Eine halbe Wassermelone auf einer türkis durchscheinenden Luftmatratze am Wasser

Bassena - unser Blog

Sagen Sie Neuburger zu Tinhof. Montag 2017-07-03
Winzer Erwin Tinhof hat immer schon gemacht, was die anderen nicht gemacht haben. Haben die fast ausschließlich internationale Rotweinsorten angebaut, nahm er weiß und autochthon. Oder rot und autochthon. Aber immer autochthon. Und halbe halbe, 50 % Weißwein, 50 % Rotwein.
Drei Flaschen Neuburger links am Tisch, rechts dahinter und unscharf ein paar Leute an einem Tisch

Besonders angetan hat's ihm die weiße Sorte Neuburger. Auf gerade einmal etwas mehr als 600 Hektar Rebfläche wächst dieser selten gewordene Wein in Österreich. Der nach und nach von der Winzerschaft wiederentdeckt wird, bei Erwin Tinhof aber immer schon zum Repertoire gehörte. Er widmet ihm drei Hektar Weingärten in verschiedenen kalkhaltigen Lagen am burgenländischen Leithaberg und plant, noch mehr damit anzupflanzen. Mehr darf hier aber nicht gesagt werden, es ist ja alles noch Zukunftsmusik. Und bis der Wein trägt, und gut trägt, vergehen ja auch noch ein paar Jahre.

Der Neuburger ist keiner, der einen hocharomatisch aus dem Glas anspringt. Im Gegenteil, er übt sich in diskreter Zurückhaltung, ist feinwürzig und elegant. Er trinkt sich frisch und reift aber auch gut. Anfällig für die Edelfäule Botrytis cinerea macht er zudem als Süßwein gute Figut. Und in Zeiten des Klimawandels stellt er sich, trockenheitsresistent, wie er ist, als Geschenk für die Winzerschaft heraus.

Langer Rede, kurzer Sinn. Erwin Tinhof hat einen Bären am Neuburger gefressen und füllt - wahrscheinlich als einziger Winzer Österreichs, Europas und der ganzen Welt - gleich drei Varianten: klassisch, Leithaberg DAC und einen Lagen-Neuburger von der Ried Golden Erd.

Im Rahmen eines entspannten Presse-Lunchs hat er sie einer illustren Runde im neuen Weinbistro Mast vorgestellt. Meine Favorits waren der erstaunliche klassische Neuburger 2010, der sich wie ein feiner Burgunder präsentierte, und die beiden Jahrgänge 2015 und 2016 von der Golden Erd. Schön, dass Neuburger nicht nur Leberkäse (sorry) ist. In seiner Höchstform als Wein läuft er bei Tinhof auf.

Nähere Infos zu Tinhofs Neuburgern gibt es hier. Die Weine selbst am Weingut.

Weingut Erwin Tinhof
Eisenstädter Straße 10, 7061 Trausdorf
Tel.: +43 2682 626 48 | E-Mail: wein@tinhof.at | www.tinhof.at

Foto: DER PAUL

syl

Die Übergabeprofis: Wie das Loslassen gelingen kann Freitag 2017-06-23

In dieser Folge unserer Weinguts-Übergabe-Serie spielte Vater Herbert die Hauptrolle. Der - ganz traditionell - Familienoberhaupt und Betriebsleiter in Personalunion ist. Oder war. Und bald eine neue Rolle einnehmen wird. Wie kann das gut gelingen?


Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

DIE VERGANGENHEIT WERTSCHÄTZEN - DIE ZUKUNFT ZULASSEN
Herbert hat 30 Jahre seines Lebens ins Weingut investiert. Nicht nur Geld, sondern auch Wissen, Arbeitszeit und vor allem Herzblut. Zu wissen, dass seine Tochter nun »alles« anders machen möchte, macht ihm zu schaffen.

Immer wieder miteinander zu reden und die gegenseitigen Sichtweisen einzuholen, ist - wenig überraschend - eine wichtige Basis für jeden Übergabeprozess. An diesem Punkt jedoch gehört die Kommunikation wohl zum Allerwichtigsten. Und zwar von beiden Seiten. Wertschätzende Fragen können viel zum Verständnis des jeweils anderen und damit zum Loslassen auf der einen und zum Start ohne Belastungen auf der anderen Seite beitragen.

