Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Was für ein Tag Freitag 2011-06-17
Wir haben's gut. Wir wandeln von einer Verkostung zur nächsten, verbringen viel Zeit in ausgewählten Restaurants, auf die Teller und in die Gläser kommt selbstredend nur das Beste vom Besten. Zwischendurch wird auch ein bisschen »gearbeitet«, aber wenn wir ehrlich sind, das bisschen Schreiben und Organisieren ist ja nicht wirklich Arbeit. Also nicht im engeren Sinn.
Zwei Goldbrassen in der Pfanne 
Letzte Woche Freitag bekamen wir den Eindruck, dass es womöglich wirklich so wäre.  Nachdem wir am Vortag am Badeschiff den Pannobile-Winzern und -Winzerinnen einen kleinen Besuch abgestatten hatten, nahmen wir im Vorbeigehen vom zum Schiff gehörenden Fischmarkt zwei Goldbrassen mit. Die wir uns am nächsten Tag zu Mittag in die Pfanne hauten. Dazu gab's Riesling aus Rheinhessen, vom Spanier.

Gerade noch rechtzeitig nach dem Mahl schafften wir es ins Büro von Willi Klinger, der uns freundlicherweise (danke Willi!) zu Roland Velich geleitete. 10 Jahre Moric, ein Tasting der Sonderklasse. Im ehemaligen Badehaus von Großhöflein offerierte Winzer Velich 18 Weine aus - eben - 10 Jahren. Nach St. Georgen Grüner Veltliner Fassprobe 2010 und seinem gefüllten Pendant 2009 (ich liebe diesen Wein!) zweimal »Moric Reserve«, Fassprobe 2010 und 2009, Neckenmarkt und Lutzmannsburg in einem sozusagen.

 Roland Velich

Danach traten die beiden Moric-Blaufränkisch Lutzmannsburg und Neckenmarkt quasi im Gleichschritt auf. Es war einmalig und lehrreich und interessant und spannend und genussvoll. Und Roland Velich verstand es wie immer, das Ganze mit seiner gelassenen Art und Kompetenz höchst animierend zu kommentieren. Meine zwei Favoriten: Neckenmarkt Alte Reben 2006 und Lutzmannsburg Alte Reben 2002. Bei beiden finde ich auf meinen Kostnotizen »perfekt« vermerkt.

Das Fest danach feierten andere für uns mit, uns riefen jeweils die von den jeweiligen Schullandwochen (oder Landschulwochen?) zurückgekehrten Kinder. Dazwischen ging sich noch ein Schlenker aufs Badeschiff aus. Und wieder sei Willi Klinger gedankt.

Alice Feiring, auf »Naturwein« spezialisierte Weinjournalistin aus New York war im Lande und Willi organisierte ein Abendessen am Badeschiff, in kleiner Runde. Dazu gab's vier mal vier Weine, blind verkostet, Natur und »herkömmlich«. havel & petz waren dabei, wenn auch leider nicht vollständig bis zum Schluss.
 Gläser am Badeschiff

Drei kräftige steirische Sauvignon Blancs und ein Gast. Der entpuppte sich als 2008 Crozes Hermitage aus Marsanne und Roussanne, très naturel, très intéressant. Dann viermal Grüner Veltliner, wiederum die kräftige Abteilung. 2005 Ried Schütt vom Knoll begeisterte die meisten am meisten. Dann Blaufränkisch aus dem Burgenland, darunter der nächste Gast. Ein Nero d'Avola 2008 von Adriano Occhipinti aus Sizilien. Ein Schelm, wer meint, das hätten alle blind erkannt. In der letzten Runde drei »internationale Burgenländer« und ein ungeschwefelter Franzose, Saint Joseph, Côte du Rhône.

Was den Abend so besonders machte: die spannenden und enthusiastischen Ausführungen von Willi Klinger, die fundierte, kritische, hinterfragende und kompetente Meinung von Alice Feiring, die erfrischenden Kommentare aller in der Runde, das zwanglose Verkosten ohne Druck, das Lernen und Neues-Erfahren ganz nebenbei.

What a day.

www.alicefeiring.com

Ruth

Der Captain ist von Bord Samstag 2011-06-11
Zwei Jahre lang war Aufruhr auf hoher See. Manfred Klimeks Online-Weinzeitung CaptainCork.com hat polarisiert und Wellen geschlagen. Von »ist er jetzt vollkommen angrennt« bis »grandios« war alles drin. CaptainCork war auf jeden Fall eine Bereicherung und Diskussion. Und offenbar auch wirtschaftlich erfolgreich.
Screenshot der Captain Cork Website

Jetzt ist der Captain wegen »fehlender Kommunikation mit der Geschäftsführung« von Bord. Warum das so sein muss, erklärt Manfred Klimek bei Dirk Würz. Sehr schade auf jeden Fall. Die Weinkommunikation bleibt um ein Eck farbloser zurück.

