Ein Weingarten im Frühling

Bassena - unser Blog

Kreuzweise! Mittwoch 2011-05-25

Eine einfache Bouteille Wein war's, für die ein amerikanischer Bieter bei einer Christie's-Auktion am 17. Mai 2011 US$ 123.889, umgerechnet € 87.815, hingelegt hat. Der Wein selber war allerdings alles andere als einfach, nämlich ein 1945er Domaine de la Romanée Conti. Den werden noch nicht viele von uns verkostet haben. Werden sie in Zukunft wohl auch nicht. Aber er wird seinen Preis schon wert sein, wenn jemand bereits ist, diese Summe dafür auszugeben.

Interessant ist hier sein Preis im kleinen. Die Pysikerin in uns rechnet aus:

Steinkreuz vor Weingärten

Bilden 25 Tropfen einen Milli-Liter Wasser und 25.000 Tropfen einen Liter, und kann man davon ausgehen, dass im Wein die Extrakte durch den Alkohol wettgemacht werden (wegen der Oberflächenspannung und Größe der Tropfen), kommen auf 0,75 Liter rund 18.750 Tropfen à 4,68 Euro. Die können mich doch kreuzweise!

Nicht losgeworden ist man übrigens einen besonderen Lot. 315 Flaschen jeden Jahrgangs von 1945 bis 2007 von jedem der fünf Bordeaux-Premier-Grand-Crus. Aber da wird sich sicher auch noch einer finden.

 Quelle: www.decanter.com
syl

Velo-Vino-Gadget Dienstag 2011-05-24

Es soll ja Menschen geben, die gerne Rad fahren und gerne Wein trinken. Gar nicht so wenige. Und manche nehmen beim Radfahren gerne einen Wein mit. Zum Gleichzeitig-Trinken (eher die Ausnahme) oder für danach. Wo auch immer das dann ist. Bis dato war der Transport des edlen Tropfens auf zwei Rädern eher unästhetisch.

Weinhalterung für das Fahrrad aus Leder 
Jetzt gibt es eine äußerst elegante Lösung, den plumpen Rucksack (praktisch aber eben plump) oder die schicke Tasche (einseitig und daher unpraktisch) zu umgehen.

Der »Bicycle Wine Holder« von Jesse Herberts knöpft sich die Flasche vor und knüpft sie sich an die Stange. Ganz in Leder, sehr elegant. Nachteil: Radler und Radlerin müssen sich auf eine Flasche beschränken. Wobei, man könnte ja einmal ausprobieren, wie viele der feschen Schlaufen ein Fahrrad so verträgt.

Egal ob eine oder mehrere Flaschen, vorsichtig fahren auf rumpeligen Wegen!

Quelle: Freizeit-Kurier vom 21. Mai 2011
Um $ 30 im Online-Shop: www.etsy.com  (suchen nach »bicycle wine rack«, mit der Direkt-Verlinkung hat's was)

Ruth

Komm, großer schwarzer Vogel – Bricco dell'Uccellone, Braida Freitag 2011-05-20
Die schwarzgekleidete Witwe mit Kopftuch, die im Nebel den Berg runterkam und aussah wie ein großer schwarzer Vogel, gab dem Wein seinen Namen: Bricco dell' Uccellone. Zwölf Jahrgänge davon gab es am Weltweinfestival in Bad Ragaz, beginnend mit 2007 zurück bis 1990, Todesjahr von Giacomo Bologna, der sein Weingut Braida zu dem gemacht hat, was es heute ist.
Verkostungstisch mit Notizzettel

Sein Schwiegersohn Norbert Reinisch führte durch die kurzweilige und spannende Barbera-Verkostung. 1990 war auch einer der Höhepunkte des Tastings. Wirklich frisch in Nase und am Gaumen, Nussaromen, saftig, feines weiches Tannin und gut eingebaute kräftige Säure. Die Jahrgänge davor - 92, 94, 97 - waren, wie Reinisch einen Freund zitierte, »von der Süße des Todes gekennzeichnet«. Höhepunkte waren 2004 (feingliedrig, elegant, viel Struktur, nach Haselnuss, Kirsche, sehr harmonisch und lang) und 2001 (komplex und extraktreich, Tiefe und sehr klar, reife Frucht, nussig, Tee, lang und noch wirklich jugendlich).