Johannas Beitrag

* Wann und wie wurde der Betrieb gegründet?
* Was waren deine/eure Motive für die Gründung/die Übernahme?
* Wie hast du/habt ihr die Anfangszeiten erlebt?
* Was war besonders anstrengend und weniger positiv?
* Was war besonders schön und worauf bist du/seid ihr besonders stolz?
* Damit du den Betrieb gut übergeben kannst, was wünschst du dir?

Außerdem ist es ungemein wichtig, dass Johanna ihrem Vater sagt, was sich NICHT alles ändern wird. Was gut läuft und sie (vorab) von der vorigen Generation übernehmen wird. Und welche Überlegungen und Motive hinter geplanten Veränderungen stehen. Auch hier geht's schlussendlich um Verständnis für »das andere«.

Herberts Beitrag
* Was sind deine ersten Erinnerungen ans Weingut?
* Welche Bedeutung hatte der Betrieb in deiner Kindheit?
* Was war/ist herausfordernd und schwierig für dich?
* Was war/ist besonders schön und positiv für dich?
* Worauf bist du besonders stolz?
* Was sind deine Motive für die Betriebsübernahme?
* Damit du den Betrieb gut übernehmen kannst, was wünschst du dir?

Gespräche, die auf Wertschätzung und Offenheit basieren, schaffen Nähe. Nähe erleichtert das gegenseitige Verständnis. Verständnis erleichtert das Loslassen.

DIE FINANZIELLE SEITE
Wenn das Thema Finanzen ein heikles ist, und das ist es in den meisten Fällen, gilt es, so früh wie möglich zu eruieren, wie die finanzielle Lage ganz konkret aussieht. Und zwar allumfassend: vom Wert der Gebäude und Weingärten, über die Weine auf Lager bis hin zu etwaigen Verbindlichkeiten. Und dann spielen natürlich Umsätze, Cash flow und Erträge eine gewichtige Rolle. Erst wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen, kann sinnvoll über die nächsten Schritte nachgedacht und diskutiert werden. Andernfalls drehen sich die Gespräche »in einer diffusen Wolke«, und das kann die Übergabe empfindlich beeinträchtigen. Ein unabhängiger Experte kann hier aus unserer Sicht und Erfahrung eine große Unterstützung sein.

Beide Seiten brauchen die Gewissheit und Sicherheit, dass die finanzielle Lage für die Zeit nach der Übergabe vorab geklärt ist. Und zwar derart, dass sie den jeweils neuen Lebensabschnitt beruhigt angehen können.