»Dann stürzte alles in sich zusammen, und das weite Leichentuch des Meeres wallte fort wie seit fünftausend Jahren.«

wuertz-wein.de
captaincork.com
syl
Wir sind Mais Freitag 2011-06-10
Wahrscheinlich ist es ganz gut, dass wir nicht alles wissen. Auch wenn man stinksauer wird, wenn man's dann doch erfährt. Unter anderem weil wir's ja insgeheim immer gewusst haben. Männer sind Schweine! Eigentlich sind wir alle ein wenig Schweine, gemästet mit Mais. Sagt der Amerikaner Pollan in seinem Buch "The Ominvore's Dilemma".Maisernte von Oben

Aber zum eigentlichen Thema. Monsanto steht für Mais. Monokulturmais. Maissch... Monsanto ist der weltgrößte Saatgutproduzent und wegen seines gentechnisch veränderten Saatguts umstritten. Bauern sowie Umwelt- und Verbraucherschützer beklagen, dass sich das veränderte Genmaterial mit dem konventioneller Pflanzen vermischt. Nun kam ans Tageslicht, dass man seit Jahren wusste, dass Roundup, weltweit meistverkauftes Unkrautvernichtungsmittel von Monsanto, zu Geburtsfehlern führen kann.

Mehrere Studien belegten schon davor die gefährlichen Auswirkungen von Glyphosat auf Mensch und Umwelt, heißt es auf orf.at. Erst 2010 etwa wurde von Wissenschaftern nachgewiesen, dass das Mittel selbst in extrem geringen Dosen Missbildungen bei Fröschen und Hühnerembryos auslösen kann. Die EU-Kommission jedoch ignoriere diese Ergebnisse offenbar und stütze sich auf deutsche Untersuchungsergebnisse, die die Auswirkungen herunterspielten.

Nicht nur Missbildungen sondern auch Hormonstörungen, DNA-Schäden und Krebs könnten durch Roundup verursacht werden. All diese Risiken seien überprüfbar. Allerdings habe die Kommission kurz nach Bekanntwerden der schädlichen Wirkung von Glyphosat eine Untersuchung des Mittels und weiterer Pestizide auf 2015 verschoben. Die Autoren des Berichts befürchten nun, dass tatsächliche Ergebnisse erst 2030 vorliegen würden.

Warum wird mir gerade wieder einmal schlecht?

Quelle: www.orf.at
Mehr zum Thema: Pollan, Michael. The Ominvore's Dilemma. A Natural History of Four Meals. Penguin Books.
syl

gifte

syl  11.06.2011 15:24

und dann noch all die hormonell wirkenden konservierungsmittel in der kosmetika, die erst dann verboten werden, wenn nachgewiesen wird, dass sie schädlich sind. super cocktail. wie gesagt zum schlecht werden.

Pflanzenschutz

Gottfried  11.06.2011 15:05

Von vielen im Weinbau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln weiß man dass sie entweder krebserregend oder genauso den Embryo im Mutterleib verändern können. Trotzdem dürfen sie angewendet werden...
Es ist nicht angenehm nach einer Herbizidanwendung am Feld oder Weingarten hinterher im Gras nachzustapfen. Deswegen mache ich sowas nicht mehr.

Meine Herren! Donnerstag 2011-06-09

Der Herr auf dem Bild macht ziemlich wenig Wein. Der ist dafür zum Niederknien. havel & petz haben drei Weine aus dem Mini-Sortiment verkostet. Der Herr ist übrigens Gottfried Lamprecht vom Herrenhof Lamprecht, verkostet wurde im Hotel Herrenhof. Sehr passend. Aber das nur nebenbei.

Des Jungwinzers älteste Rebstöcke sind fünf Jahre alt, da hat er begonnen mit dem Wein. Weinmachen zu sagen wäre unpassend, Gottfried Lamprecht meint, er macht gar nichts mit dem Wein. Der macht sich von selbst.

Gottfried Lamprecht bei der Verkostung

Der Herrenhof, einer der Gutshöfe vom Stift Vorau, war schon immer ein Landwirtschaftsbetrieb, um die zehn Hektar Weingärten gehören dazu. Die lagen lange brach. Seit wie gesagt fünf Jahren sorgt der experimentierfreudige Winzer dafür, dass wieder was wächst. Aus dem sich was keltern lässt. Vier Hektar werden zur Zeit bearbeitet, noch einmal vier bis fünf sind möglich. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine große Lage direkt beim Gutshof. Lockere Sand- und Sandsteinverwitterungsböden, ein laut Winzer perfektes Kleinklima und die Beschäftigung mit Altem und Neuem sind die Basis. Ausgewählte Rebsorten, viel Zeit im Weingarten, gebrauchtes großes und kleines Holz, ausschließlich Spontanvergärung (»es fängt irgendwann an und hört irgendwann auf«), Gelassenheit und Entspanntheit im Keller. Was dabei herauskommt ist jedenfalls superbe.

