sonntag 2011-03-20

Roland Velich war der Erste, der mit einem seiner Rotweine für internationale Aufmerksamkeit gesorgt hat: 95 Parker-Punkte für Blaufränkisch Neckenmarkter Alte Reben 2006. Ein Wendepunkt, der schlussendlich auch Österreichs Rote in den Fokus der Weinwelt rücken ließ. Ein internationales Pinot-Noir-Tasting 2010 in Singapur, gewonnen von Fritz Wieningers Pinot Noir Grand Select 2004, tat ein Weiteres.

Jetzt kam die Bestätigung aus London. Die Weinmarketing hatte zum alljährlichen Tasting ins Institute of Directors geladen, und diesmal sollte auch Jancis Robinson MW ausschließlich auf der Suche nach Österreichs Rotweinen dort vorbeischauen.

Schiefer Königsberg

Manche der Weine fand Jancis »really really exciting« mit dem Zusatz, dass hier eher von den höherpreisigen Lagen-Weinen um die 20 £ die Rede ist. Potential sieht sie in drei Rebsorten: dem fruchtigen Zweigelt, der auch in günstigeren Preisklassen gute Qualitäten bringt. Hier unterstreicht sie ihre Erleichterung darüber, dass Österreichs Winzer sich von ihrer »love affair« mit dem Barrique wieder erholt haben. Es punktet Leth mit dem Gigama 2008.

Dem saftigen St. Laurent, mit seinen »obscure origins«, auch wenn er zuweilen etwas süßlich daherkommt und dem österreichischen Pinot Noir in Punkto Struktur und Langlebigkeit nicht ganz das Wasser reichen kann. Top: Reinischs Holzspur 2004 vergleicht sie dank seiner rauchigen Noten und seidigen Textur mit einem Côte Rôtie.

Dem charaktervollen Blaufränkisch. Für Jancis der Rotwein, mit dem Österreich tatsächlich ein Zeichen setzt. Seine frischen Aromen, sein mittelkräftiger Körper und seine Eignung, das jeweilige Terroirs klar zum Ausdruck zu bringen, machen das Besondere dieser Rebsorte aus. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf den mineralischen Weinen von Leithaberg und Spitzerberg. Der höchstbewertete Wein der gesamten Verkostung: »Schiefer's racy Königsberg Blaufränkisch 2008, at £12.49 from Raeburn of Edinburgh, has to be the bargain.« Und abschließend: Der Blaufränkisch ist auf dem Weg, international das Pendant zum Grünen Veltliner zu werden.

Jancis' Favoriten des Tastings:
- Johanneshof Reinisch, Holzspur St Laurent 2004 Thermenregion
- Jurtschitsch Sonnhof, Pinot Noir 2007 Kamptal
- K+K Kirnbauer, Das Phantom 2008/Girmer (Zweigelt) 2008/Vitikult Blaufränkisch 2007 Burgenland
- Leth, Gigama 2008 Donauland
- Moric, Neckenmarkt Alte Reben Blaufränkisch 2008 Burgenland
- Muhr-van der Niepoort, Spitzerberg (Blaufränkisch) 2008/Syrah 2007 Carnuntum
- Pichler-Krutzler, Weinberg Blaufränkisch 2008 Burgenland
- Pittnauer, Rosenberg Blaufränkisch/Alte Reben St Laurent 2008 Burgenland
- Prieler, Blaufränkisch 2008 Leithaberg
- Schiefer, Königsberg*/Szapary/Reihburg Blaufränkisch 2008 Südburgenland
- Ernst Triebaumer, Blaufränkisch/Cabernet 2009 Neusiedlersee-Hügelland
- Umathum, St Laurent 2007 Burgenland
- Wohlmuth, Privat Rabenkropf Blaufränkisch 2007 Mittelburgenland

Jancis hatte übrigens in ihrem Forum schon vor dem Tasting die Frage gestellt »Are Austrian reds poised for a popularity explosion?« und mit Leuten wie David Schildknecht diskutiert. Die einhellige Meinung insbesondere zum Blaufränkisch ist positiv. What else?

Quelle: www.jancisrobinson.com
Jancis' Tasting Notes

syl

Kleines Buch mit großer Aussage Donnerstag 2011-03-17

Dass ich das Buch kürzlich geschenkt bekommen und vor einigen Tagen zu lesen begonnen habe, ist wahrscheinlich Zufall. Doch gerade jetzt, wo ein ganzes Land von  katastrophalen Ereignissen existenziell bedroht ist und die Welt fassungslos zuschaut, finde ich das kleine Werk umso bemerkenswerter und wichtiger.

Francois Lelord schreibt über den Psychiater Hector, der sich aufmacht, um das Glück zu suchen. Auf seinen Reisen trifft er mehr und weniger glückliche Menschen und versucht herauszufinden, wovon das individuelle Glücksempfinden abhängt. Und das in einer einfachen aber umso erfrischenderen Art und Weise.

Cover von Hectors Reise von Francois Lelord

Noch bin ich mit meiner Lektüre nicht fertig. Doch eines ist jetzt schon klar, und das sollten wir uns immer und immer und immer wieder vor Augen halten: Es sind die scheinbar kleinen und selbstverständlichen Dinge des Lebens, die uns das Glück immer wieder spüren lassen. Wir müssen „nur“ offen sein dafür.

Wissen tun wir das eh, daran erinnern sollten wir uns halt öfter einmal.

Francois Lelord: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück. Piper Verlag. 

Ruth

Weitere Einträge:
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45  46  47  48  49  50  51  52  53  54  55  56  57  58  59  60  61  62  63  64  65  66  67  68  69  70  71  72  73  74  75  76  77  78  79  80  81  82  83  84  85  86  87  88  89  90  91  92  93  94  95  96  97  98  99  100  101  102  103  104  105  106  107  108  109  110  111  112  113  114  115  116  117  118  119  120  121  122  123  124  125  126  127  128  129  130  131  132  133  134  135  136  137  138  139  140  141  142  143  144  145  146  147  148  149  150  151  152  153  154  155  156  157  158  159  160  161  162  163  164 


Bookmark and Share

ruth havel & sylvia petz
fillgradergasse 15/11
1060 wien

t +43 (1) 913 42 74
f +43 (1) 581 13 50
office@havel-petz.at
www.havel-petz.at



* Wir kommunizieren und bringen Sie in die Medien!

* Wir positionieren Ihr Unternehmen und bringen Ihre Einzigartigkeit auf den Punkt!

* Wir beraten und begleiten Sie und Ihr Team für ein nachhaltiges Unternehmertum!

MEHR unter diesem LINK.