=> Herbert braucht darüberhinaus eine positive und anziehende Aussicht für »die Zeit danach«. Was er dazu beitragen kann, erfahren Sie im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Landpartie - internationale Pet-nat-Verkostung von Gault&Millau am Geyerhof im Kremstal Sonntag 2017-06-11
Gault&Millau Österreich lud zur Landpartie. Denn »zwei Drittel aller österreichischen Haubenrestaurants finden wir am Land«. Grund, ab sofort einmal im Jahr rauszuziehen. Thema dieser ersten Landpartie war die »1. internationale Pet-nat-Verkostung«, hinzu wurden Niederösterreichs wichtigste Köche gebeten.
Feine Zucchinestreife im Karrée, darauf ein Häufchen Fülle
Gastgeber waren Ilse, Maria & Sepp Maier am wunderschönen Bioweingut Geyerhof in Oberfucha im Kremstal. Ich kam gerade rechtzeitig zum Pet-nat-Seminar von und mit Sepp Maier, Cambridge Road aus Neuseeland, Espenhof in Rheinhessen, Alwin Jurtschitsch & Martin Arndorfer mit ihrem Projekt Fuchs & Hase.
Ein Zucchinipackerl mit Zahnstochern fixiert
Pet nat ist ein ursprünglich hergestellter Schaumwein, bei dem halbvergorener Most in die Flasche kommt und dort mitsamt der Hefe fertiggärt. Rauskommt zumeist ein wunderbar frisches prickelndes Vergnügen. Am Bild mit der grünen Flaschen schaut Sepp gerade nach, wieweit die Hefe in den Hals steht.
Die Zucchinipackerl in der Pfanne mit dem Zucchinirest
Denn dieser Pet nat war noch nicht degorgiert (Entfernung der Hefe). Weshalb Sepp die Flasche auch in eine Wasserwanne hielt, damit durch den Druck der natürlichen Kohlensäure nicht allzuviel des köstlichen Sprudels verloren ging. Am Bild hier rechts die Hefe, die aus der Flasche zischt. So sieht das also aus.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
Was zeichnet Pet nat weiters aus? Es gibt keine Vorgaben, aber ungeschriebenes Gesetz ist schwefelfreie Produktion und diese im Idealfall bio. Manche Winzer lassen sie naturtrüb, dann kann's beim Öffnen der Flasche raussprudeln wie hier. Andere degorgieren und füllen mit demselben Stoff wieder auf.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
Und das Fest an sich? Es war bezaubernd. Das Gut Geyerhof ist wunderschön, seine Gebäude sind stilvoll in Stand gehalten, Alt fügt sich in Neu. Die Verköstigung durch die Köche war hervorragend, speziell das Fischgericht von Thomas Dorfer vom Landhaus Bacher. Auch Toni Mörwalds Schweinsbauch mit Kraut war fein.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
33 internationale Winzer haben ihre Pet nats und Weine präsentiert, darunter viele deutsche und ein paar Italiener. Besonders spannend war Lance Redgwell mit seinen Weinen aus Neuseeland, der schon vor 16 Jahren mit Pet nats begonnen hat. Das Hasenetikett: »Because the wine is somehow psychedelic.« Stimmt!
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
Gault&Millau
www.geyerhof.at
syl
Zucchinipackerl Sonntag 2017-06-11
Manchmal kommt der Genuss ein wenig zu kurz, auch hier bei uns in der Bassena. Weshalb ihm nun wieder ein bisschen mehr Platz eingeräumt werden soll. Direkter Anlass ist das heutige sonntägliche Mittagessen, weil's so schön bunt und köstlich war. Im Web waren gebratene Zucchini-Tascherl mit Dinkelfülle aufgetaucht.
Feine Zucchinestreife im Karrée, darauf ein Häufchen Fülle
Die Körndl haben mich nicht wirklich angesprochen, die hübschen Packerl aber umso mehr. Weshalb ich eine Variante mit Couscous und gebratenen Tomaten gebastelt hab. Und so ging's: Die Tomaten mit Schalotten in Olivenöl weichschmoren, salzen und mit dem fertigen Couscous vermischen. Ein Zucchinipackerl mit Zahnstochern fixiert
Frisches Basilikum rein, nachsalzen und pfeffern. Die Zucchini mit dem Sparschäler in feine Streifen schneiden, über Kreuz auflegen und ein Häufchen Fülle draufgeben. Erst die unteren Streifen einschlagen, dann die anderen und das Packerl mit Zahnstocher fixieren. Vorsichtig ab in die Pfanne und in Olivenöl anbraten. Die Zucchinipackerl in der Pfanne mit dem Zucchinirest
Die Zucchinireste kleinschneiden, würzen und mitschmurgeln. Die Zahnstocher entfernen, wenden, fertig braten, fertig. Dazu gab's Schafjohurt. Einhellige Meinung: hervorragend! Mit gegrillten Lammkoteletts wär's noch besser. Und, Übung macht die Meisterin: Die erste Charge war nämlich nicht ganz so fotogen.
Die fertig gebratenen Zucchinipackerl in der heißen Pfanne
syl
Das Original findet sich übrigens beim Biohof Adamah. Dort mit Dinkelfülle und nicht gebraten, sondern gegrillt.
Die Übergabeprofis - die Rolle des Vaters & Übergebers Sonntag 2017-06-04

Wie im echten Leben kommt auch hier manchmal der Prozess zum Stocken. Weil andere Dinge gerade virulenter sind. Jetzt geht's weiter!

Wir kommen zu den konkreten Personen und beginnen mit Vater HERBERT, bislang an oberster Stelle:

Blaue Trauben in Arbeitshänden, die übergeben werden

* als Oberhaupt im System Familie, wie so oft noch in bäuerlicher Umgebung
* als Betriebsleiter im System Weingut, wo er über 30 Jahre lang das Sagen hatte.