Wein eins vom Herrenhof im Herrenhof war der Weißburgunder 2010, der Gutswein, wenn man so will. Auf den ersten Riecher ist das Holz noch ein bisschen dominant, dann kommt Steinobst, Birne, eine Reife, die nie auf einen 2010er schließen ließe. Und das Ganze bei wirklich (selbst erfahrenen) trinkanimierenden 11,5 % Alkohol! Geht also wunderbar auch schon am frühen Nachmittag (selbst erfahren).

Wein zwei dann ein steirischen Gemischter Satz. Jawoll. Gottfried Lamprecht will mit diesem Wein, dem Buchertberg Weiß, weg von der Sorte und hin zur Lage. Was auch immer wir im Glas haben, es mundet fantastisch. Südliche Macchia, mediterrane Kräuter, extrem burgundisch. Jawoll!

Und dann ein Roter, der uns fast umhaut. Weil er so fein und elegant ist, so wunderbar entspannt und »bei sich«. Der Winzer hat Blaufränkisch-Trauben vom Eisenberg gekauft, aus einem Weingarten, den er aber selbst bearbeitet hat. Ein bisschen anders als der Eigentümer das je gemacht hätte. Und man kann mit Fug und Recht behaupten, das Experiment (O-Ton G. L.) ist gelungen. Der Wein ist leider ausverkauft, ein weiterer Jahrgang kommt im Herbst noch auf den Markt, das war's dann mit dem Eisenberg, dann kommt was Neues.

Zu erzählen gäb's jetzt noch so viel. Von der Biozertifizierung, davon, dass Gottfried Lamprecht alles selbst macht (bis hin zu den Etiketten!), dass er gerne immer wieder was Neues probiert, dass er einen Glasballon mit Weißwein im Weingarten vergraben hat und ihn irgendwann wieder ausgraben und kosten wird. Ich lass es jetzt trotzdem, und fiebere der Lieferung der bestellten Weine entgegen.

Ruth

Mon dieu! Dienstag 2011-06-07

Sich hie und da zu überlegen, wie man möglichst günstig zu einer wirklich guten, wirklich teuren Flasche Wein kommt, Gedankenspiele zu machen, wie weit man wohl gehen würde, alles schon gehabt. Jeder, der vom Wein-Virus befallen ist, weiß wahrscheinlich wovon ich rede. Aber so dreist wie die junge Frau in einer französischen Supermarktfiliale geht freilich kaum jemand. Nehm ich einmal an.

Barcode

Der Decanter berichtet, dass besagte Dame Barcode-Aufkleber vertauscht hat, um sich so zum Dumping-Preis ein paar Flascherl Petrus unter den Nagel zu reißen.
€ 2,50 wollte sie statt € 2.300 bezahlen. Sie wurde erwischt. Blöd. Viele andere jedoch offenbar nicht. Noch blöder.

Leclerc-Weineinkäufer David Bruguiere lässt wissen, dass diese Art von Betrug ein echtes Problem sei. Und an der Kassa kennt sich halt auch kaum jemand so gut aus, um die Umetikettierung zu bemerken.

Die sollten ihr »Pickerl-System« überdenken oder in besseren Kleber investieren.

Quelle: Decanter

Ruth

Weitere Einträge:
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45  46  47  48  49  50  51  52  53  54  55  56  57  58  59  60  61  62  63  64  65  66  67  68  69  70  71  72  73  74  75  76  77  78  79  80  81  82  83  84  85  86  87  88  89  90  91  92  93  94  95  96  97  98  99  100  101  102  103  104  105  106  107  108  109  110  111  112  113  114  115  116  117  118  119  120  121  122  123  124  125  126  127  128  129  130  131  132  133  134  135  136  137  138  139  140  141  142  143  144  145  146  147  148  149  150  151  152  153  154  155  156  157  158  159  160  161  162  163  164  165  166 


Bookmark and Share

ruth havel & sylvia petz
fillgradergasse 15/11
1060 wien

t +43 (1) 913 42 74
f +43 (1) 581 13 50
office@havel-petz.at
www.havel-petz.at



* Wir kommunizieren und bringen Sie in die Medien!

* Wir positionieren Ihr Unternehmen und bringen Ihre Einzigartigkeit auf den Punkt!

* Wir beraten und begleiten Sie und Ihr Team für ein nachhaltiges Unternehmertum!

MEHR unter diesem LINK.