Schön auch die Geschichte, als der Bricco dell'Uccellone im Vatikan ausgeschenkt werden sollte. Uccellone ist in Italien auch ein Synonym für den Johannes (nicht den heiligen). Es gibt hier die Abstufungen Uccellino (poverino!), Uccello (normal halt) und Uccellone (hoppala!). Na, auf jeden Fall ging ein Wein namens Uccellone gar nicht in den heiligen Hallen, weshalb der Zweitwein »Bricco della Bigotta« geschaffen wurde. Das passt!
www.braida.it

Komm, großer schwarzer Vogel
syl

Netter Reis Mittwoch 2011-05-18

»Café mit vegetarischen Speisen«. Klingt ein wenig fantasielos und macht nicht unbedingt sofort neugierig. Und ist die Eigenbeschreibung vom »nice rice«, einem sehr netten, kleinen Lokal im Raimundhof in Wien. Gleich ums Eck. Mit mindestens genau so nettem Garten in einem der Unterhöfe.

Beim letzten Mittagessen gab's Melanzanibällchen mit Safranreis und orientalischem Gemüse. War bunt fürs Auge und fein für den Magen. Gerade recht, um danach nicht ins Verdauungskoma zu fallen.

Alles in allem unprätentiös, entspannt, Preis-Leistungs-Verhältnis sehr okay.

Das nice rice im Web

Ruth

Melanzanibällchen mit Safranreis und orientalischem Gemüse 
Beim Observer trinkt man Heinrich Hartls Rotgipfler 2009 zum Jubiläum Dienstag 2011-05-17

Zehn Jahre »Observer Food Monthly« müssen gefeiert werden. Zehn Jahre Rückblick mit zehn Jahrgängen neuer Weine mit Zukunft. Denn die Moden haben sich geändert in U.K. Zwar wenig Augenscheinliches im Supermarkt ums Eck, das Angebot besteht nach wie vor großteils aus Weinen aus Australien, Kalifornien, Südafrika und Chile. Wenn man aber näher hinsieht, bemerkt man den Wandel. Bei den Rebsorten tut sich was. Etwas weniger Chardonnay und ein bisschen mehr Pinot grigio und Sauvignon blanc und wie überall Rosé.

Aber hauptsächlich die Stile ändern sich.

Heinricht Hartls Rotgipfler 2009 

Weg vom üppigen überholzten Ton hin zum dezenten Wein mit Struktur. Nichts Neues für Auskenner. Aber wir reden vom Supermarkt. Herkunft, Boden, Unverwechselbarkeit. Eleganz. Und neben den üblichen kommen allmählich ganz neue und ganz alte Weinregionen. Zum Beispiel die Thermenregion. Und hier Heinrich Hartl mit seinem Rotgipfler 2009, er punktet mit diesem Wein bei der Observer-Jubiläumsempfehlung:

2009: Heinrich Hartl Rotgipfler, Thermenregion, Austria (£15.19, Waitrose)
Rotgipfler may be an unappetising name for a grape variety , but in the hands of Heinrich Hartl it makes a thrilling white, balancing tangy richness and voluptuous texture with a complex spiciness. This is further proof that Austria is now among the greatest of the world's white wine producers. David Williams

Von HH3, Heinrich Hartl III., wird man hören. Demnächst mit einem Relaunch des Gesamtauftritts: neues Logo, neue Etiketten, neue Website. Und auf jeden Fall mit seinen Weinen, denn wie steht es geschrieben: »... This is further proof that Austria is now among the greatest of the world's white wine producers.«

Quelle: www.guardian.co.uk
www.weingut-hartl.at
syl

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