1. HERBERT ALS FAMILIENOBERHAUPT
Nach außen tritt Herbert als der Boss auf, das ist ihm wichtig. Im Hintergrund hält allerdings seine Frau Angela die Fäden fest in der Hand. Sie gibt den Ton in Haus und Garten an, bestimmt, wo der Urlaub verbracht wird und was auf den Tisch kommt. In finanzielle Entscheidungen lässt Herbert sich aber nicht reinreden, das bleibt für ihn Männersache. Seine Tochter, die immer zu ihrem Vater aufgeblickt hat, wird nun die Weingutsleiterin. Wie wird sich das auf das familiäre Gefüge auswirken?

2. HERBERT ALS BISHERIGER BETRIEBSLEITER
30 Jahre lang hat Herbert jeden Tag ohne Unterbrechung für das Weingut gearbeitet. Er hat  von gemischter Landwirtschaft auf reine Weinwirtschaft umgestellt. Er hat Flächen eingetauscht und neu ausgepflanzt, in den Weinkeller investiert und den Vertrieb aufgebaut. Abgefüllt hat er hauptsächlich in Doppler, manches wurde im Fass verkauft, weniges in der Bouteille. Angela hat sich um die Buchhaltung gekümmert und Herbert beim Abhof-Verkauf unterstützt. Das weinmacherische Know How lag ausschließlich bei ihm.

3. PLÖTZLICH WIRD ALLES ANDERS
Nun heißt es, abzugeben.
Herbert muss sein Lebenswerk in die Hände seiner Tochter Johanna und die ihres Mannes Peter legen. Was enorm schwierig ist, weil er damit auch seinen Lebensinhalt verliert. Und weil die jüngere Generation – Johanna ist ja die neue Chefin – plötzlich alles anders machen möchte und wenig wertschätzt, was er über die Jahre mühevoll aufgebaut hat:

Fass- und Dopplerware sind zukünftig tabu. Geplant sind neue Etiketten und eine neue Website, hohe Investitionen in die Kellertechnik. Herbert verbringt plötzlich schlaflose Nächte und fühlt sich und das, was er geschaffen hat, plötzlich wertlos. Sein innerlicher Gram und Zorn werden von Tag zu Tag größer. »Die werden schon noch sehen, wohin das alles führt.« Ein Dilemma!

=> Herberts zukünftige Rolle
Wenn er den Schlüssel übergibt, muss er das mit allen Konsequenzen tun. Er muss sich mit seinen Ratschlägen zurückhalten und sämtliche Entscheidungen den Übernehmenden überlassen. Herbert soll aber weiterhin im Weingarten arbeiten und sich um den Fuhrpark kümmern.

=> Wie das alles – konfliktfrei und auch finanziell – aussehen kann, erfahren Sie im nächsten Beitrag.
=> Hier alle Übergabe-Beiträge gesammelt.

www.uebergabeprofis.at
Weitere Einträge:
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27  28  29  30  31  32  33  34  35  36  37  38  39  40  41  42  43  44  45  46  47  48  49  50  51  52  53  54  55  56  57  58  59  60  61  62  63  64  65  66  67  68  69  70  71  72  73  74  75  76  77  78  79  80  81  82  83  84  85  86  87  88  89  90  91  92  93  94  95  96  97  98  99  100  101  102  103  104  105  106  107  108  109  110  111  112  113  114  115  116  117  118  119  120  121  122  123  124  125  126  127  128  129  130  131  132  133  134  135  136  137  138  139  140  141  142  143  144  145  146  147  148  149  150  151  152  153  154  155  156  157  158  159  160  161  162  163  164  165  166 


Bookmark and Share

ruth havel & sylvia petz
fillgradergasse 15/11
1060 wien

t +43 (1) 913 42 74
f +43 (1) 581 13 50
office@havel-petz.at
www.havel-petz.at



* Wir kommunizieren und bringen Sie in die Medien!

* Wir positionieren Ihr Unternehmen und bringen Ihre Einzigartigkeit auf den Punkt!

* Wir beraten und begleiten Sie und Ihr Team für ein nachhaltiges Unternehmertum!

MEHR unter diesem LINK.